„Berlin autofrei“ ist in der politischen Diskussion völlig überrepräsentiert
Nicht nur hier auf Reddit, sondern auch an anderer Stelle könnte man das Gefühl bekommen, dass dieses Thema den politischen Diskurs bestimmt. Wenn ich mir beispielsweise die Plakate der AfD und CDU anschaue, dann wird dort hauptsächlich damit geworben, dass sie dafür sorgen werden, dass man uns nicht das Auto wegnimmt. Auch hier auf Reddit wird das immer mal wieder hochgekocht.
(Dass der CDU tatsächlich nicht mehr viel anderes einfällt ist ein ganz anderes Problem, soll aber hier nicht Thema sein.)
Ich habe vor ein paar Monaten schonmal nachgeschaut und es hat sich auch nicht so viel geändert: zum 10.03.2026 gab es etwas mehr als 20.000 Unterschriften für das Begehren. Bis zum 08.05.2026 müssen ca. 174.000 Unterschriften vorliegen.
Niemand geht aktuell davon aus, dass das auch nur ansatzweise erreicht wird.
Es ist selbst für viele Befürworter einer Verkehrswende ein viel zu radikaler Vorschlag. Wenn sich in der angeblich völlig wohlstandsverwahrlosten linksgrünen Hauptstadt nichtmal 1% der Bevölkerung für so etwas mobilisieren lassen muss man wohl oder übel der Wahrheit ins Auge blicken: wir sind bei weitem nicht so gespalten, wie man es manchmal denken könnte.
Die allermeisten Menschen sind für Maß und Mitte bei den allermeisten Dingen. Leider ist die sehr sehr laute Minderheit einfach medial völlig überrepräsentiert. Und da ist mir jetzt mal ganz egal, um welche „Seite“ es da geht.
Seht ihr das auch so? Oder sehe ich das falsch und es ist eigentlich eh den meisten klar, dass es grundsätzlich so ist und mit diesem Volksbegehren jetzt eben auch.