Hallo zusammen,
wir sind 3 Brüder, die Mutter ist vor Jahren an Krebs gestorben. Unser Vater hatte nach 3 Monaten eine neue, 10 Jahre jüngere Partnerin (Ü60, er Ü70). Ihr Mann ist vor Jahren auch an Krebs gestorben. Vater war normaler Angestellter und Alleinverdiener, Mutter Hausfrau. Einziges Vermögen ist das Einfamilienhaus, in dem wir aufwuchsen (Vater war Normalverdiener und hat das Haus langsam abbezahlt). Zu Lebzeiten unserer Mutter war für unsere Eltern immer klar, dass Haus & Grundstück mal an uns 3 Brüder gehen werden (gibt auch sonst keinen in der Erbfolge).
Die neue Partnerin unseres Vaters kommt aus wohlsituierten Verhältnissen. Ihr Mann war Unternehmer, sie hat ein großes, wertvolles Grundstück in Stadtnähe mit mehreren Wohneinheiten geerbt.
Nun hatte die neue Partnerin vor 2 Jahren die Idee unseren Vater zu heiraten. Davor hat sie all ihr Vermögen an ihre 3 Kinder überschrieben, die auch alle vermögend sind (haben die Firma ihres verstorbenen Vaters übernommen und ansonsten Konzernjobs; jetzt zusätzlich das Grundstück- und Immobilienvermögen).
Nun ist die Partnerin unseres Vaters quasi mittellos und hat sich in dessen Haus eingenistet. Er meinte, er wollte sie auch heiraten, damit sie über seine Rente im Alter abgesichert ist, weil sie ja nun nichts mehr hat. So weit alles legitim.
Nun ist es aber so, dass sie durch die Hochzeit im Erbfall automatisch 50% am Familienhaus unseres Vaters bekommen würde.
Genau hierin liegt der Knackpunkt. Meine Brüder und ich sehen es nicht ein, dass mein Vater im Liebesrausch per Hochzeit 50% des Familienvermögens an eine eh schon reiche Familie vermacht.
Nun kann man natürlich zum Notar gehen, unser Vater könnte ein entsprechendes Erbe aufsetzen oder uns das Haus bereits zu Lebzeiten überschreiben, damit dieser Fall nicht eintritt.
Habe ich ihm vorgeschlagen. Reaktion: Unser Vater ist empört, stempelt uns de facto als gierig ab. Seine Partnerin spielt auch die Empörte. Wir sollen uns doch freuen, dass er im Alter nicht allein ist. Sie hat uns auf WhatsApp blockiert. Unser Vater meint - in typischer Boomer-Manier - dass er ja auch nicht geerbt und sich alles selbst aufgebaut habe (klar, als normaler Angestellter und Alleinverdiener hat es bei ihm noch für Haus, Autos und 3 Kinder gereicht; das geht heute nicht mehr).
Meine Brüder haben normale Jobs, können nebenher wenig bis nichts für die private Vorsorge beiseite legen. Ich habe mehr Glück. Meine Frau und ich haben beide einen Master und verdienen relativ gut. Vermögend sind wir aber lange nicht.
Nun sagt mein Vater immer, wir bekämen bei seinem Ableben sowieso das Haus und er müsse nichts weiter machen, weil ja Gütertrennung gelte. Er checkt nur nicht bzw. ignoriert bewusst, dass dies nur im Scheidungsfall gilt. Im Todesfall gehen die 50% sofort an seine neue Frau.
Wir stehen jetzt bei unserem Vater und seiner Frau als die geldgierigen Söhne da, die nur auf das Erbe aus sind.