Warum sind so viele Leute gegen Erben? Ist das nur Neid?
Ich versteh das ehrlich gesagt nicht. Meine Großeltern sind nach dem Krieg hierher gekommen, hatten absolut nichts. Haben sich alles selbst aufgebaut, 6 Tage die Woche gearbeitet, auf alles verzichtet, nie gejammert. Der Staat hat an jedem Schritt bereits mitverdient, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, jahrzehntelang.
Ich frag weil das bei mir demnächst relevant wird. Und ich versteh ehrlich gesagt nicht warum ich mich dafür rechtfertigen soll. Das Geld das ich erben werde wurde bereits zu einem großen Teil versteuert. Wir reden nicht von schwarzem Geld irgendwo auf der Cayman Island. Wir reden von Geld das ganz normal durch den deutschen Steuerapparat gelaufen ist und jetzt nochmal besteuert werden soll wenn es den Besitzer wechselt. Irgendwann muss das doch aufhören oder?
Und wenn du Erben so stark besteuertst was passiert dann? Die Leute hören auf zu sparen. Hören auf aufzubauen. Dann lieber alles verprassen bevor der Staat es sich holt. Und dann? Woher soll das Kapital kommen das Unternehmen finanziert, Arbeitsplätze schafft, Investitionen ermöglicht? Das denkt keiner zu Ende.
Außerdem, wer erbt denn wirklich viel? Die großen Vermögen finden Wege das legal zu umgehen, die haben Anwälte und Steuerberater. Getroffen wird am Ende immer der Mittelstand, der Handwerker der sein Leben lang ein Haus abgezahlt hat und es an seine Kinder weitergeben will. Das ist die bittere Realität.
Und dann frag ich mich wo geht das Geld überhaupt hin? Ich merk davon jedenfalls wenig. Die Krankenhäuser sind am kaputtsparen, die Schulen bröckeln, die Infrastruktur ist ein Witz. Aber für neue Waffen und irgendwelche internationalen Projekte ist plötzlich Geld da. Na super. Ich soll also nochmal einen Teil meines bereits versteuerten Familienvermögens abgeben damit es irgendwo versickert wo ich null Kontrolle drüber habe und null davon sehe.
Oder übersehe ich da was? Klärt mich auf.