u/Funny_Combination355

Hallo zusammen,

bei mir läuft in 2 Jahren die Spekulationsfrist bei einem Objekt aus und da überlege ich nun, was ich damit mache.

Zum Ende der Zinsbindung werden noch etwa 380k auf dem Objekt an Restschuld sein, der heutige Marktwert wäre wohl so bei ca. 550k.

Die aktuellen Mieteinnahmen sind bei 2,1k kalt nach Abzug des kompletten Hausgeldes, sodass man damit bei 6% Annuität nur einen Kredit von ca. 426k finanzieren könnte, wenn der CF neutral bleiben soll.

Jetzt stelle ich mir die Frage, ob ich a) einfach eine Anschlussfinanzierung abschließe und weiter tilge mit leicht positiven CF oder b) die Wohnung zum ungefähren Marktpreis an meine Frau verkaufe.

Bei Option b) haben wir halt einen negativen CF von ca. 650€ pro Monat (4,2% Zins, 1,8 Tilgung beim Kaufpreis von 550k€ angenommen), dafür können wir die Zinsen von den Steuern absetzen und haben 170k EK frei gemacht.

Theoretisch könnte ich den negativen CF über die nächsten 10 Jahre von den 170k EK bezahlen und es bleibt noch immer etwa die Hälfte vom EK übrig - ohne nun die ganze Steuerperspektive zu berücksichtigen.

Daher wirkt es interessant, aber für die Haushaltsrechnung sieht es für weitere Finanzierungen negativer aus, als den positiven CF von Option a) mitzunehmen - oder liege ich da falsch?

Dazu ist zu sagen, dass es eigentlich keinen riesigen Unterschied machen würde, ob wir diese 650€ mehr oder weniger im Monat hätten.

Habe ich bei den Konstrukt irgendwo einen generellen Denkfehler oder gibt es andere (gute) Optionen, die ich übersehe?

Einen Verkauf an Dritte schließe ich aus verschiedenen Gründen aus.

Würde mich über Erfahrungen freuen.

reddit.com
u/Funny_Combination355 — 6 days ago

Hallo zusammen,

kurz zur Einordnung unsere Situation und warum ich die o.g. Fragen stelle:

Ich bin 37 und als BWLer bei einem Pharmaunternehmen im Rhein Main Gebiet angestellt.

Seit 14 Jahren bin ich in diesem Unternehmen, habe noch keine andere Branche gesehen und nun für ca. 140k all in als Senior Manager angestellt.

Der Job ist eigentlich in Ordnung, gutes Team, guter Chef. Natürlich gibt es schon Druck, aber mit ca. 40h ist der Job zu bewältigen. Dienstreisen gibt es recht wenige und ich kann in 15 Minuten mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

Dazu 2 Tage HO, also eigentlich habe ich gerade den Sweet Spot aus Einkommen und Aufwand gefunden.

Wir haben aktuell 2 kleine Kinder und meine Frau arbeitet auf 80%, womit sie all in ca. 85k verdient.

Vor allem aufgrund der Kinder möchte ich gerade keinen Job, der mehr Arbeitsstunden, Reisen oder Pendeln benötigt und bin sehr froh, auch einfach mal um 4 nach Hause gehen zu können, wenn wir etwas mit den Kids unternehmen wollen.

Bezüglich langfristigem Kapitalaufbau/Altersvorsorge sind wir ganz gut aufgestellt:

Ich war schon immer recht sparsam, habe früh schon Nebenjobs gehabt, sodass ich schon immer so viel wie möglich gespart hatte und fast alles dann seit 10 Jahren in Immobilien zur Kapitalanlage investiert hatte.

Wir haben inkl. der selbst genutzten ETW nun ein Immobilien Portfolio mit einem Marktwert von ca. 2 Mio Euro (natürlich größtenteils noch finanziert) und etwa 170k als Rücklage im Depot.

Unsere monatlichen Lebenskosten all in inkl. Wohnkredit für unsere Wohnung liegen bei etwa 4k, dazu kommen noch etwa 1k pro Monat, die wir für die Rückzahlung von verschiedenen Nebenkostenkrediten benötigen.

In etwa 5 Jahren sind diese NK Kredite getilgt und durch die steigenden Mieten und jährlichen Gehaltsanpassungen steigt unserer Sparrate regelmäßig, sodass es eigentlich nur so weiterlaufen müsste und ich in meinen 50ern, wenn die Kids aus dem Haus sind, den Job an den Nagel hängen könnte.

Zu sehen, dass jeden Monat gut 4k übrig sind, selbst wenn mal was kleines an einer Immobilie repariert/renoviert werden musste, gibt mir ein großes Gefühl an Sicherheit.

Long Story, nun der Knackpunkt:

So richtig happy bin ich im Job nicht, ich interessiere mich nicht besonders für Pharma Produkte und will auch eigentlich nicht noch 20 Jahre in einem reinen Bürojob hängen. Ich hatte damals das Unternehmen mit Blick auf die Verdienstmöglichkeiten/stabile Branche und nicht aufgrund von Interesse/Leidenschaft ausgewählt.

Eigentlich würde mich die Immobilienindustrie interessieren, vielleicht sowas wie Projektentwicklung oder auch, nachdem ich schon viele sehr schlechte Makler getroffen habe, könnte ich mir vorstellen, dass ich es besser kann und es mir Spaß machen könnte.

Das würde aber heißen, meine extreme Komfortzone zu verlassen und wahrscheinlich für 40k irgendwo von ganz vorne wieder anfangen, um Erfahrungen zu sammeln.

Der Weg zurück wäre dann vermutlich schwierig, wenn ich erstmal aus der Industrie ganz raus bin - und würde mir auch ein starkes Gefühl des Scheiterns geben.

Dass es finanziell gut machbar ist aufgrund unserer geringen Ausgaben, ist klar. Aber freiwillig das gemachte Nest zu verlassen und ins kalte Wasser zu springen fühlt sich nach einem sehr hohen Risiko an.

Wer hat sowas schon mal freiwillig gemacht und seid ihr zufrieden mit der Entscheidung?

Wie hatte sich das langfristig auf euer Einkommen ausgewirkt?

Über echte Erfahrungen würde ich mich sehr freuen.

Edit: ein tatsächlicher Wechsel würde erst in vll. 3-4 Jahren frühestens aufgrund der Kinder in Frage kommen, aber die Idee habe ich immer wieder im Kopf.

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u/Funny_Combination355 — 11 days ago