Wie stark recherchiert ihr bei oder vor dem Schreiben, speziell bei fiktionalen Texten, die in der Realität verankert sind?
Ich bin in den letzten zwei Wochen mehrfach über das Thema Recherche gestolpert, sowohl im realen Leben, als auch bei Reddit. Ich hielt mich online ziemlich zurück bzw. äußerte mich gar nicht, aber ich hatte dort wie auch in Gesprächen mit anderen Autoren das Gefühl, dass das Thema Recherche eher stiefmütterlich behandelt wird.
Für mich ist es nicht nur ein absoluter Eckpfeiler, der die Geschichte real werden lässt, sondern macht mir auch großen Spaß. Ich war begeistert, als ich einen Münchner U-Bahnplan von 1980 finden konnte und somit meine Personen realistisch U-Bahn fahren lassen konnte. Für mein aktuelles Projekt recherchierte ich mit wachsender Begeisterung über die alternative Modeszene im London der späten 80er Jahre, nur um dann einen minimalen Bruchteil davon zu verwenden. Aber das Wissen drum herum hilft mir im Kopf meine Geschichte (halbwegs) glaubhaft in der Zeit und den Orten spielen zu lassen.
Wie ist das bei euch? Eher leidige Pflicht, toller Bestandteil des Schreibens oder weitestgehend ignoriert, ist ja schließlich alles Fiktion?