Die 41 Stunden Woche ist veraltet und gehört abgeschafft
Mal ehrlich: Die 41-Stunden-Woche bei der Bundeswehr ist einfach ein Relikt aus einer anderen Zeit. Während draußen in der zivilen Welt immer mehr über 35-38 Stunden, Homeoffice, Work-Life-Balance und moderne Arbeitsmodelle gesprochen wird, tun wir hier oft noch so, als wäre dauerhaft „mehr Zeit absitzen“ automatisch gleichbedeutend mit mehr Leistung.
Spoiler: Ist es nicht.
In vielen Verwendungen verbringt man einen absurden Teil der Woche damit, Zeit totzuschlagen, auf Freigaben zu warten oder irgendwelche sinnlosen Pflichttermine abzusitzen, nur damit am Ende formal die Stunden stimmen. Produktivität? Fehlanzeige. Motivation? Ebenfalls.
Und bevor jetzt wieder kommt mit „Soldat ist kein normaler Beruf“ Ja, richtig. Aber genau deshalb ist es doch komplett absurd, zusätzlich zu Übungen, Wochenenddiensten, Lehrgängen, Versetzungen und permanenter Flexibilität auch noch an einer überholten Regelarbeitszeit festzuhalten, die damals im Rahmen der Beamtenregelung eigentlich nur als vorübergehende Maßnahme eingeführt wurde und dann einfach nie wieder zurückgenommen wurde.
Die Bundeswehr hat ein massives Personalproblem. Jeder zweite hört nach der Verpflichtungszeit auf, Nachwuchs fehlt überall und gleichzeitig wundert man sich, warum junge Leute keinen Bock haben, ihr Leben einem System unterzuordnen, das bei Arbeitszeitmodellen irgendwo in 2003 stehen geblieben ist. Wir suchen z.B. qualifizierte Informatiker. Warum soll so einer 35 Stunden Arbeitszeit mit 100% HO aufgeben um von 6.30-16.30 im Büro abzuschimmeln und das für weniger Gehalt?
Eine Reduzierung auf 37 oder 38 Stunden würde:
-die Attraktivität sofort erhöhen
-die Vereinbarkeit mit Familie verbessern
-psychische Belastung reduzieren und wahrscheinlich die tatsächliche Effizienz steigern.
Denn Überraschung: Menschen arbeiten besser, wenn sie nicht permanent genervt und ausgelaugt sind.
Und kommt mir nicht mit „dann bleibt Arbeit liegen“. In genug Bereichen bleibt jetzt schon Arbeit liegen, trotz 41 Stunden. Das Problem ist meistens nicht die Arbeitszeit, sondern Bürokratie, schlechte Prozesse und die legendäre deutsche Verwaltungskultur.
Dazu dieses ewige „früher war schlimmer“-Argument. Ja Glückwunsch. Früher gab’s auch Wehrpflichtige, Stuben mit acht Mann und Rauchen im Büro. Nicht alles, was traditionell ist, ist automatisch sinnvoll.
Die Bundeswehr will moderner, digitaler und attraktiver werden? Dann fangt endlich bei den Dingen an, die jeden Tag jeden betreffen und nicht beim zehnten Imagevideo auf YouTube.
41 Stunden sind unnötig.
Die meisten wissen es.
Nur aussprechen will es keiner.