Reddit Psychose
Hallo,
ich will hier auf etwas aufmerksam machen, was mir auf reddit aufgefallen ist.
Einerseits wird hier immer wieder von "den Boomern" gesprochen, die so reich seien und ihre Immobilien so extrem hochbewertet sind, und sie diese früher für den Preis eines Apfels gekauft hätten.
Andererseits wird hier über das Erben abgelästert. Selbst absolute Top Verdiener mit 150.000€ Gehalt sagen, dass sie nie so reich werden wie ihr Mindestlohn Kollege, der was geerbt hat. Das jammern ist unerträglich. Leute mit Netto > 5.000€ heulen hier rum, weil Spargel wieder teurer geworden ist.
Beides stimmt für sich betrachtet. Ersteres ist kann statistisch eingesehen werden. Die Boomer haben sehr viel Vermögen als jüngere Generationen. Und natürlich ist ein hohes Erbe für den Vermögensaufbau ausschlaggebender als hohes Gehalt ohne Erbe.
Aber, wenn man beides zusammenführt, entsteht ein Widerspruch.
Wie kann es sein, dass die Boomer so reich sind (nicht einzelne Boomer, sondern es wird immer von den Boomern als Generation geschrieben), andererseits erbt hier niemand was. Das geht nicht auf. Die Boomer sind schließlich keine fremde Spezies, sondern sind die Eltern unsere Eltern.
Und natürlich zeigt die Statistik auch, wie die Wahrheit aussieht. Reich sind die Boomer nur durch ihr Eigenheim, nicht durch Aktieninvest geworden. Und nur ca. 50% haben überhaupt Wohneigentum. Dann gilt natürlich, dass die Immobilie in einer teuren Gegend sein muss und nicht in der Pampa.
Und so ist erkennbar, dass es sich bei dem Thema um die typische Kreiswichs reddit Psychose handelt, wo gegen einen Strohmann gekämpft wird. Das ist umso mehr erkennbar, dass niemand seine Eltern kritisiert, dass sie damals bei 8% Zinsen kein EFH gekauft haben. Nein. Man kritisiert auf reddit immer nur die Boomer, die in ihrem viel zu großen EFH in München wohnen, ohne zu wissen, dass diese dafür hohe Risiken eingegangen sind und 30 Jahre nur Urlaub in Deutschland gemacht haben.
Für mich viel relevanter ist dann auch noch, dass bei der Betrachtung der Lebenserwartung erst was erbt, wenn man selbst 60 Jahre alt ist. Das ist viel zu spät.
Und so sind es wieder anekdotische Einzelfälle wo Menschen mit 20 Jahren ein EFH/MFH in einer A+ Stadt geerbt haben. Immer ein Freund, eines Freundes, der jemanden kennt. Die Statistik zeigt, dass es aber Ausnahmen sind.
Vielleicht werden wir selbst mal reich, weil wir mit 20 in ETFs investieren. Was dann aber niemand sieht, sind die Risiken/die Anti-Haltung anderer Menschen. Die Rendite bei uns, ist die Ernte für unseren Mut, genauso wie es bei den Boomern der Kauf einer Immobilie war, als es keiner wollte.