Hallo zusammen,
ich wollte meine Erfahrungen mit einer Autismus-Diagnostik teilen und würde mich über Einschätzungen oder ähnliche Erfahrungen freuen.
Ich habe über einen Zeitraum von ca. 9 Monaten insgesamt 6 Termine in einer großen spezialisierten Einrichtung wahrgenommen (gesetzlich versichert). Ein Großteil der Termine bestand aus Anamnese und Fragebögen. Die Ergebnisse dieser Fragebögen waren laut Rückmeldung deutlich autismus-suggestiv.
Im letzten Schritt wurde ein ADOS-2 durchgeführt (bei einer anderen Psychologin), und auf Basis dieses einen Tests wurde mir dann mitgeteilt, dass keine Autismus-Spektrum-Störung vorliegt. In dem schriftlichen Bericht werden die Fragebögen zwar ausführlich dargestellt, spielen für die abschließende Bewertung aber offenbar keine Rolle mehr.
Was mich besonders irritiert:
- Die Gewichtung: viele Daten erhoben, aber scheinbar nur ein Test entscheidend
- Kaum nachvollziehbare Begründung im Arztbrief ("keine Auffälligkeiten")
- Widersprüche zwischen meiner tatsächlichen Lebenssituation und der Bewertung im Test
- Zusätzlich stark positive ADHS-Fragebögen, die im Bericht gar nicht eingeordnet werden
Ich habe daraufhin eine Stellungnahme geschrieben und um Klärung gebeten. Mir wurde nur ein Gespräch zur "Erläuterung" angeboten (mit der gleichen Person, die den Test durchgeführt hat), aber keine unabhängige Neubewertung. Weitere schriftliche Antworten wurden abgelehnt.
Ich bin jetzt ziemlich verunsichert:
- Ist es üblich, dass letztlich fast nur der ADOS-2 ausschlaggebend ist?
- Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht (viele Termine, wenig nachvollziehbare Auswertung)?
- Lohnt es sich eurer Erfahrung nach, eine zweite Diagnostik anzustreben?
Ich freue mich über eure Einschätzungen oder Tips wie ich am besten weiter vorgehen kann.
Vielen Dank!