u/Sepumtapus

▲ 5 r/ADHS

Was sind eure Hyperfokusse?

Ich find es immer ultra interessant, was wir ADHSler uns immer so aneignen. Meine letzten paar Hyperfokusse waren Stricken (der Klassiker 😅), Miniatur-Möbel bauen und aktuell ist es Schmuck aus Draht zu basteln.

Ich habe ein Arsenal an recht hochwertigen Materialien, hab schon gar keinen Platz mehr dafür und von der Miniatur-Wohnung meiner Oma, habe ich bis jetzt nur den DDR Fliesentisch und einen Stuhl gemacht.

Ich habe aktuell aber auf alles gleichzeitig Bock und prokrastiniere alles..

Meine Wohnung sieht aktuell aus, wie ein Schlachtfeld, aber am Wochenende hab ich mir gedacht: "Der Garten sieht scheiße aus, ich grabe den jetzt um!" Ich habe mir im Baumarkt eine neue Hacke gekauft, weil bei meiner alten der Griff abgebrochen ist.

Ich habe nun Blasen an den Fingern, Muskelkater ÜBERALL und meine Wohnung sieht immer noch aus wie ein Schlachtfeld. (Mir fällt gerade ein, ich habe vergessen die Spülmaschine anzumachen 😫)

Der Garten ist um die 300m² groß und ich hab schon bei stabilen 10m² die Grasnarbe abgetragen... mal gucken, wie weit ich das durchziehen werde 😅

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u/Sepumtapus — 1 day ago

Ängstliche Hündin freilaufen lassen?

Hallo ihr Lieben ❤️

Meine Hunde haben ziemliche Probleme mit Fremden. Bitte seid lieb zu mir, ich habe sicherlich Fehler gemacht, jedoch immer mein bestes gegeben.

Ich habe 2 Berner Sennenhündinnen. Beide 3 Jahre alt.

Ihre Namen sind Koko und Kira. Der Vollständigkeit halber, muss ich ihre Vorgeschichte erzählen und kurz etwas zum Charakter der beiden erklären, damit ihr sie auseinanderhalten könnt:

Kira ist schon immer aufgeschlossener, selbstbewusster und als Welpe frecher gewesen. Sie lernt Kommandos schneller als Koko und ist bei weitem nicht so Berner Sennenhund-stur wie es öfter mal der Fall ist 😅

Koko dagegen ist eine sehr sensible Hündin. Sie ist schnell ängstlich, ist fremden Menschen, vor allem Männern sehr skeptisch gegenüber (zum Grund komme ich gleich) und ist in der Vergangenheit bei stressigen Situationen nicht immer zuverlässig ansprechbar gewesen. Sie braucht mehr Zeit zum lernen und ist SEHR anhänglich an mich.

Beide sind fremden Menschen gegenüber skeptisch. Kira näher sich an Frauen jedoch relativ schnell an und lässt sich nach einiger Zeit auch streicheln und kriegt dann nicht mehr genug 😅

Koko bleibt eher auf Abstand, wenn sie jemanden nicht kennt. Bei Kindern sind die beiden lieb und lassen sich problemlos streicheln und füttern.

Nun zur Vorgeschichte:

Als Welpen haben die beiden eine doofe Erfahrung mit meinem Schwiegervater gemacht. (Mein Mann, unsere Tochter und ich wohnen im gleichen Haus, wie meine Schwiegereltern)

Mein Schwiegervater ist immer ein Drittel des Jahres im Ausland, so dass er eines Tages nach Hause kam und sich, wie jeder andere aus unserem Umkreis auch, die Welpen anschauen wollte. Bei absolut jeder Person sind Kira und Koko am Welpengitter hochgesprungen, oder sind sofort hingegangen um zu schnuppern, wenn sie nicht im Welpengehege waren. Bei allen, außer meinem Schwiegervater. Er kam rein und sofort sind beide Welpen abgehauen und haben sich hinter mir in eine Ecke des Raumes gedrückt. Kira hat meinen Schwiegervater nicht aus den Augen gelassen, während Koko direkt in der Ecke lag und gezittert hat. Zu dem Zeitpunkt hatte mein Schwiegervater noch nichts gemacht, außer uns Hallo zu sagen. Ich war von der Reaktion der Welpen sehr überrascht. Ich sagte ihm, er soll sich erst mal auf Abstand auf den Boden setzen und ihnen ein paar Leckerchen hinwerfen. Die Leckerchen wollte er aber nicht anfassen. Er war sehr ungeduldig und hat sich lustig darüber gemacht, dass die Hunde so schlecht sozialisiert seien, dabei war sowas vorher noch nie vorgekommen.

Ich war mit den Hunden im Kindergarten meiner Tochter, wo 12 Kinder gleichzeitig um sie herumgewuselt sind, habe Freunde und Familie eingeladen, war in der Hundeschule, an öffentlichen Plätzen usw. Nirgendwo gab es Probleme.

Ich sagte ihm, er solle einfach ein bisschen warten und sie dann vorsichtig mit hoher Stimme ansprechen. Er hat mich überhaupt nicht ernstgenommen und die beiden dann "aus Spaß" absichtlich angeknurrt. Kira ist darauf völlig eingefroren und Koko hat an Ort und Stelle gepinkelt vor Angst. Ihm war das dann zu affig, ist aufgestanden, gegangen und hat dabei die Tür zugeknallt.

Danach habe ich vermutlich einen Fehler gemacht. Ich hatte den Impuls sie trösten zu müssen, aber nach dem was ich hinterher so gelesen habe, hätte ich das vielleicht nicht tun sollen. Ich habe mich zu ihnen gesetzt, ihnen ruhig zugeredet und versucht sie zu streicheln. Auf diese Art habe ich vielleicht ihre Angst "belohnt".

Kira ist nach einiger Zeit wieder aufgetaut, Koko hat sich jedoch in meinem Schoß verkrochen und hat noch eine Ewigkeit gebraucht, um sich wieder "normal" zu verhalten. Als sie wieder von selbst durch die Wohnung lief, habe ich sie mit Spielen versucht abzulenken, was dann irgendwann auch Wirkung gezeigt hat.

Meine beiden Hunde waren danach nie wieder sie selben. Vor Menschen, die sie eigentlich schon vorher kannten sind sie auf einmal weggerannt, haben gezittert und gebellt wie die Irren. Immer wenn jemand im Hausflur langgelaufen ist, vor allem mein Schwiegervater, sind sie aufgesprungen und haben minutenlang gebellt, egal wie sehr ich versucht habe sie abzulenken und zu korrigieren. Bei Spaziergängen haben sie nicht mehr auf meine Stimme, geschweige denn auf ihre Namen, oder Kommandos reagiert, haben ihr Geschäft nicht mehr gemacht, nicht auf Futter reagiert, selbst wenn sie am Tag noch nichts gegessen hatten. Stattdessen haben sie nervös in der Gegend rumgeguckt, sind kreuz und quer gelaufen, haben sich 2x aus Geschirr und Leine befreit, als sie Radfahrern und Spaziergängern begegnet sind, was mir furchtbar Angst gemacht hat, weil wir an einer Straße wohnen und sie Freilauf noch nicht außerhalb des Gartens geübt hatten. An fremden Menschen vorbeilaufen war eine wahre Tortur.

Ich habe mit 3 Hundetrainern geredet, einer Verwandten, die sich gut mit Hunden auskennt und habe auch die Züchterin, sowie die anderen Hundehalter nach Rat gefragt, die die anderen Bernies aus dem selben Wurf adoptiert hatten. Alle haben mir zunächst gesagt, es sei nicht meine Schuld gewesen, weil ich mir furchtbar Vorwürfe gemacht habe. Einer der Trainer hat mir gesagt, sie würden da rauswachsen. Ein anderer meinte ich soll einfach meinen Schwiegervater meiden. Die dritte meinte, ich soll einfach weiter mit fremden Leuten sozialisieren und auf meinen Schwiegervater scheißen.

Die Züchterin war von allen noch die einfühlsamste, weil sie schon öfter mit ängstlichen Bernies zu tun hatte. Sie meinte, ich könnte im Garten "Konfrontationstherapie" mit meinem Schwiegervater machen, wenn er denn dazu bereit wäre, dann auch auf mich zu hören. Ansonsten meinte sie, soll ich die Hunde nicht in Situationen zwingen, die sie nicht wollen und ihnen einen Rückzugsort bieten, damit sie ihre Ruhe haben können. Ich habe alles über längere Zeiträume probiert, aber nichts war so erfolgreich, dass sie zu normalen, sozialisierten Hunden heranwachsen konnten. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben. Ich habe mich auf Parkbanken gesetzt, damit v.a. Koko die Menschen beobachten kann, bin ans Wasser mit ihr gegangen, habe weiter Leinentraining gemacht, geübt an Menschen vorbeizulaufen usw. Erst wenn sie sich bei einem Spaziergang soweit beruhigt hatte, dass der Schwanz wieder oben war und sie "beschwingter" gelaufen ist, habe ich ihr Leckerlies gegeben und bin dann nach einiger Zeit wieder nach Hause gegangen. (Dass sie beim Spaziergang nach einiger Zeit wieder ruhiger wurde, hat Monate gebraucht) Trotzdem ist es immer geblieben, dass sie unterwegs vor Fremden zurückgewichen ist, sich erschrocken hat, gebellt hat und dann Leckerlies und die Leine verweigert hat.

Wie erwähnt, sind die beiden nun 3 Jahre alt. Mittlerweile kann Koko deutlich besser an der Leine laufen. Nur die ersten 10min sind noch etwas stressig für sie, aber in ruhigeren Gegenden, mit wenig Autos und Menschen ist sie entspannter. Sie freut sich auch sehr aufs Rausgehen. Meistens traut sie sich auch ganz kurz zu pinkeln. Ich habe sie ab und zu mal versucht von der Leine zu lassen, wenn wir alleine waren, hatte aber sehr viel Angst, dass sie abhauen könnte. Ich glaube aber, dass es ihr gut tun würde, wenn sie im Wald auch mal ein paar wenige Meter von mir entfernt laufen kann. Ich habe einfach nur unheimlich Angst davor, dass sie ausbüchsen könnte. Ich bin auch schon mit 20m Schleppleine draußen gewesen und hab so das Abrufen geübt. Das klappt meistens, wenn eben gerade keine Ablenkung da ist. Jetzt ist die Frage, kann ich noch irgendwas tun? Habe ich so viele Fehler gemacht? Glaubt ihr, ich kann sie jemals beruhigt ohne Leine laufen lassen?

Jedes Jahr kommt mein Schwiegervater von seinen Reisen zurück und bleibt dann ein paar Monate. In der Zeit drehen die Hunde völlig am Rad. Nicht mehr so heftig wie früher, aber deutlich. Mein Schwiegervater kann unsere Wohnung zwar betreten und sich irgendwo in eine Ecke setzen, wird aber konstant angebellt, wenn er versucht Kontakt aufzunehmen. Die Hunde meiden seinen Umkreis dann auch und beobachten ihn auf Schritt und Tritt. Grundsätzlich habe ich nicht das beste Verhältnis zu meinem Schwiegervater, weshalb ich ihn gar nicht mehr in unsere Wohnung lasse (und ja mein Mann kann das vollkommen verstehen), mit Ausnahme von Familienfesten wie Weihnachten. Ich bin einfach ratlos. Ich würde meinen Hunden gerne mehr Freiheiten gönnen, aber meine Angst spüren sie sicherlich auch, was nicht gerade zum Vertrauen beiträgt.

Weiß jemand von euch, was ich noch tun kann? Oder soll ich die Dinge einfach so aktzeptieren, wie sie sind? Das war der letzte Stand meiner Züchterin. Der Schaden ist angerichtet und eine augenscheinlich so kleine Situation hat in meinen Hunden ein solch krasses "Trauma" hinterlassen.

Als Randinfo: Bei Kira habe ich zwar auch Angst, aber sie konnte ich auch schon mit anderen Hunden freilaufen lassen und sie hat sich einfach etwas Abseits von den Fremden hingelegt und auf mich gewartet, wenn ich gerade mit jemandem gequatscht habe. Bei ihr habe ich weniger Sorge.

Zudem konnten sich beide an Freunde und Verwandte nach sehr langer Zeit (bestimmt 1,5 Jahre) wieder gewöhnen und freuen sich nun, wenn diese kommen.

Teilt mir gerne eure Gedanken dazu mit. Habt eine schöne Woche ❤️

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u/Sepumtapus — 1 day ago