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Ich arbeite Vollzeit und versuche nachts etwas Eigenes aufzubauen
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Ich arbeite Vollzeit und versuche nachts etwas Eigenes aufzubauen

Ich arbeite Vollzeit, mache nebenbei meinen Techniker und versuche nachts etwas Eigenes aufzubauen.

Keine perfekte Firma.

Keine Investoren.

Keine Ahnung, ob es funktioniert.

Nur Geschichten, Ideen und die Hoffnung, irgendwann sagen zu können:

„Ich habe wenigstens versucht, etwas Eigenes zu erschaffen.“

Deshalb habe ich angefangen zu schreiben.

u/BlessedFamily777 — 8 hours ago

Meine erste Zigarette zündete ich wie eine Kerze an, indem ich sie in Bauchhöhe an ein brennendes Feuerzeug hielt. Ich kam aus einem Nichtraucherhaushalt und kannte Rauchen nur episodisch … nicht als Prozess.

Die Zigarette wollte nicht brennen.
Ich wunderte mich, warum.
Alle lachten.
Fragten mich, ob das meine erste wäre.
Ob es das erste Mal sei.

Ich sagte mit ruhiger, harter Stimme:
„Nein, das mache ich ständig.“

Das Rad des Feuerzeugs drehte sich wieder verzweifelt. Der Stängel glimmte.

Der erste Zug schmeckte.

Blöd gelaufen….

Aus „Kleiner Systemfehler“

u/Maras_Traum — 9 days ago

Matrix 4

Eine Chance gegeben.

Sprache und Dialoge.
Beschissen.

Neo wehleidig.
Geisteskrank.
Blaue Pille.
Binariät.
Transgender.
Unerforscht.

Morpheus scheisse.
Clown.
Käfer scheisse.
Niobe scheisse.
Schnitt beschissen.

Unwitzig.
Rush Hour 4.

Scheiss Film, entschuldigt die Wiederholung.
Wiederholung.
Wiederholung.

Anfang scheisse.
Wem erklärst du was?
Falsche Kopie.

Nacktfliegende Auserwählte.
Auf kaltem Metall.
Ganz entspannt.

Entscheidung, Entscheidung, Entscheidung.
Meine Entscheidung abzuschalten.
„Man, it seems you need to plug off.“

Sati ist hübsch.
Meine Ex-Freundin auch.
Succubus.
Geisteskranke Auserwählte.
Unehrlich, scheisse, liebend.
Das reicht nicht.

Meine Kartoffeln sind im Ofen.
Gleich Al Dente.
Ein Ei oben drauf, denn ich experimentiere auch gerne.
Weil der Film so scheisse ist.

1/10.

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u/Conscious-Ebb1038 — 3 days ago
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Im darn stupid for looking on breakup reddit if he has posted about me

I dont know. I wrote him an apology like a week ago after all that happened i wanted to give that to us and end it with a clean cut eventhough were already broken up for more than a year. I cant lie it was the hardest time of my life. He also didnt choose the best timing to break up to be fair. We had a place together, i got psychotic from weed and endet up comming out as a trans girl. After some fight i got into rehab and a week in he broke up with me. Send my things back to my moms. And that was it. We texted and he just wanted space . Sadly i was so needy and it got to my head. I called him slurs and made the situation public . How i felt used by him after he took me in for a night. He knew i wanted more than just a body. I needed a soul to talk to and a shoulder to rest on when i get weak. Its been so long now and after that all happened ive had 3 attemps and many plannings to end it. How would i live without him i wondered? Love is all i wanted really. To trust someone. But i know deep inside he was hiding feelings that he didnt tell me about. Why would he when i was extremly jealous anyway and got psychotic out of that. I wish he would just say something soothing to calm me down one last time. Tell me that my way of loving isnt sick and that im not completly crazy or an outcast. But i know that wouldnt be true…. I always wanted to find magic in this world and i found it. It has a price and that price can be very high if the magic is potent, like our love was. Thank you for bringing magic into my world, L. I dont plan to live till old age, ive told u that before. The world hates girls like me. Were not “real” girls and people see us a joke or a “trend”but ill have some years before i drown in your memory, choosing to end it myself one day. Im gonna live untill then. Ill give my best for my art, for the entities i worship, for my love, for our past and my future. I just hope that one day we can laugh at all of the mess we’ve made but i know ure not even gonna read this. This is goodbye L. Your J-

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u/demongodd3s — 4 days ago

Ich habe mich nie entschuldigt. Dafür, dass ich ihm nie „ich liebe dich“ gesagt habe. Dafür, dass ich es einem anderen gesagt habe. Da war ich aber betrunken.

Er hat sich nie für das „nicht ernst gemeint“ entschuldigt. Auch für sonst nichts. Deshalb war ich erleichtert, als es vorbei war. Ich denke nicht an ihn. Ich erinnere mich an die Liebe auf einer Parkbank, als wir kein Hotel fanden. An das Versprechen, ein Lied über meine Augen zu schreiben. An die letzten zwei Ziffern seiner Telefonnummer. An den Weg zu seiner hässlichen Wohnung. An seine Küche mit dem kaputten Gasherd.

Wenn Freunde fragen, was das war: „Es war weder groß noch lang noch tief. Aber es geht nicht weg. Wie das Gefühl, den Herd nicht abgedreht zu haben.“

u/Maras_Traum — 13 days ago
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Suche Bücher zum Testlesen

Ich bin chronisch krank und komme daher nicht wirklich viel aus dem Haus. (Hab also viieeeeeeel Zeit und Gedanken die irgendwo hin müssen)
Ich habe mittlerweile Erfahrung gesammelt sowohl in Film als auch im Theater (hinter den Kulissen beides).
Ich bin gerade noch bei einer Produktion dabei. Ab dem 16. Mai Aber komplett frei, und würde gerne schonmal einfach bisschen rum gucken. Falls jemand Interesse hat schreibt mir gerne! (Nur story Kritik, keine Grammatik)
Ich bin 19, Ich lese am liebsten Fantasy oder Thriller bin aber offen für die meisten Genres!
Wenn ich mich beeile hab ich ein Buch in paar Stunden durch, für Test lesen mit Kritik bräuchte ich denke ich eine Woche (maximal) da ich Sachen auch gerne mal liegen lasse und nochmal rangehe mit neuer Perspektive. Wunderschönen Tag euch noch tschauiii!

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u/Miesha23 — 7 days ago

Ich sehe dich an der Bar des Resorts. Immer wieder ab 21 Uhr. Auch nachts duftet es hier nach Blumen. Das Meer rauscht beruhigend. Leider wirkt das kaum, denn ich habe meinen Eltern eine Zimmerkarte geklaut. Den Ärger bekomme ich erst, wenn wir abreisen und zahlen. Also nächste Woche.

Sie werden diesmal besonders sauer sein, denn sie hatten mich mitgenommen, um auf glückliche Familie zu machen. Bevor ich für ein Semester verschwinde. In ein anderes Land. Jetzt kleben sie tagsüber in diesem hier an mir und fragen ständig, wie es mir geht. Ob ich Zukunftsängste habe. Ja, habe ich: vor dem Augenblick, wenn wir auschecken. Bis dahin genieße ich die Nächte mit ihrer Karte. Leider gibt es nicht viel zu tun. Nebensaison. Es stürmt täglich. Ab 23 Uhr.

Um 22 Uhr sitzen nur wir in den Rattansesseln und ein paar vom Personal, die Ausgang haben. Ich im Sommerkleid. Du im offenen Hemd. Du hast Gänsehaut am Hals. Scheißt auf Regen und die feuchte Nachtluft. Immerhin sind wir in der Karibik. Du lächelst mich an. Ich lächle zurück. Du lädst mich auf ein Getränk ein. Ich wähle Bier. Aber nur eines mehr. Denn morgen besuche ich mit meinen Eltern eine Plantage. Du auch? 

Du scheinst aber jetzt schon alles über die Aloe Vera zu wissen. Auch über Südafrika, wo es viel spannender ist als hier. Und über Roboter, die du baust. Oder einen Teil von ihnen. Natürlich den wichtigsten. Dann fragst du mich, ob ich einen Freund habe. Hatte ich, als ich wegflog. Ich frage dich etwas über den Ring, den du trägst. Schmal und golden - trotzdem auffällig. Plötzlich bist du schweigsam und müde und dann weg.

Am nächsten Tag bist du wieder da. Frischer und hast wohl beim Hände waschen deinen Ring vergessen. Man sieht aber die Streifen. Das hilft keine Seife.Ich frage dich grinsend nach ihm. Du fragst mich grinsend nach meinem Freund. Noch immer nichts gehört. Und Auslandsgespräche sind teuer. Ich bin noch immer mit Mamas Karte unterwegs. Einladen? Ja, noch immer Bier. Ja, Lust auf einen Spaziergang. Ja, seit Tagen das erste Mal nur leichter Regen. Oder Nebel, der sich auf die Haut legt.

Als wir das unruhige Meer beobachten, drehst du dich zu mir. Ich rieche Tabak und deinen Atem. Du willst mich küssen, ich drehe mich aber kurz davor weg: „Schau, da kommt ein Sturm.“

Am nächsten Abend bist du nicht in der Bar. Ich schlendere durch das Resort zum Meer. Du schlenderst plötzlich nach. Sagst hallo. Erzählst irgendwas über den Tag. Über deinen Job. Wieder Roboter. Dort, wo ganz viele Palmen aus dem Gebüsch wachsen, drückst du mich gegen eine. Schiebst mein Kleid hoch. Ich drehe mich weg und du küsst meinen Hals. Erzählst mir, wie schön ich bin. Führst mich in dein Bungalow.

Alles aus Holz mit Blick auf ein paar Palmen und das unruhige Meer. „Hier ist Bier verboten. Nur Wein!“, legst du die Spielregeln fest. Ich zucke mit den Schultern und lasse mich abfüllen. Gleich aus der Flasche. Hat Stil. Wir sitzen auf der Veranda und sehen den Sturm aufziehen, dann am Sofa im Zimmer, dann liege ich am Bett und lache. Die leere Flasche neben mir.

Ich will dich küssen. Du sagst, du auch. Aber anders. Nicht auf den Mund. Ich liege auf deinem Bett und schaue mir die Holzdecke an. Zähle die Spots. Eins, zwei, drei und mache die Augen zu. Draußen wird der Regen stärker. Mein Stöhnen schwimmt durch den Raum.

Später liegst du neben mir. Ich nehme deine Hand. „Eins, zwei, drei … mhhh, lecker“, sage ich, als ich an jedem einzelnen deiner Finger genüsslich lecke. Leicht salzig. Viel dichter als das Meer hinter der dicken Fensterscheibe und der Wand aus Regen.

„Schau nicht so verwundert, ich wollte schon immer mal probieren!“, erkläre ich grinsend, und du magst es offensichtlich auch. Trotzdem: Du bist verstimmt, das merkt man an deinen Augen. So grimmig wie das Wetter. Du willst mich küssen. Doch nun mag ich nicht. Ich will lieber herausfinden, wie du schmeckst. Unsere Augen treffen sich, aber keine Chance. Du bekommst keinen Kuss. Du sollst nur abgelenkt sein, während ich zu deinem Gürtel greife und ihn öffne.

Langsam.

Zelebrierend.

So, dass du jedes Geräusch hörst. Vom Ziehen des Leders durch die Schlaufe bis zum metallischen Klacken der Schnalle. Und wenn ich schon dabei bin, auch das leise Rattern des sich öffnenden Reißverschlusses.

Deine Augen werden dunkler als die Nacht. Eine Sturmböe reißt draußen fast die Palmen weg. Ich schenke dir mein entzückendstes Lächeln. Ich küsse dich. Langsam. Dann schneller.

Vor dem Zungenkuss will ich ganz sicher gehen, ziehe mich zurück und frage mit honigsüßer Stimme, ob du ganz sicher einen Kuss willst. Du knirschst irgendwas Unverständliches, und draußen wird eine kleinere Palme endgültig vom Orkan niedergemäht.

Dein Stöhnen verfängt sich im Geräusch des Regens an der Scheibe. „Gefällt mir, wie du schmeckst!“ Und erst dann gebe ich dir deinen ersten Kuss auf den Mund.

Um 3 Uhr nachts läutet dein Handy. Die Zeitverschiebung lässt deine Frau dich nachts suchen. Du wirst rot und gehst ins Bad. Mir wird kalt und übel. Sicher vom Wein. Vom Mischen. Ich bin weg, bevor du wieder kommst. Am gleichen Abend sehe ich dich wieder in deinem Sessel. Ich schaue deinen Ring an. Du schaust nicht weg. Nun machen wir uns beide Sorgen um die Rechnungen, die wir nicht zahlen können.

u/Maras_Traum — 14 days ago

Ich kann es endlich genießen. Wie ich im Liegestuhl faulenze, dem kindlichen Lachen meiner Nachfahren zuhören kann, dem immer leiser werdenden Geplauder von Familie und Freunde nachlausche, bevor ich in einen leichten Schlaf nicke, nur um von Sonnenstrahlen, die mein Gesicht kitzeln, geweckt zu werden. Plötzlich rennt ein Junge auf mich zu, zieht an meinem Hemd.

Papa, sagte er. Papa, kommst du mit uns spielen?

Jetzt nicht, muss noch Mama helfen, aber später.

Ihr helfen leere Gläser zu befüllen, der Krug in meinen Händen, mit einer Flüssigkeit befüllt, die mich einmal nicht an Alkohol erinnert. Kann kaum glauben, dass dieser Ort existieren könnte — ein Ort, den ich zu Hause nennen kann, um der Realität zu entfliehen. Spüre die Erde und das frisch gemähte Gras zwischen meinen Zehen. Die Falten um die Wangen zeigen sich, als in der Runde ein Witz erzählt wird und für dieses Treffen zu einem Prost angestoßen wird. Worüber wir reden, während wir uns mit den leicht süßlichen Getränken kühlen? Über das Wetter, wie schön das Leben jetzt ist und wie wir es zelebrieren sollen, Kritik und Missmut unausgesprochen. Eine Brise bringt die Blätter von hoch und stolz stehenden Birken zum Rauschen, klingt so einladend und warm für meine Ohren, geben Picknicktische unter ihnen Schatten. Am Horizont erkenne ich wie sich die Sonne langsam der Bergkette nähert, den bald beginnenden Abend einleitet. Ich lasse mich aber nicht von einer milden Nacht abschrecken, ich glaube ich sehne mich fast mehr danach.

Noch ein letztes Mal blicke ich zum blauen Himmel, so grell, es sticht in den Augen, nur damit sich ein kleiner Fleck im Makellosen für mich bemerkbar macht. Fast unbedeutend, grau. Aber er wächst. Ein kalter Wind bricht ein und aus dem Nichts verstummt alles, Gelächter wird zum Schweigen, Gezwitscher von Vögeln und das Zirpen von Grillen nicht mehr da, als wäre es Winter. Die Landschaft wird von den fast zu künstlich wirkenden Farben entzogen, als würde das Panorama um mich in einem Bildbearbeitungsprogramm entsättigt, kann nur mit Entsetzen zusehen, wie mein perfekter Tag mit einem immer präsenter werdenden Tröpfeln von Regen endet. Ich kann kaum diese Situation beschreiben, mit diesem Gefühl umgehen, nur langsam realisieren, dass es diesen perfekten Tag hier nicht gibt. Nur wegsehen kann ich, mit schwerem Atem meine Augen öffnen und von diesem Traum wieder ausbrechen.

Wer will ich sein? Der Mann in diesem Bild von der Postkarte. Sie hängt da, so schön voller Erinnerungen von einer Eventualität, die ich nicht einmal in einem Kiosk finden konnte. Nein, nur in einem unscheinbaren Beitrag im Internet.

Ich glaube, dass dieser Ort für mich nicht mehr existiert — ein Ort, den ich zu Hause nennen kann, um der Realität zu entfliehen.

u/Otherwise_Error_3864 — 8 days ago
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Hallo zusammen,

Ich habe die erste Hälfte meiner Dark Romance Story geschrieben. Es geht dabei um eine Escorte, die auf einen Milliardären trifft. Momentan bin ich bei 30.000 Wörtern und würde gerne wissen, wie es wirkt? Spürt ihr die Chemie zwischen beiden? Der Auszug handelt vom ersten Treffen der Beiden.

Die Tür fällt leise ins Schloss hinter mir, beinahe ehrfürchtig, als wüsste sie, dass hier nichts Lautes geduldet wird. Zu leise für einen Raum wie diesen, für die Größe, für den Preis, für die unausgesprochene Erwartung, die in der Luft hängt. Der Teppich ist weich, dämpft jeden Schritt, verschluckt Absätze und Absichten gleichermaßen. Gedimmtes Licht legt sich wie Goldstaub über die Wände, warm und trügerisch, als hätte jemand entschieden, dass Wahrheit hier nicht gebraucht wird, vielleicht sogar stört.

Ich gehe nicht sofort weiter. Das ist kein Zögern, das ist Kalkül. Stillstand kann lauter sein als Bewegung. Wer wartet, zwingt den anderen, sich zu zeigen, zwingt ihn, die Stille zu füllen.

„Selena Gonzalez“, sagt er schließlich.

Nur mein Name. Keine Höflichkeit. Kein Zusatz.

Meine Schultern bleiben locker, mein Kinn ruhig, der Atem gleichmäßig. Ich ziehe die Handschuhe aus, langsam, Finger für Finger, als würde ich mir Zeit nehmen, die mir längst gehört. Latex auf Haut, dann nichts mehr. Ein kleiner Akt der Kontrolle, fast unsichtbar, aber entscheidend. Erst dann hebe ich den Blick.

Henry Corvin sitzt nicht. Natürlich nicht. Er steht am Fenster, ein Glas in der Hand, der Blick über die Stadt gerichtet, über Lichter, Straßen, Menschen, als wären sie Teil eines Besitzes, den man nicht erklären muss. Vielleicht sind sie das auch. Maßgeschneiderter Anzug, dunkles Hemd, keine Krawatte. Alles an ihm wirkt bewusst gewählt, nichts zufällig. Kein Lächeln. Männer mit Geld lächeln selten ehrlich. Sie kaufen Reaktionen, statt sie zu zeigen.

„Sie haben mich gebucht“, sage ich.

Meine Stimme ist ruhig, glatt, professionell. Eine Feststellung, keine Einladung.

Er dreht sich um.

Und da ist es. Dieses Gefühl, das ich kenne und verabscheue. Als würde jemand nicht meinen Körper betrachten, sondern meine Haut lesen, Zeile für Zeile, als stünde dort mehr geschrieben, als ich je preisgegeben habe.

„Ja“, sagt er. „Aber setzen Sie sich nicht.“

Natürlich nicht.

Ich bleibe stehen. Meine Absätze fest im Boden verankert, das Gewicht gleichmäßig verteilt, bereit für jede Richtung. Ich kenne meine Wirkung, weiß, wie ich aussehe, wie ich wirke. Aber ich verlasse mich nicht darauf. Schönheit ist ein Werkzeug. Präsenz ist eine Waffe. Und Waffen legt man nicht aus der Hand.

Sein Blick wandert nicht gierig über mich, bleibt nicht hängen, sucht keine Schwächen. Er nimmt Maß. Kühl. Präzise. Wie ein Prüfer. Oder ein Jäger, der längst entschieden hat, ob sich die Jagd lohnt.

„Sie waren schon einmal hier“, sagt er.

Mein Herz reagiert schneller als mein Verstand. Ein Schlag zu viel, ein winziger Aussetzer im Takt. Ich lasse mir nichts anmerken. Meine Miene bleibt ruhig, mein Körper unbewegt.

„Viele Hotels sehen gleich aus.“

„Nicht so.“ Er tritt näher. Zwei Schritte. Nicht mehr. Genug, um den Raum zu verändern. „Sie saßen unten an der Bar. Schwarzes Kleid. Kein Schmuck. Sie haben den Barkeeper korrigiert, als er Ihnen erklären wollte, welchen Whiskey Sie trinken sollten.“

Ein Moment vergeht. Dann lächle ich. Endlich. Schmal, kontrolliert, nicht freundlich.

„Ich mag es nicht, wenn Männer mir Dinge erklären, die ich bereits weiß.“

„Ich weiß.“

Und genau das ist der Moment, in dem etwas kippt.

Er hat mich beobachtet. Nicht heute. Nicht zufällig. Mein Körper reagiert sofort, mit einer Hitze, die nichts mit Lust zu tun hat. Das ist Wachsamkeit. Alarm. Gefahr, die leise spricht.

„Was genau prüfen Sie hier?“ frage ich.

„Ob Sie Grenzen haben.“

Ein leises Lachen löst sich aus meiner Kehle, ohne Humor. „Ich bin Escort. Grenzen sind mein Geschäftsmodell.“

„Nein“, sagt er ruhig, beinahe sanft. „Grenzen sind das, was Menschen behaupten zu haben. Mich interessiert, welche bleiben, wenn niemand zusieht.“

Ich sollte gehen. Jetzt. Jeder Instinkt, jeder professionelle Reflex schreit danach. Aber da ist etwas anderes, etwas Schärferes. Neugier, dünn und schneidend wie Glas.

„Und?“ frage ich. „Was haben Sie bisher gesehen?“

Er mustert mich lange. Zu lange. Seine Stille ist absichtlich. Dann stellt er das Glas ab, das leise Klirren fast beleidigend in der Ruhe des Raums.

„Sie stehen noch immer.“

Ein Test. Wieder einer.

Ich gehe langsam zu dem Sessel. Setze mich nicht ganz zurück, bleibe aufrecht, bereit. Beine überschlagen, Hände locker auf den Oberschenkeln. Ich gebe ihm kein Bild von Hingabe, keine Einladung zur Deutung. Nur die Möglichkeit einer Entscheidung.

„Sie spielen gerne Machtspiele“, sage ich.

„Ich spiele gar nicht.“ Seine Stimme ist ruhig. Zu ruhig. „Ich beobachte, wie andere spielen.“

Er kommt näher. Der Abstand schrumpft, ohne dass er mich berührt. Jetzt stehe ich wieder auf. Nicht hastig, nicht defensiv. Unsere Körper sind plötzlich zu nah, die Luft zwischen uns gespannt. Ich rieche sein Parfum. Dunkel, rauchig, kontrolliert. Kein Zufall.

„Regel Nummer eins“, sage ich leise. „Keine körperliche Nähe ohne Einladung.“

Sein Blick senkt sich auf meine Lippen. Nicht begehrend. Prüfend. Als würde er abwägen, was es kosten würde.

„Und wenn ich nicht einlade?“ fragt er.

Mein Atem bleibt ruhig. Mein Blick weicht nicht.

„Dann endet dieser Abend.“

Die Stille danach ist schwer. Elektrisch. Sie legt sich auf meine Haut, kriecht unter sie.

Dann tritt er einen Schritt zurück.

Ein Punkt für mich.

„Gut“, sagt er. „Dann fangen wir an.“

„Womit?“

„Mit Ehrlichkeit.“ Ein schiefes Lächeln zieht über sein Gesicht. Das erste echte. „Ich wollte sehen, ob Sie merken, dass ich Sie schon kenne.“

Ich schlucke. Kaum sichtbar. Aber nicht unschuldig.

„Und?“ frage ich.

„Sie merken alles“, sagt er. „Das ist … selten.“

Etwas zieht sich in meiner Brust zusammen, unangenehm, fremd. Das hier ist kein normaler Auftrag. Das weiß ich jetzt. Ich habe mich nie verliebt. Nicht einmal in die Nähe davon verirrt. Aber Gefühle brauchen keine Romantik. Manchmal brauchen sie nur einen Spiegel.

„Ich bin hier wegen des Auftrags“, sage ich. Mehr zu mir als zu ihm.

Er nickt langsam. „Und ich wegen Ihnen.“

Das sollte mir schmeicheln. Tut es nicht. Es beunruhigt mich.

Ich greife nach meiner Tasche. Langsam. Deutlich. Ein stilles Zeichen, dass ich jederzeit gehen kann.

„Dann sollten wir klären“, sage ich, „was hier professionell bleibt. Und was nicht.“

Sein Blick verfinstert sich um einen kaum wahrnehmbaren Hauch.

„Das“, sagt er ruhig, „werden wir herausfinden.“

Und in diesem Moment weiß ich: Die Grenze ist nicht überschritten.

Sie hat gerade erst angefangen, zu verschwimmen.

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u/Siraya1234 — 14 days ago

Vergangenen Sonntag ist es passiert. Ein Leben lang musste ich darauf warten. Nun nicht mehr. Und genau hier halte ich es literarisch und für alle Ewigkeiten fest: Ich wurde als Asozialer bezeichnet. In der Öffentlichkeit, und ohne dafür Geld bezahlen zu müssen, nur um es mir von jemandem sagen zu lassen, der es eigentlich gar nicht so meint. Ich zittere noch immer ein klein wenig, während ich das Geschehene hier niedertippe.

Das Einzige, was ich dafür tun musste, war, in Rufweite von Kindern eine Zigarette zu rauchen. Hätte ich doch nur gewusst, dass es so einfach ist…

Das Label wurde mir übrigens von einer Person zugeteilt, die Dörte-Anna heisst. Ihren Personalausweis habe ich zwar nicht gesehen, kann mir aber gut vorstellen, dass genau dieser Name drinsteht.

Ich tat nach dem zärtlichen verbalen Austausch, was Asoziale nun mal so tun, und rauchte meine Zigarette in Ruhe fertig. Passivraucher haben, gerade in unserer Zeit, ein eklatantes Nachwuchsproblem. Da muss man schon in jungen Jahren ansetzen, weshalb ich das langsame Zuende-Rauchen nicht nur als persönlichen Genuss, sondern als historische Verantwortung den anwesenden Kindern gegenüber empfunden habe.

Dörte-Annas Heldenmut will ich aber auch nicht kleinreden. Wie lange hatte sie sich wohl ein solches Szenario herbeigesehnt, in langen Nächten, auf dem Rücken liegend und in die Decke des dunklen Schlafzimmers über sich starrend…? Ich weiss es nicht. Aber so wird ihr der Tag als jener in Erinnerung bleiben, an dem sie zur Kämpferin für das Wohl der Kinder wurde, und ich zum offiziell anerkannten Asozialen.

Wir hatten also beide etwas davon!

Ich bin ohnehin ein Konsensmensch. Das bedeutet, dass ich eigentlich immer darum bemüht bin, dass am Schluss alle aus einer Sache das Positive ziehen können und etwas gewinnen. Vor allem ich.

Im Alltag neige ich eher weniger zum Gewinnen. Beweis: Ich habe noch nie etwas in einer Lotterie abgestaubt. Wäre das nämlich der Fall, dann sässe ich jetzt nicht auf einem äusserst unbequemen Bürostuhl, sondern würde über meine Ländereien irgendwo in Bosnien wachen, während Tabakpflanzen in der kräftigen Sonne der Herzegowina wachsen und gedeihen.

Tabak, der dann in Westeuropa zu Zigaretten für irgendeinen Asozialen verarbeitet wird.

Meine Heimat Bosnien hat derzeit gerade einen viralen Moment in den Sozialen Medien. Ich glaube, das hat irgendwann nach dem (unerwartet) gewonnenen Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel gegen Italien begonnen.

Plötzlich wollen alle nach Bosnien. Und endlich ist es mal cool, sagen zu können, dass man an einem Ort geboren wurde, den die Menschen tatsächlich auf der Karte - so ungefähr - finden könnten.

Wir, die Menschen aus Bosnien und Herzegowina sowie dem breiteren Balkan, gelten gemeinhin als die Mexikaner Europas. Wohingegen die Mexikaner Amerikas als… Mexikaner gelten? Moment, ich habe mich jetzt ein wenig verzettelt.

Verzettelt! Das und “Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel” sind übrigens meine gekrönten Lieblingswörter dieses Textes.

Menschen, die Deutsch als Muttersprache sprechen, nehmen das vielleicht nicht so deutlich wahr, aber: Deutsch ist eine der schönsten und poetischsten Sprachen, die es gibt.

Ich habe sie zwar erst gelernt, als ich etwa sechs Jahre alt war, aber seither nutze ich sie jeden Tag. Vielleicht auch, weil ich im deutschsprachigen Raum Europas lebe. Ja, doch, ergibt Sinn!

Man kann mit ihr spielen, elegant tanzen oder wuchtig vorpreschen, sie hat einen herb-melodischen Klang in der Aussprache… Deutsch ist, und das zurecht, die Sprache der Dichter und Denker.

Ausserdem wurde ich noch nie so klangvoll und elegant als Asozialer bezeichnet wie in der Sprache Goethes und Schillers.

Und damit beende ich meine Liebeserklärung an das Deutsch, das ich mittlerweile als meine zweite Muttersprache bezeichnen würde… und diesen Text beende ich auch.

Und zwar gleich. Moment…

Jetzt.

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u/LoveDaMayo — 10 days ago
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Kennst du das Gefühl, wenn du weißt, dass du jetzt schreiben müsstest und trotzdem sitzt du da, starrst auf den Bildschirm und… nichts?

Die Schreibblockade trifft immer dann am härtesten, wenn sie sich den schlechtesten Zeitpunkt aussucht. Kurz vor der Abgabe. Mitten in der Nacht. Wenn der Kaffee kalt ist und die Ideen einfach nicht kommen.

Dabei wissen wir genau, was wir sagen wollen.

Es ist alles da – irgendwo. Aber zwischen dem Kopf und dem Papier liegt plötzlich eine unsichtbare Mauer.

Was hilft?

Manchmal ein Spaziergang. Manchmal einfach drauflosschreiben – egal wie schlecht. Manchmal auch nur akzeptieren. Denn der erste Entwurf darf schrecklich sein.

Am Ende des Tages gilt nur eins: Ein schlechter Text, der existiert, ist besser als ein perfekter, der noch im Kopf steckt.

Wie siehst du das und wie bekämpfst du die Schreibblockade?

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u/FlorianPfaender — 9 days ago