Hallo zusammen,
ich wende mich an euch, weil ich Hilfe bei einer rechtlich und ethisch schwierigen Situation brauche. Ich arbeite seit ca. 10 Monaten als Pflegekraft in einer Psychiatrie in NRW. Es ist meine erste Stelle in diesem Fachbereich. Leider erlebe ich durch meine Vorgesetzten ein Klima, das ich als massives Mobbing und Gaslighting beschreiben würde.
Die Situation und das Fehlverhalten der Vorgesetzten:
Mein Vorgesetzter versucht systematisch, mich als unfähig darzustellen, weil ich mich weigere, seinen aggressiven Arbeitsstil zu übernehmen. Hier sind die konkreten Punkte:
Abwertung von Fachlichkeit: Ich werde als unfähig dargestellt, nur weil ich klinische Protokolle und Sicherheitsvorschriften strikt einhalte.
Kritik an Deeskalation: Wenn ich versuche, das Gespräch zu suchen oder mit Patienten Skills anzuwenden, anstatt sofort zur Bedarfsmedikation („Ruhigstellen“) zu greifen, wird mir das als Inkompetenz ausgelegt.
Projektion von Macht: Er unterstellt mir, ich würde nur aus „Machtgründen“ so handeln. Dabei geht es mir nur um die Patientensicherheit.
Infantilisierung: Er spricht mit mir nicht auf Augenhöhe als Kollegin, sondern behandelt mich von oben herab wie eine Patientin, um meine fachliche Autorität zu untergraben.
Einschüchterung: Er hat mir bereits etwa 10 Mal gesagt, dass ich „nicht für den Job gemacht sei“.
Hilfesuche als Waffe: Fachliche Fragen oder Bitten um Unterstützung werden mir als Schwäche ausgelegt.
Druck zur Regelverletzung: Es wird erwartet, dass ich von Standards abweiche (abweichen), was ich ethisch ablehne.
Systematisches Vorgehen: Ich habe erfahren, dass dies wohl System hat. Bei ehemaligen Kollegen, die die Station verlassen haben, kam im Nachhinein heraus, dass der Vorgesetzte in deren Akten geschaut hat. Das gesamte Team erfuhr so von deren Diagnosen, nachdem sie weg waren.
Der Verdacht auf Aktenmissbrauch bei mir:
Ich war in der Vergangenheit im selben Klinikverbund wegen Depressionen in ambulanter Behandlung. Ich habe den dringenden Verdacht, dass mein Vorgesetzter auch bei mir unbefugt meine Patientenakte eingesehen hat. Er lässt immer wieder Details durchblicken, die er nicht wissen kann, und nutzt dieses Wissen gezielt, um meine psychische Stabilität infrage zu stellen.
Meine Fragen an euch:
Wie fordere ich die Zugriffsprotokolle (Log-Files) meiner Akte an, ohne dass die Stationsleitung davon erfährt? (Direkt über IT oder Datenschutzbeauftragten?)
Wie schwer wiegt dieser DSGVO-Verstoß (Art. 9) rechtlich, besonders wenn vertrauliche Diagnosen offenbar auch im Team verbreitet werden?
Ist das Behandeln einer Mitarbeiterin „wie eine Patientin“ in Verbindung mit dem Aktenmissbrauch als Mobbing verwertbar?
Kann ein solcher Missbrauch zur fristlosen Kündigung der Führungskraft führen?
Was ist der sicherste nächste Schritt: Datenschutzbeauftragter, Personalrat oder direkt ein Anwalt?
Die psychische Belastung durch diese systematische Einschüchterung und die Sorge um meine Privatsphäre ist enorm. Danke für eure Hilfe!