Was hört ihr so für Musik und welchen Stellenwert hat Musik in eurem Leben?
W, 32,AuDHS ( späte Diagnose)
Hey, mich interessiert sehr, was andere Menschen im Spektrum so für Musik hören und wie.
Für mich war Musik schon immer eine Art "Bedienungsanleitung für Gefühle & Beziehungen"
Wenn ich Musik höre, spüre ich das emotional immer sehr stark. Es ist, als könnte ich zumindest mir selbst und dem Interpreten Gefühle zugestehen und zulassen, weil ich das ansonsten ( ohne emotionalen, musikalischen Input) vor mir selbst und besonders vor anderen Menschen überhaupt nicht kann.
In sozialen Interaktionen fühle ich mich oft vor mir selbst fremd - masking I guess - und habe oft keine Ahnung, wie ich auf andere Personen wirke.
Im Nachhinein höre ich dann Musik, die mir hilft meine Rolle in allen zu verstehen und zu finden, aber auch wie ich mich im Bezug auf meinen Beziehungen zu anderen Menschen fühle. In meinem Kopf sind dann z.B Lyrics alles meine eigenen Worte, die ich entweder mir selbst oder anderen Menschen "mitteile".
Oft erlebe ich das wirklich wie ein Kinofilm im Kopf, ich denke das ist das klassische Scripten ( vorher) und ewige analysieren der Situation im Nachhinein.
Es kommt vor, dass ich einen Song oder einen Interpreten wochenlang on repeat höre, weil ich mich verstehe bzw. verstanden fühle. Generell ist es für mich schwer, auf neue Musik einzulassen.
Als ich im AuDHS-Burnout gelandet bin, war ich so stark von mir selbst entfremdet, dass ich keine Musik mehr gehört habe. Es ging einfach nicht. Der "Kinofilm" in meinem Kopf war wie durch ein ewiges graues Nichts ersetzt und ich wusste nichts mehr über mich und meine doch sehr intensive Gefühlswelt..
Habt ihr einen Song/Songs, die euch sehr stark berühren weil ihr euren Struggle darin wiedererkennt oder weil er (für euch) sogar über das Leben im Spektrun ist?
Für mich wäre das:
- Darwinism & The great impersonator von Halsey
Meine Lieblingsinterpreten sind Nine Inch Nails, Radiohead, John Frusciante, to name a view.