Ich (M32) habe vor fünf Jahren angefangen als Ghostwriter für Studenten zu arbeiten (hatte hierzu auch mal so etwas wie ein AMA gemacht, falls Interesse besteht). Am Anfang war es als kurzfristige Übergangslösung gedacht. Dann war ich so gut, dass ich dabei geblieben bin. Ich hatte eine gute Zeit, viel Flexibilität und ein gutes Auskommen. Jetzt möchte ich mich aber beruflich verändern.
Weil die Frage sicherlich kommt: nein das ist nicht primär wegen KI. Insgesamt sind die Aufträge weniger geworden, aber ich bin inzwischen deutlich besser darin, mich zu verkaufen und habe auch ein Netzwerk. Ich habe also im Moment keinen Druck. Ich bin aber an den Punkt gekommen, an dem ich die Tätigkeit moralisch nicht mehr tragen kann und mir einen seriösen Job suchen möchte, der eine gewisse Stabilität und eine Perspektive bietet.
Wenn ich jetzt mal zusammenfassen müsste was ich die letzten Jahre gemacht habe:
Ich hätte mittlerweile so ca 10 Bachelorabschlüsse. Vor allem in den Bereichen der Geisteswissenschaften, habe mich aber auch immer mal wieder mit Wirtschaft, Psychologie und Naturwissenschaften beschäftigt. Mein arbeitsalltag sieht so aus, dass ich an mehreren Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten sitze.
Ich kann komplexe Themen sehr schnell verstehen und habe eine hohe Auffassungsgabe. Eine Stunde Vorbereitung hat meistens gereicht, um ein Thema besser zu verstehen als der Kunde selbst.
Ich kann mich sehr schnell in neue Bereiche einarbeiten und erkenne, was wichtig ist. Meine Projekte waren immer sehr lückenlos, durchdacht und originell. Inhaltlich hatte ich nie Probleme und habe auch mit den besten Agenturen in dem Bereich zusammengearbeitet.
Ich kann mich sehr gut selbst organisieren und habe in fünf Jahren nicht eine Deadline verpasst.
Ich trete sehr seriös auf, wirke auf Kunden sympathisch und überzeugend. Ich habe es in jedem Telefonat geschafft, den Kunden zu überzeugen, dass ich der richtige für den Auftrag bin.
Ich habe auch herausgefunden wie ich selber Kunden akquirieren und langfristige Beziehungen aufbauen kann.
Die Beschäftigung mit Themen von der Steinzeit bis zum Raumfahrtzeitalter hat mir auch eine wahnsinnige Perspektive auf Zusammenhänge gegeben, die so nur vermutlich die wenigsten haben.
Ich habe auch als Coach gearbeitet und akademische Schreibberatungen angeboten (das hätte ich gerne ausgebaut, aber die meisten wollen einfach leider Ghostwriting).
Unabhängig von meiner Arbeit bin ich sozial, empathisch, kann Menschen gut lesen und abstrakte Konzepte unterhaltsam vermitteln. Ich war jetzt ein Jahr lang unterwegs und habe den Lifestyle als sogenannter digitaler Nomade ausprobiert. Ich kann also auch in unterschiedlichsten Zusammenhängen und mit den verschiedensten Menschen kommunizieren. Englisch beherrsche ich fließend.
Jetzt stellt sich aber für mich die Frage, was als nächstes kommt. Eine universitäre Laufbahn habe ich ausgeschlossen. Was mir liegen würde, wäre glaube ich etwas in die Richtung Politikberatung oder NGO, aber im Prinzip wäre mir wichtig, etwas zu machen, bei dem ich meine analytischen und sozialen Fähigkeiten einsetzen kann. Da ich vorhabe, mich im Ausland nieder zu lassen und am besten in Eigenregie arbeite, wäre eine volle remote Stelle sehr wichtig.
Ich sehe mich gerade nach Stellen um, suche aber noch den richtigen Zugang oder Bereich für mich und wäre wirklich für jeden Ratschlag dankbar.