Ich habe diesen Post gerade im Autismus Forum geteilt, würde ihn hier aber auch nochmal gern teilen.
tldr am Ende.
Hallo ihr Lieben,
ich warte aktuell noch auf meine Autismustestung, habe aber schon eine ADHS Diagnose, und leide sehr unter Geräuschempfindlichkeit. Früher hatte ich das nicht so stark, aber dann habe ich (vermutlich, bin noch in der Diagnostik) vor einigen Jahren eine Mastzellenaktivierungsstörung bekommen und eine sehr stressige Lebenssituation, und seitdem macht mich die Geräuschempfindlichkeit echt fertig und ich kann nur noch mit Loops etc raus. Meine These war immer, dass ich mich seitdem ich krank bin und so Stress habe, einfach nicht mehr zusammenreißen kann, und darum aktuell echt neurodivergent bis an die Decke bin (fahrig, angespannt, reizempfindlich, erschöpft, bekomme Abläufe nicht so gut hin, prokrastiniere etc.).
Nun hatte ich gestern einen Dexamethason-Kurztest, um ein Cushing Syndrom auszuschließen, weil ich mich in letzter Zeit besonders schlapp gefühlt habe. Dexamethason ist ein Kortison, welches man einmal abends nimmt und dann wird morgens Blut abgenommen und geschaut, ob der Körper die eigene Kortison-Produktion heruntergeschaubt hat. Wenn er das nicht getan hat, dann hat man eine Kortison-Überproduktion. Die Ärztin meinte zwar, das sei eher unwahrscheinlich, aber man wolle auf Nummer sicher gehen.
Und, was soll ich sagen: mir ging es (vergleichsweise) blendend heute morgen. Obwohl ich unter 5h geschlafen hatte und nüchtern zum Arzt gehen musste, was mich sonst immer total fertig macht. Kortison macht einen höheren Blutdruck und munter, also ist es kein Wunder, dass ich mehr Energie hatte und mir nicht so duselig war, aber was es (meines Wissens nach) nicht erklärt: ich war bei weitem nicht so geräuschempfindlich. Das ging so weit, dass ich morgens im Bett liegend dachte, die Hauptstraße vor meinem Fenster wäre gesperrt und der Verkehr würde durch eine Seitenstraße geleitet, weil ich es noch gehört habe, aber bei weitem nicht so laut und störend. Auch auf dem Weg zum Arzt und dort haben mich die Geräusche nicht gestört. Ich konnte beim Arzt sogar gut ohne meine Loops im Wartzezimmer sitzen und war so schön ruhig wie ich es schon lange nicht mehr war.
Nun frage ich mich natürlich, was das bedeuten könnte. Habe ich z.B. in Wahrheit einen Cortisonmangel? Habe ich irgendwo zentralnervös eine Entzündung? Was ganz anderes?
Aber da mich das alles nicht weiterbringt, bis ich mit einem Arzt darüber gesprochen habe, habe ich vor allem diese Frage an euch: musste jemand von euch schon einmal Kortison nehmen (z.B. im Rahmen einer Stoßtherapie) und hat einen Unterschied in Bezug auf Reizempfindlichkeit (insb. Geräusche), Unruhe und Ängste gespürt? Also im Sinne einer Besserung?
Ich möchte das gern wissen, weil ich mich frage, ob das vielleicht einfach bei Neurodivergenten Leute so wirken kann oder ob ich dringend nochmal zum Arzt muss, um das zu besprechen und ggfs weiter untersuchen zu lassen. Mir gehts nämlich konstant echt räudig seit drei Jahren und es wurde schon einiges untersucht (Schilddrüse, MRT etc) und ich gehe artig zur Therapie, aber so richtig weitergeholfen hat es mir alles noch nicht. Die Mastzellenaktivierungsstörung passt gut und ich merke auch einen Unterschied, seitdem ich histaminarm esse, aber man kann ja auch mehrere Probleme parallel haben.
Danke im Voraus!
tldr: hat hier jemand schonmal Kortison genommen (z.B. im Rahmen einer Stoßtherapie) und sich danach weniger geräusch/reizempfindlich, ruhiger und weniger ängstlich gefühlt?