Quereinstieg Allgemeinmedizin als Gynäkologin
Hallo liebe Kolleginnnen und Kollegen
Derzeit lerne ich für den Facharzt Gynäkolologie. Ich habe an einem sehr großen Haus über fünf Jahre gearbeitet, durfte chirurgisch viel machen und in der Geburtshilfe bin ich wahrscheinlich auch sehr gut aufgestellt.
Tatsächlich wäre eine Oberarztstelle nach dem Facharzt denkbar.
ABER: leider konnte ich mich mit meinem Fach irgendwie nie so richtig identifizieren. Zudem bin ich teils auch traumatisiert von schlechten Verläufen in der Geburtshilfe. Ich möchte bei solchen Katastrophen nicht involviert sein. Bisher ist der Kelch trotz >500 Geburten glücklicherweise immer an mir vorbeigegangen, aber es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis mal wirklich etwas passiert.
Warum Gyn? Hatte mir von Anfang an in den Kopf gesetzt, dass ich etwas „Chirurgisches“ machen möchte (denke, es steckten ein paar Egoprobleme dahinter!). Leider der Knackpunkt - mir macht das Arbeiten im OP einfach keinen Spaß mehr. Ich erwische mich immer häufiger dabei, wie ich anderen den Vortritt lassen möchte.
Außer Acht gelassen habe ich bei der Facharztwahl, dass mir im
Studium am allermeisten die Ansätze in der Allgemeinmedizin zugesagt haben. Famulatur, PJ, Hausarztpraktikum - alles hat mir extrem viel Spaß gemacht und ich denke so gerne an die Zeit damals zurück.
Nun erwäge ich, nach dem Facharzt, den ich in einem halben Jahr machen kann, einen Quereinstieg in die Allgemeinmedizin. Ein Fokus darf ja gerne „Frauengesundheit“ sein.
Eine reine Gynpraxis kann ich mir irgendwie noch schlechter als eine OA Stelle vorstellen. Habe nie so richtig gerne „allgemeine Gynäkologie“ gemacht in den letzten Jahren…
Das ich um eure Meinungen bitten? Plan wäre Quereinstieg Allgemeinmedizin nach dem Facharzt, ggfs. noch eine Rotation in die interdisziplinäre Notaufnahme, um nochmal Wissen der Inneren zu boostern. Bzgl chirurgischer Anteile fühle ich mich sicher, ggfs. könnte ich auch mal noch ein paar Wochen bei einem Orthopäden hospitieren…
Ich bin w, 35 und wir haben eine kleine Tochter (2 Jahre). Ihr möchte ich auch viel mehr gerecht werden. Durch Dienste (und bis zu 3 Wochenenden pro Monat, an denen ich arbeite), kommt das Familienleben oft zu kurz 😥
Ich bin Hauptverdienerin der Familie. Viel weniger als jetzt dürfte ich nicht verdienen bzw. müssten es schon ca 7000 Euro brutto sein nach dem Facharzt. Ist das überhaupt realistisch?
Hat jemand Erfahrungen? Ich bin wirklich äußerst verzweifelt und suche so dringend nach einem Hoffnungsschimmer