





Ich habe vor zwei Monaten die Diagnose ADHS von einer Psychiaterin bekommen. Insgesamt war ich bisher viermal bei ihr, und schon beim ersten Termin hat sie mir Medikamente verschrieben: erst Medikinet, dann Elvanse und inzwischen Elvanse + Atomoxetin.
Aktuell nehme ich täglich 60 mg Elvanse + 26mg Atomoxetin, aber ich habe das Gefühl, dass es kaum noch wirkt. Am Anfang war eine Wirkung da (bzw. kp, ob man das „Wirkung“ nennen kann), aber jz nicht mehr.
Fühle mich wieder in einem Kreislauf gefangen und komme nicht ins starten, obwohl ich so viele Dinge machen will. Man kann eher sagen, dass ich eine Blockade habe, weil ich erst andere Dinge erledigen muss, auf die ich keinen Bock habe, bevor ich Dinge machen kann, auf die ich Bock habe. Und dadurch mache ich einfach gar nichts und das belastet mich sehr.
Zusätzlich habe ich noch andere Probleme, allerdings nicht im Bereich Depression oder Angststörung. Zum Beispiel habe ich mehrere „Body-Focused Repetitive Behaviors“ (BFRB): Nägelkauen, mit den Zähnen reiben, auf Lippen und Wangen beißen, ständig ins Gesicht fassen oder mit meinen Nägeln an Gegenständen herumdrücken. Besonders das Gesicht-Anfassen und Nägelkauen stören mich extrem, weil meine Haut darunter leidet und meine Nägel komplett kaputt sind.
Am Anfang der Medikation hatte sich meine Reizbarkeit verbessert, und ich war weniger schnell gekränkt. Seit etwa zwei Wochen hat sich das aber wieder deutlich verschlechtert, bzw wieder wie vorher. Kleinigkeiten triggern mich sofort, ich bekomme eine Art Freeze/Shutdown und habe Sprach- bzw. Wortfindungsprobleme. Gerade da hatte ich gehofft, dass die Medikamente helfen würden, aber nicht bei mir (habe bei vielen anderen gelesen, dass sich das bei denen verbessert hat).
Also; ich rede komisch, immer noch zu impulsiv, lasse Funktionswörter weg, sage zu oft „so“ in einem einzigen Satz, usw.
Zudem lenke ich mich zu sehr mit Ästhetik ab wie schon vor den Medis, sprich alles muss schön, harmonisch und symmetrisch sein und da gehen pro Tag mehrere Stunden drauf alles in der Wohnung umzustellen, daran zu denken und Dinge gerade zu rücken 🙃. Ach und vieles mehr, wäre jz zu viel, um alles aufzulisten.
Die einzige dauerhafte „Verbesserung“ seit den Medis: Ich schaue keine Insta Reels mehr und zocke auch nicht mehr (wobei ich davor auch nur noch wenig gezockt habe, früher zu viel aber seitdem halt gar nicht mehr). + kein Mittagsschlaf mehr 🙃
Ich habe mit niedriger Dosis angefangen und dann gesteigert, bin jetzt seit Wochen bei 60 mg Elvanse und seit 2 Wochen zusätzlich Atomoxetin. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass nichts mehr wirklich wirkt. Ich frage mich ganze Zeit, ob Medikinet da nicht doch besser war bei mir. Bei beiden habe ich eig „nichts“ gespürt, bis auf die kleinen Veränderungen, die ich aufgelistet habe. Bei Medikinet hatte ich vielleicht etwas mehr Fokus aber nicht auf die Dinge, die ich eigentlich erledigen sollte, sondern eher auf Ablenkungen (z. B. Themen wie das Universum oder Analysen über mich und andere Menschen). Was sich trotz, dass es nur ne Ablenkung war, gut angefühlt hat. Jz lenke ich mich wie gesagt nur mit Ästhetik ab, was mich im Gegensatz zum „Wissen“ 0,0 weiterbringt.
So viel Geschwafel alteeeer…
Ich wollte Medikinet (retardiert) aber nicht weiternehmen, weil mich das Thema Essen extrem gestört hat. Ich weiß, dass es Alternativen gibt, aber ich war schon bei 50 mg (Maximaldosis bei mir: 60 mg), und die „Wirkung“ hielt wenn dann eh nur 2-3 Stunden und wenn ich schon 50mg nehme, könnte ich später nur 10mg nachlegen, aber was würde das bringen? Bei 10mg war gar nichts da bei mir, als ich das paar Tage ausprobiert habe.
Eigentlich wollte ich gar nicht so weit ausholen… Meine eigentliche Frage ist: Wie geht es jetzt mit meiner Psychiaterin weiter?
Sie hat mir z. B. eine Reha mit Spezialisierung auf ADHS oder eine Selbsthilfegruppe für Frauen mit ADHS vorgeschlagen, aber das habe ich beides abgelehnt, weil ich das für mich nicht passend finde.
Beim letzten Termin hat sie mich gefragt, ob ich nur mit Medikamenten weitermachen möchte oder zusätzlich Therapie brauche. Ich habe ihr gesagt, vilt würde ich auch gerne nen Therapeuten haben, aber ich bin mir nicht sicher. Daraufhin hat sie mich gefragt, wobei ich konkret Hilfe brauche, und ich habe ihr die Dinge geschildert wie hier.
Im Endeffekt meinte sie, sie wüsste nicht so richtig, welche Therapie da passen würde, und dass ich vieles selbst mit eigenen Strategien bewältigen müsse. Sie hat auch gesagt, dass manche Leute durch Sport ihre Sprachprobleme verbessern und ich für mich „diese eine Sache“ finden müsse. Also indirekt klang es eher so, als bräuchte ich laut ihr keine Therapie.
Sie ist gleichzeitig auch Therapeutin aber für Tiefenpsychologie, also eig nichts für Menschen mit ADHS.
Habe jz ka wie es wie gesagt weitergeht… also, ob ich wirklich Therapie brauche oder nicht (eig weiß ich ja alles selbst, aber kriege es trz nicht umgesetzt, aber was würde da Reden bringen?).
Und, ob sie mir weiter Medis verschreiben wird oder ich jemand anderen suchen muss.
Wie läuft das denn normalerweise weiter? Geht man dann nur noch zur Psychiaterin, holt Rezepte ab und geht wieder?
Die ersten 4 Male haben wir miteinander gesprochen für max 1h und jz klingt das so, als würde der nächste Termin der letzte sein zum Miteinander sprechen.
Ich mache mir gerade extrem viele Gedanken und hätte am liebsten sofort Klarheit 🥲. Mein nächster Termin ist erst in einem Monat.
Vor allem im Bezug zu den Medis noch; was soll ich jetzt noch machen, wenn eig alles kaum was wirkt bei mir? Das lässt mich wirklich an allem zweifeln.