
Royalbluegooners hessischer Maimai-Marathon Ausgabe 12 : „Ein Königreich für einen Golem.“
Hintergrund : Im antiken Europa genossen Juden oftmals deutlich mehr Rechte als in den europäischen Gesellschaften des Mittelalters.Sie waren zu den meisten Berufen zugelassen und dürften Grundeigentum erwerben.Auch damals lebten sie oftmals in abgesonderten Vierteln.Der Begriff Ghetto, für Stadtteile, auf die Juden später beschränkt wurden, leitet sich nach der Theorie von dem Fakt her, dass den Juden Venedigs der Bezirk „Ghetto Nuevo“ zugewiesen, was zu deutsch „Neue Gießerei bedeutet.Seit dem 13.Jahrhundert ( u.a Provinzialkonzil von Breslau 1267 ) wurde der Wunsch der Kirche nach räumlicher Abtrennung von den Juden stärker, weshalb es in immer mehr Städten zur Bildung von solchen Ghettos kam, welche die Bewohner an Feiertagen und in der Nacht nicht verlassen dürften.Trotz der Beengtheit handelte es sich jedoch nicht um Armenviertel, da es sich bei einem nicht unerheblichen Teil der Bewohner um gut betuchte Handwerker oder Händler handelte.Die französische Revolution und die davon angetriebenen liberalen Bewegungen läuteten das Ende des Ghettosystems ein und 1870 löste König Viktor Immanuel II. von Italien nach Einnahme des Kirchenstaates das römische Ghetto, das letzte seiner Art, offiziell auf.Das bekannteste Ghetto auf deutschem Gebiet war die „Frankfurter Judengasse“, welche von 1462 bis 1796 bestand.Anfangs errichtete der Stadtrat außerhalb der Stadtmauern einige Wohnhäuser, ein Hospital, ein Tanzhaus, zwei Wirtschaften und ein Gemeindehaus und siedelte anschließend die jüdische Bevölkerung um.1550 durfte es erweitert werden, doch mehr Erweiterungen erlaubten die Magistrate trotz wachsender Bevölkerung nicht.Im Zuge der französischen Belagerung 1796 wurde es zerstört, die Bewohner dürften es verlassen und der Ghettozwang wurde aufgehoben.Heute ist der Begriff für ärmliche und von Kriminalität geprägte Stadtteile gebräuchlich.