r/autismus

Hypothetische Diagnose-Frage

Ich habe eine hypothetische Situation, mich interessieren dazu die Gedanken.

Nehmen wir an, ein Individuum wendet sich zeitgleich an vier unabhängige Diagnosestellen. Zwei davon sind Selbstzahler, zwei davon via Krankenkasse. Die Diagnosestellen haben untereinander keinen Kontakt.

Zwei Diagnosen kommen zum Ergebnis: Neurodivergenz liegt vor.
Zwei Diagnosen halten dagegen und sagen es besteht keine Neurodivergenz.

Was wäre der Gedanke bei euch?

Danke für euren Input.

Bitte noch mal berücksichtigen:
Zeitgleiche Diagnosestellung (also innerhalb des gleichen Quartals sagen wir), Unabhängigkeit der Diagnostiker, gleiches Individuum mit gleicher Anamnese, 2 konterkarierende Diagnosepaare.

Noch kurz zur Motivation:
Diagnostik ist ja eine reine klinische Beurteilung, ohne valide Biomarker.
Ich möchte gerne lernen wie diagnostische Unsicherheit verarbeitet werden könnte vom Individuum.

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u/HawkSignificant7581 — 14 hours ago

Schock: GdB von 0 trotz gesicherter Diagnose

Ich habe eine Asperger-Syndrom-Diagnose (inkl . Komorbiditäten) von einer renomierten Diagnosestelle (Universitätsklinikum). Die Diagnostik lief nicht über die Krankenkasse, sondern als Selbstzahler. Der Diagnosebericht ist umfangreich und geht auch auf die daraus resultierenden Schwierigkeiten in der Lebensführung ein.

Ich habe zusammen mit einem LLM den Antrag ausgefüllt und einen mehrseitigen Anhang verfasst, in welchem ich auf die Einschränkungen der Teilhabe aufgrund der ASS ausführlich anhand praktischer Beispiele eingehe. Dann bin ich dem SoVD beigetreten, habe den Antrag dort prüfen lassen und der SoVD hat ihn an das Amt geschickt

Heute lag die Antwort des Amts im Briefkasten. Antrag komplett abgelehnt. GdB von 0.

Wie kann das sein? Liegt es vielleicht an meinem hohen Bildungsabschluss (Promotion) und an meiner Vollzeit-Festanstellung? Hat der SoVD vielleicht nicht die Anlagen zum Antrag mitgeschickt? Ich verstehe es nicht.

Ich bin gerade einfach nur geschockt, traurig und wütend. Ich weiß, dass es das nicht ist, aber es fühlt sich an wie die Verneinung aller meiner ASS-bedingten Schwierigkeiten im Leben.

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u/None-Null — 4 days ago

"hör mal auf mit deinem Autisten scheiß"

Bin w, 28 und wurde vor kurzem diagnostiziert.

Wie gehe ich damit um, dass andere in meinem Umfeld nicht damit umgehen können und Dinge sagen, die ich nicht hören darf, weil sie mich extrem treffen und ich sie nicht vergessen kann?

Als Beispiel:

Ich bin seit 8 Jahren in einer Beziehung und seit 5 Jahren verheiratet. In den letzten 2 Jahren ging es viel um Autismus und ich habe ihm viel erzählt, viel geweint, war halt alles sehr viel. Seit der Diagnose äußert er Dinge, die alles so viel schlimmer machen.

Er sagt mir zb während eines meltdowns noch "boah jetzt hör doch mal auf mit deinem Autisten scheiß" bevor er das Zimmer verlässt und ich voll im meltdown stecke.

Er sagt mir ständig, dass ich mental nicht so stark bin wie er, weil ich meine Gefühle nicht im Griff habe.

Er sagt mir "alter hör mal auf damit, so extrem war das sonst auch nicht, du bist immer noch normal im Kopf und nicht verrückt " - wenn ich das maskieren immer mehr lasse und mehr in seiner Gegenwart stimme.

Es ist noch so viel mehr und es kommt nicht nur von ihm, sondern auch von Familie und dem einzigen Freund den ich habe... Zb "na behindi heute schon nen Psychoanfall gehabt?" "Ey ich hab jetzt ne behinderte in der Familie, oder behindi?" und schlägt sich dabei mit T-Rex Händen auf die eigene Brust. Das ist wohl ihre Art, damit umzugehen. Ne assoziale, verletzende Art.

Ich hab aktuell fast täglich meltdowns, weil ich so überfordert bin.

Immer wenn ich sowas höre ist der Schmerz so extrem, dass ich das Gefühl habe ich überlebe das nicht. Deswegen halte ich mir oft aus Angst schon die Ohren zu, weil ich nicht hören will was andere in dem Moment zu mir sagen, weil ich noch mehr Schmerz einfach nicht ertragen würde und weiß, dass diese Menschen das nicht verstehen und mir trotzdem solche Dinge sagen. Das löst natürlich einen Teufelskreis aus, wenn ich mit Finger in den Ohren vor den Menschen stehe , weil sie das unfassbar respektlos finden 🥹 "du warst doch sonst nie so! Hör mal auf mit dem ganzen autisten scheiß das ist ja krank!"

Weil mein Mann bei der Eheschließung zb nichts vom Ass wusste und ich das unfair finde, habe ich ihn gefragt, ob er überhaupt noch mit mir verheiratet sein möchte.

Er bejahte übrigens.

Jetzt weiß ich schon was mit mir los ist und erkläre es den Menschen, um uns allen das Leben zu erleichtern, aber weil sie mich als "Mensch ohne autismus" kennengelernt haben, funktioniert das alles irgendwie nicht.

Eigentlich will ich mich selbst erkunden, weniger maskieren, raus aus dem Überlebensmodus aber durch die Umstände passiert genau das Gegenteil und alles ist so kompliziert

Ich schäme mich, ich verstecke mich, ich Weine heimlich, ich mache allgemein alles heimlich mit mir aus, dabei will ich endlich weg von diesem Verhalten.

Ich habe das Gefühl, dass die Menschen mir nicht glauben und das alles ist so nervig und belastend.

Niemand in meinem Umfeld informiert sich, weil sich niemand wirklich für mich interessiert. Ich bin die jenige, die allen alles erklären will, weil es mir wichtig ist, dass mich alle verstehen. Ich verlange das natürlich von niemandem aber im tiefsten Herzen wünsche ich mir das.

Es wäre viel einfacher ein neues Leben zu beginnen und direkt beim Kennenlernen ein " hallo, ich bin x und habe autismus" zu droppen.

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u/Smithywerbenjagger — 5 days ago

Praxis Ziob Berlin

Hat denn jemand Erfahrung mit der Strukturierte Autismus-Diagnostik von der Praxis Katharina Ziob in Berlin? Mir ist bewusst dass Sie „nur“ HPin ist aber ich habe bisher nur gutes gelesen.

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u/FatherTeckel — 1 day ago

Autismus im Kindesalter und als Erwachsener „ganz normal“?

Ich war mir nicht ganz sicher welche Kennzeichnung ich wählen soll, entschuldigt bitte falls das nicht zum Thema Ratschläge passt, ich hoffe jemand hat ähnliche Erfahrungen, die gerne geteilt werden möchten.

Sorry auch falls der Post etwas länger werden sollte.

Erstmal zu mir/meiner Familie: mein Vater (58) hat das Asperger-Syndrom. Ärztlich diagnostiziert im Kindesalter, falls das eine Rolle spielen sollte, das zu erwähnen.
Ich (28) habe seit letztem Jahr eine ärztlich diagnostizierte ADHS.
Meine Mutter hat heute im Alter von 53 Jahren, eine ADHS sowie die Diagnose Asperger-Syndrom erhalten.

Da meine Mutter und ich erst spät diagnostiziert worden sind, war das Thema Neurodivergenz, obwohl es bei meinem Vater schon lange bekannt ist, nie wirklich Thema im Alltag bei uns.
Seit meine Mutter in den Wechseljahren ist, hat sie regelrecht einen Schub ihrer ADHS-Symptome bekommen und einen schweren Leidensdruck erhalten. Nach meiner Diagnose, hat sie sich immer mehr und mehr in mir sehen können und äußerte den Wunsch, ebenfalls die ADHS-Diagnostik durchführen zu lassen.
Nach langem hin und her und nachdem ich gefühlt das gesamte Telefonbuch von Deutschland abtelefoniert habe, fanden wir eine Praxis, die Neupatienten aufnahm und sich auf ADHS und Autismus im Erwachsenenalter spezialisiert. Wir sind mit der Absicht hingegangen, nur die ADHS-Diagnostik durchzuführen zu lassen. Es kristallisierte sich jedoch schnell heraus, dass sowohl Autismus eine Rolle in ihrem Leben spielen könnte.
Also wurde sie auf beides getestet.

Das besondere daran war, dass ich bei allen Gesprächen (auch Angehörigengespräche) dabei war, da Deutsch nicht die Muttersprache meiner Mama und meiner Oma (mit ihr wurde das Angehörigengespräch geführt) ist. Ich habe mich stets im Hintergrund gehalten und nur kurz beim übersetzen geholfen.
Bei allen Gesprächen, habe ich mich besonders während der Autismus-Diagnostik immer wieder in den Fragen wiedergefunden, wie als hätte es in meinem Kopf Klick gemacht.

Es wurde auch ein Angehörigengespräch mit mir geführt, da meine Mutter und ich ein sehr enges Verhältnis zueinander haben und uns fast täglich sehen, ich konnte so der Therapeutin erzählen, was mir so bei ihr auffällt.
Als es dann um das Thema Autismus ging, kamen wir irgendwie kurz auf mich und das endete dann damit, dass die Therapeutin meinte, dass es vielleicht sinnvoll wäre, wenn ich mich auch testen lassen würde, da wohl viele Menschen mit ADHS auch Autismus haben.

Heute nach dem Abschlussgespräch der Diagnostik, hab ich mich noch ein wenig mit meiner Mutter unterhalten und sie fing an Dinge aus meiner Kindheit zu erzählen, die ich irgendwie nie bewusst wahrgenommen habe oder von denen ich garnichts wusste. Sie erzählte mir zum Beispiel, dass sie mich schon als Kleinkind auf Autismus testen lassen wollten, nachdem meine Cousine, die in dem selben Alter war wie ich, die Diagnose bekam. Mein Onkel hätte meine Eltern wohl ständig dazu gedrängt, mich endlich testen zu lassen, weil ihm „typische“ Symptome aufgefallen sind. Es fiel sogar die Aussage „das hätte ich ja eher bei deiner Tochter erwartet als bei meiner“ seinerseits. Mein Onkel ist übrigens Kinderarzt. Zur Diagnostik haben sie mich jedoch, aus was für Gründen auch immer, nie geschickt.

Sie hat mir von ganz vielen Verhaltensauffälligkeiten erzählt, die vielleicht auch zu Autismus passen würden. Und mit der neuen Erkenntnis, dass meine Eltern beide Autisten sind, bin ich jetzt echt ein wenig am Grübeln.

Ich persönlich, ordne meine Symptome eher meiner ADHS zu. Ich würde jedoch lügen, wenn ich sage, dass ich nach all den Dingen die sie mir heute erzählt hat, dass doch nicht vielleicht hinterfrage.

Ich weiß auch, dass das Maskieren sowohl bei Autismus als auch bei ADHS eine Rolle spielt. Das könnte erklären, warum ich als Kind viel auffälliger war, als heute im Erwachsenenalter.

Hat irgendwer von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder gibt es hier Menschen, die beide Diagnosen haben? Mich würde interessieren wie euer Alltag so aussieht oder wie das Leben generell so mit beiden Diagnosen aussieht.
Um ehrlich zu sein, kenne ich mich nicht so viel mit Autismus aus, wie mit ADHS.
Kann es vielleicht sogar sein, das man als Kind stark autistische Symptome hat, die im Erwachsenenalter später kaum noch auffallen?

Ich habe übrigens nächste Woche einen Termin bei meiner Psychiaterin. Ich werde ihr das alles erzählen und mal schauen, vielleicht können wir bei mir ebenfalls eine Autismus-Diagnostik durchführen lassen.
Für mich würde sich wahrscheinlich nichts ändern, ich erhoffe mir auch keine Diagnose. Ich bin eher neugierig geworden und befinde mich gerade in einem Abschnitt meines Lebens, wo ich mich besser verstehen möchte und künftig eine Verhaltenstherapie anfangen möchte, um meinen Alltag leichter zu gestalten. Ich nehme auch Medikamente für meine ADHS und vielleicht kann ich so „auffangen“, was die Medikamente nicht unbedingt beeinflussen können. Und vielleicht irgendwann auch ohne Medikamente leben. :)

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u/_maranta — 2 days ago

Dissozation auch bei "positivem" Stress?

Hey,

Ich vermute bei mit AuDHS, aber bin undiagostiziert und hatte gestern eine interessante Erfahrung, wo ich mich frage, ob das auch anderen so geht.

Ich hatte die letzten Monate eine eher stressige Zeit und hatte meine ersten Erfahrungen mit Dissozationen deswegen.

Gerade fühle ich mich wieder sehr viel besser reguliert, merke aber noch die Nachwirkung von Anfang des Jahres (schneller überstimuliert, stärkere Probleme mit Übergängen etc.).

Jetzt hatte ich gestern eine Situation, wo ich zwischen 2 Vibes mit 2 Personen, die mir beide sehr nahe stehen, die ganze Zeit gewechselt bin und irgendwie hat mich das zwischendurch extrem gestresst.

Ich habe mit meiner besten Freundin gechillt (die zu Besuch war) und wir hatten einfach eine extrem schönen Girlyday zusammen.

Anderseits war der Partner den ich gerade date, auch in unserer WG zuhause und ich hatte natürlich dann auch süße Momente mit ihm zwischen durch.

Nun bin ich also zwischen dem Girlyvibe mit meiner BFF und den Zärtlichkeiten mit meinem Partner die ganze Zeit geswitcht und obwohl beides für mich durchweg schöne Momente waren, war ich echt gestresst und hatte das Gefühl am Rande eine Dissoziation zu sein (also dass ich mich im Spiegel nicht mehr so erkenne oder meine Hände mir fremd vorkommen).

Kennt ihr das auch? Fand ich persönlich strange, weil ich das so nicht kenne (und Dissozation für mich allgemein eher neu ist). Verstehe iwie nicht, warum ich mich in manchen (eigentlich harmlosen) Situationen so fühle.

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u/blackcat13__ — 1 day ago

Empathie und Autismus

Hey, ich habe schon länger den Verdacht dass ich autistisch sein könnte. Immer wenn ich mir Diagnosekriterien und Selbsttests anschaue, stolpere ich aber über Empathie. Fragen wie "es fällt mir schwer Emotionen von anderen wahrzunehmen", "es fällt mir schwer Sarkasmus zu verstehen oder zwischen den Zeilen zu lesen" oder "ich kann mich nicht gut in andere Personen hineinversetzen" treffen einfach gar nicht auf mich zu. Ich bin Sozialarbeiterin, sehr emphatisch und auch wenn ich es absolut nicht genieße, kann ich zu einem gewissen Grad auch Smalltalk führen.

Deswegen stelle ich mir die Frage, ob es trotzdem möglich ist autistisch zu sein, wenn ich in diesen Dingen keine großen Probleme habe. Vielleicht dazu warum ich Autismus vermute: Ich habe nur eine Freundin die ich alle paar Monate sehe und bin glücklich damit, ich fühle mich alleine am wohlsten und bin unter Menschen oft schnell ausgelaugt. Ich bin hypersensibel und sehr schnell überreizt und ziehe mich zurück. Ich brauche Routinen und einen strukturierten Alltag, mag keine Spontanität und werde emotional wenn sich plötzlich etwas ändert das ich geplant hatte. Mein Tag läuft eigentlich immer auf die selbe Weise ab und ich habe kein Interesse daran etwas zu ändern, auch wenn andere mein Leben wahrscheinlich als langweilig und nicht erfüllend bezeichnen würden. Ich habe sehr begrenzte Interessen, diese sind mir aber sehr wichtig und ich betreibe sie sehr beständig. Ich rede mit anderen (z.B. meinen Kollegen) auch nicht offen über meine Interessen oder mangelnde soziale Kontakte da ich weiß dass ich dann als merkwürdig angesehen werden würde. Ich hatte noch nie eine Beziehung und habe Probleme mit Intimität, an sich wünsche ich mir einen Partner aber ich habe Schwierigkeiten damit jemanden zu finden und mich darauf einzulassen. Falls relevant sind bisherige Diagnosen ADHS (unaufmerksamer Typ) und wiederkehrende Depressionen.

Wahrscheinlich habe ich noch Sachen vergessen aber das vielleicht als Abriss. Ich frage mich ob es sich lohnt den Weg einer Diagnose zu gehen wenn ich in Sachen wie Empathie oder Zugang zu Emotionen keine Problem habe. Ich habe zwar auch schon gelesen dass die Sache mit der mangelnden Empathie bei Autismus nicht (immer) stimmt, trotzdem kommen diese Fragen in jedem Test oder jeder Beschreibung die ich sehe vor. Ich wäre dankbar für eure Erfahrungen oder Tipps, vielen Dank!

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u/Entire_Lawfulness315 — 4 days ago

Hallo zusammen,

ich wollte meine Erfahrungen mit einer Autismus-Diagnostik teilen und würde mich über Einschätzungen oder ähnliche Erfahrungen freuen.

Ich habe über einen Zeitraum von ca. 9 Monaten insgesamt 6 Termine in einer großen spezialisierten Einrichtung wahrgenommen (gesetzlich versichert). Ein Großteil der Termine bestand aus Anamnese und Fragebögen. Die Ergebnisse dieser Fragebögen waren laut Rückmeldung deutlich autismus-suggestiv.

Im letzten Schritt wurde ein ADOS-2 durchgeführt (bei einer anderen Psychologin), und auf Basis dieses einen Tests wurde mir dann mitgeteilt, dass keine Autismus-Spektrum-Störung vorliegt. In dem schriftlichen Bericht werden die Fragebögen zwar ausführlich dargestellt, spielen für die abschließende Bewertung aber offenbar keine Rolle mehr.

Was mich besonders irritiert:

  • Die Gewichtung: viele Daten erhoben, aber scheinbar nur ein Test entscheidend
  • Kaum nachvollziehbare Begründung im Arztbrief ("keine Auffälligkeiten")
  • Widersprüche zwischen meiner tatsächlichen Lebenssituation und der Bewertung im Test
  • Zusätzlich stark positive ADHS-Fragebögen, die im Bericht gar nicht eingeordnet werden

Ich habe daraufhin eine Stellungnahme geschrieben und um Klärung gebeten. Mir wurde nur ein Gespräch zur "Erläuterung" angeboten (mit der gleichen Person, die den Test durchgeführt hat), aber keine unabhängige Neubewertung. Weitere schriftliche Antworten wurden abgelehnt.

Ich bin jetzt ziemlich verunsichert:

  • Ist es üblich, dass letztlich fast nur der ADOS-2 ausschlaggebend ist?
  • Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht (viele Termine, wenig nachvollziehbare Auswertung)?
  • Lohnt es sich eurer Erfahrung nach, eine zweite Diagnostik anzustreben?

Ich freue mich über eure Einschätzungen oder Tips wie ich am besten weiter vorgehen kann.

Vielen Dank!

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u/Emergency_Zebra_1698 — 7 days ago

Erfahrungen mit Flare Audio Calmer?

Hallo,

ich brauche für die Arbeit irgendwas, dass es meinem Gehirn erleichtert Geräusche zu filtern und nicht Instant überreizt ist.

Earplugs und Kopfhörer sind leider für meine Arbeit im OP überhaupt nicht geeignet.

Ich wollte mal fragen ob hier jemand Erfahrungen mit den Flare Audio Calmer gemacht hat?

Das ist so ein bisschen mein letzter Strohhalm. Ich liebe meinen Job aber ich bin nach der Arbeit absolut überreizt und muss dann immer den restlichen Tag und alle freien Tage im Bett ohne jegliche reize verbringen. Außerdem habe ich auf der Arbeit auch massive Probleme die Operateure zu verstehen, weil ich die Geräusche einfach nicht filtern kann.

Wenn ich nichts finde was mir das etwas erleichtert muss ich vielleicht doch über einen Jobwechsel nachdenken, was ich eigentlich vermeiden will 😐

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u/jekyllandmisshyde — 18 hours ago

Was hört ihr so für Musik und welchen Stellenwert hat Musik in eurem Leben?

W, 32,AuDHS ( späte Diagnose)

Hey, mich interessiert sehr, was andere Menschen im Spektrum so für Musik hören und wie.

Für mich war Musik schon immer eine Art "Bedienungsanleitung für Gefühle & Beziehungen"

Wenn ich Musik höre, spüre ich das emotional immer sehr stark. Es ist, als könnte ich zumindest mir selbst und dem Interpreten Gefühle zugestehen und zulassen, weil ich das ansonsten ( ohne emotionalen, musikalischen Input) vor mir selbst und besonders vor anderen Menschen überhaupt nicht kann.

In sozialen Interaktionen fühle ich mich oft vor mir selbst fremd - masking I guess - und habe oft keine Ahnung, wie ich auf andere Personen wirke.

Im Nachhinein höre ich dann Musik, die mir hilft meine Rolle in allen zu verstehen und zu finden, aber auch wie ich mich im Bezug auf meinen Beziehungen zu anderen Menschen fühle. In meinem Kopf sind dann z.B Lyrics alles meine eigenen Worte, die ich entweder mir selbst oder anderen Menschen "mitteile".

Oft erlebe ich das wirklich wie ein Kinofilm im Kopf, ich denke das ist das klassische Scripten ( vorher) und ewige analysieren der Situation im Nachhinein.

Es kommt vor, dass ich einen Song oder einen Interpreten wochenlang on repeat höre, weil ich mich verstehe bzw. verstanden fühle. Generell ist es für mich schwer, auf neue Musik einzulassen.

Als ich im AuDHS-Burnout gelandet bin, war ich so stark von mir selbst entfremdet, dass ich keine Musik mehr gehört habe. Es ging einfach nicht. Der "Kinofilm" in meinem Kopf war wie durch ein ewiges graues Nichts ersetzt und ich wusste nichts mehr über mich und meine doch sehr intensive Gefühlswelt..

Habt ihr einen Song/Songs, die euch sehr stark berühren weil ihr euren Struggle darin wiedererkennt oder weil er (für euch) sogar über das Leben im Spektrun ist?

Für mich wäre das:

- Darwinism & The great impersonator von Halsey

Meine Lieblingsinterpreten sind Nine Inch Nails, Radiohead, John Frusciante, to name a view.

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u/Maddiesin — 4 days ago
▲ 23 r/autismus+1 crossposts

Seit ich denken kann bin ich super empfindlich, was Geräusche angeht. Ich nehme alles sehr laut war und wenn es mehrere Geräusche um mich gibt, ist alles für mich gleich laut.
Wenn in einer Vorlesung zwei Reihen hinter mir jemand flüstert, ist er für mich genauso laut wie der Prof der vorne spricht. Gespräche von anderem im Zug nehme ich als laut und nervig wahr, selbst wenn diese in einer normalen Lautstärke reden. Ich bin dadurch einfach dauerhaft überreizt.

Nun ist es dazu gekommen, das ich neue Nachbarn bekommen hab. Das Haus ist hellhörig, heißt wenn diese im Raum nebenan sind höre ich gefühlt alles. Selbst wenn diese in eigentlich normaler Lautstärke reden, ist es für mich laut und nervig. Ich fühle mich in meinem eigenen Zimmer unwohl und möchte am liebsten fliehen. Habe dementsprechend oft Ohropax oder Loops im Ohr und Noise Cancelling Kopfhörer. Die drücken aber auch irgendwann und stören.

Gibt es sonst irgendwelche Möglichkeiten für mich?
Ausziehen ist keine Lösung und habe für nächste Woche auch aus Verzweiflung einen Termin bei einem Akustiker gemacht, in der Hoffnung es gibt noch irgendwas🫠

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u/Salt_Perception_4070 — 13 days ago

Therapeutin schlägt Diagnostik durch KI vor

TLDR: meine Therapeutin schlägt vor, standartisierte Tests, die von einer anderen Praxis durchgeführt werden in VIA Health KI-Software einzugeben und die KI den Bericht schreiben und die abschließende Diagnose stellen lassen.

Ich (35w) bin gerade auf der Suche nach Diagnostik-Möglichkeiten und möchte ein für allemal es schwarz auf weiß haben, ob ich Autismus habe oder nicht (bin mir da nicht immer zu 100 % sicher, aber es gibt deutliche Anzeichen). Ich habe mich mit dem Gedanken abgefunden, dass ich die Diagnostik selbst bezahlen werde, da es einfach unmöglich ist, an gesetzliche Diagnostikplätze ranzukommen, vor allem wenn man im Alltag funktional ist.

Ich bin auch seit ein paar Jahren in der Therapie und jetzt gibt es in meiner Umgebung eine Praxis, bei der zwei Optionen möglich wären:

  1. Komplette Diagnostik als Selbstzahler (700-800 €)
  2. Eine verkürzte Diagnostik für Patienten, die sich bereits in einer Psychotherapie befinden (ca. 200 €).

Bei dem zweiten Punkt ist es so, dass die Praxis zwar alle Tests durchführt, diese mit einem kurzen Statement auswertet und ggf. noch ein kurzes Gespräch anbietet. Sie stellt aber keine Diagnose, sondern übermittelt die Ergebnisse an den behandelten Therapeuten und dieser erstellt dann einen ausführlichen Bericht und stellt die Diagnose.

Nun habe ich die zweite Option meiner Therpeutin dargelegt. Sie sagt, sie selbst kann keinen Bericht erstellen, weil a) es zu lange dauert und sie dafür nicht bezahlt wird und b) sie eigentlich keine Expertise und keine Fortbildungen im Bereich Autismus hat und somit nicht qualifiziert wäre.

Meine Therapeutin nutzt aber die KI-Software VIA Health und anscheinend kann man, wenn man bestimmte standartisierte Tests dort einpflegt, die KI den Bericht schreiben und die Diagnose stellen lassen. Ich bin nicht ganz abgeneigt, aber habe auch Bedenken, ob anhand der Tests die KI das alles so richtig einordnen kann. Ich bin eine erwachsene Frau, bei der Autismus wahrscheinlich stark maskiert ist. Die Praxis, die die komplette Diagnostik durchführen würde, spezialisiert sich auf der Diagnostik erwachsener Frauen und aufs Erkennen von Masking. KI kann auf so etwas auch trainiert sein, muss es aber nicht.

Also stehe ich gerade vor der Wahl: spare ich Geld, kriege evtl. schneller eine Diagnose, vertraue da aber auf die Urteilskraft einer KI? Oder nehme ich viel Geld in die Hand, muss evtl. känger auf die Diagnose warten, aber spreche wirklich mit Experten? Was sind eure Meinungen oder evtl. sogar Erfahrungen?

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u/Happy_pink_eggplant — 7 days ago

Meine neue epische Phoenix-Drachen-Bettwäsche wurde heute frisch überzogen.

Meine neue epische Phoenix-Drachen-Bettwäsche wurde heute frisch überzogen.

u/MarioMax97 — 1 day ago

Lohnt sich eine Autismusdiagnostik ?

Ich (ftm 22) hab seit längerem öfter das Gefühl, dass ich Autismus habe. Ich hab letztes Jahr eine ADHS Diagnostik gemacht und in dem Zusammenhang auch einen Autismusfragebogen ausgefüllt. Im Arztbrief steht „29 (ab 26 positiv) Autismusdiagnostik empfohlen“.

Das, zusammen damit, dass ich mich eh in vielen Situationen den Symptomen entsprechend sehe, reicht für mich eigentlich, das für mich zu wissen und gehe grundsätzlich davon aus, dass ich es habe.

Im Arztbrief steht nun das die Diagnose empfohlen wird aber ich weiß nicht, ob das so sinnvoll ist. Zum einen weil es für mich dann in Hinsicht auf Krankenversicherungen noch schwerer wird und da ich Sorge habe, dass das meine beruflichen Entscheidungen beeinträchtigen könnte. Des Weiteren komme ich relativ gut im Leben klar und es gibt keine Therapie wie bei ADHS mit Medikamenten, also kann ich von der Hinsicht eh nichts „verpassen“.

Ich kann nicht wirklich differenzieren, ob Diagnostik empfohlen einfach nur heißt, dass die Testung nicht negativ erschien und ich deshalb mehr hineinschauen soll, oder ob es wirklich empfohlen ist. Außerdem weiß ich nicht, was eine offizielle Diagnostik an meinem Leben ändern würde, außer es schwerer zu machen.

Irgendwelchen passenden Erfahrungen oder Inputs hierzu?

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u/Creative_Screen7859 — 4 days ago

**Ergänzung: Ja, ich habe einen GdB von 70 und es handelt sich um eine Stelle im öffentlichen Dienst

Möchte nur etwas loswerden 

Ein NT Freund wollte mich mit guter Absicht (daran habe ich keinen Zweifel) bei der Praktikum bzw. Arbeitssuche unterstützen, da ich ja seit Jahren einen Ausweg aus der Behindertenwerkstatt anstrebe, bin aber bisher erfolglos geblieben. Viele Leute deuten mir an: Spar dir das; bleib doch dein ganzes Leben lang in der Werkstatt.

Wir sind zwar gleichaltrig, befinden uns aber in völlig anderen Stationen im Leben: Ich bin erwerbsgemindert und bin in einer Behindertenwerkstatt tätig und er ist promovierter Mathematiker. Zunächst habe ich mein Bewerbungsschreiben selbst verfasst, später korrigierte er das mit seinen Verbesserungsvorschlägen. Als die Rückmeldung kam, stellte ich fest, dass mein Autismus komplett ausradiert wurde!!!!

Sein Gedankengang sei, dass meine Chancen viel schlechter stünden, wenn mein Autismus preisgegeben wird und die Preisgabe keine Pflicht sei. Ich dachte mir: Mag sein, aber selbst dann ist SONNENKLAR, dass etwas nicht stimmt, wenn man mit Mitte 30 einen auffällig lückenhaften Lebenslauf hat und seit Jahren in einer Behindertenwerkstatt tätig ist.

Zudem schlug er vor, über meine Schulzeit und Lieblingsfächer in der Schule - was über 20 Jahren zurückliegt - zu erzählen. Lächerlich 

In meinem ursprünglichen, unkorrigierten Bewerbungsschreiben habe ich u.a. dargestellt, was ich trotz und dank meines Autismus gut kann und erreichen konnte - also, nicht dass ich im ganzen Schreiben nur über meinen Autismus erzähle. Ich sehe meinen Autismus nicht als „Ehrenzeichen“, sondern Teil meines Wesens. Ich weiß ehrlich nicht, ob es einen besseren Weg gibt, aber mir ist schwer ums Herz  

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u/how-dare-you17 — 11 days ago
▲ 9 r/autismus+1 crossposts

Ich habe schon klassische Kopfhörer die ich sehr mag, allerdings ist es mir im Sommer zu warm damit.

Ich bin jetzt auf der Suche nach guten In-Ear-Kopfhörern mit Noise-Cancelling Funktion. Welche könnt ihr empfehlen?

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u/aleieili — 8 days ago

Überreiz-Checkliste für vertraute Person

Ich habe gestern eine Checkliste für meinen Partner und andere Personen, denen ich genug vertraue, geschrieben, wie sie mir helfen können, wenn ich überreizt bin. Sie ist ungefähr in Reihenfolge der Wichtigkeit der Schritte geordnet. Ich dachte, vielleicht hilft das jemandem von euch in gleicher oder abgewandelter Form. Vielleicht hat auch noch jemand ergänzende Tipps, was auch noch helfen könnte.

Überreizt-Checkliste
Ich habe gerade Probleme mit meiner Executive function. Sie ist komplett überdreht zusammen mit meinem Nervensystem. Das bedeutet insbesondere, dass ich gerade Probleme mit auch nur kleinen Entscheidungen des Moments sowie deren Umsetzung habe. Konkreter fällt es mir vermutlich gerade unglaublich schwer, Prioritäten zu setzen, aufzustehen, zu denken und zu handeln. Schlimmer wird es, wenn man mir Fragen dazu stellt, was ich will/ brauche/ machen möchte. Insbesondere andere als Ja/Nein-Fragen verschlimmern meinen Zustand. Allgemein reden und antworten kann für mich schwer sein. Wenn du mir helfen willst, kümmere dich um die Sachen auf dieser Liste:

  1. Reize reduzieren (Licht, Vorhänge, Geräusche)

  2. Gewichtsdecke

  3. „Ist die Kleidung gerade bequem?“

  4. „Liegst du bequem?“

  5. trinken (Wasser)

  6. Safefood (chicken nuggets, Brot, Nudeln mit Pesto, gebratene Maultaschen, Knoblauchreis, ansonsten klare eindimensionale Frage „Ist … ein safefood von dir?“, lass mich dir nicht mit der Gesundschiene kommen, es ist ein Prinzip, dass das in solchen Situationen egal ist.“

  7. Möglichst dauerhaft leichter Körperkontakt (z.B. Hand am Fuß/Unterschenkel/Hand-einfach ruhig halten)

8.„Hast du stärkere Kopfschmerzen?“ - dann Schmerzmittel, gib mir einfach Novamin (lass mich nicht diskutieren, ich lege hiermit im Voraus fest, dass ich bei Überreizung keine Kopfschmerzen haben darf, zeig mir das im Zweifel.); bei leichten Schmerzen, leg mir ne Tablette hin

  1. wenn Überreizung sehr extrem/ es nicht wirklich besser wird, steck mich ins Bett.

Spielraum, was mal funktioniert:
mich am besten irgendwie beschäftigen, Beispiele:
- Leichte, ruhige, interessante oder bekannte Serie
- YouTube Video, am ehesten Dokus, nicht klassische YouTuber-Videos
- Musik (Enya)
- Unterhaltung über einfache Dinge, wo Arbeit gemacht ist oder bei dir liegt
-„Erzähl mir eine der Sachen, die dich gerade mental beschäftigt“
- Hörbuch
- Bei leichterer Überreizung insbesondere wenn es dunkel ist evtl raus gehen

Bitte sei nicht zu frustriert, wenn ich sage, dass das gerade nicht gut geht. Es hilft mir schon enorm, wenn du Sachen probierst. Und wenn es nur fürs Probieren ist.

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u/Present_Town3985 — 5 days ago

Routinen

Ein mögliches Merkmal für Autismus ist das strikte Einhalten von Routinen.
Habt ihr eure eigenen Routinen bemerkt und seid so auf den Gedanken Autismus gekommen? Haben euch Mitmenschen auf Routinen aufmerksam gemacht? Seid ihr erst während der Diagnose auf Routinen aufmerksam geworden?
Danke

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u/HawkSignificant7581 — 6 days ago
▲ 19 r/autismus+1 crossposts

ZBFS - GdB von 30 bekommen

Hallo zusammen,

nach meiner Diagnose (ADHS, Autismus, Depressionen) Anfang dieses Jahres, habe ich gestern den Bescheid des ZBFS mit einem unbefristeten GdB von 30 bekommen.

Ich habe bei der Behörde den Befundbericht und jeweils eine Schilderung meiner Einschränkungen von mir und meinem Partner eingereicht. Bei meinen Ärzten haben die gar nicht weiter nachgefragt.

Ich finde die 30 erstmal fair und habe nun noch die Gleichstellung beantragt, weil es bei mir noch ein paar Arbeitsthemen gibt.

Mal so als positive Nachricht und Mutmacher zum Thema GdB. Die Antragstellung lohnt sich schon, und wenn es nur für den Freibetrag bei der Steuer ist 😊. Außerdem habe ich den Antrag gestellt, bevor ich den Befund hatte. Dadurch gilt der Bescheid bereits ab Januar.

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u/oki139 — 3 days ago

Cat-Q Maskingtest mit fehlerhafter Skalierung

Eine Therapeutin hat mir für die Autismus-Diagnostik den CAT-Q Masking Test zum Ausfüllen zugesandt und bei Item 24 stimmt doch die Bepunktung nicht, oder? Wenigste Zustimmung sollte maximale Punkte geben, da das am stärksten für Masking spricht. Bin ich sowieso schon autistisch, wenn mich das so beschäftigt, dass ich andere CAT-Q in anderen Sprachen angeschaut habe, um sicherzugehen?
Unten im Bild dasselbe Item in einem anderen deutschen CAT-Q Test

u/HellhammerDE — 5 days ago