u/MysteriousDemand418

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TL;TR: Vermieter verletzt wiederholt unser Sondernutzungsrecht auf unseren Mietergarten, indem er seine 14 Gastarbeiter mehrfach täglich unseren Garten durchqueren lässt inkl. diverser Beschädigungen und Beschmutzungen, obwohl es einen offiziellen Weg gibt der 3min dauert

Hallo liebe Community,

Im Dezember 2025 bin ich mit meiner Freundin in eine 100m2 Wohnung mit großem Mietergarten am Stadtrand einer deutschen Großstadt gezogen. Die Wohnung befindet sich im 1. OG eines 3-geschossigen Wohnhauses, welches der Vorbesitzer zuvor an einen jungen Bauunternehmer verkauft hatte. Besagter Bauunternehmer ist Eigentümer des Hauses und unser Vermieter. Zu der Wohnung gehört ein ca. 300m2 großer Garten mit kleiner Gartenlaube und Pool, der über einen separaten Zugang zum Elberadweg verfügt. Um von der Wohnung in den Garten zu gelangen, muss man über den Innenhof des Hauses laufen, wo sich Garagen und mehrere Stellplätze befinden. Hinter dem Elberadweg befindet sich ein öffentlicher Parkplatz für Wanderer/Camper etc. Für den Garten (Auszug aus Mietvertrag und Skizze habe ich angehangen) haben wir das alleinige und ausschließliche Nutzungsrecht - und müssen uns im Gegenzug dafür um die Pflege des Gartens kümmern (soweit so klar). Dieser Vertragsbestandteil war für uns einer der Hauptgründe, warum wir uns für diese Wohnung entschieden haben, weil wir nach einer Wohnung mit Garten gesucht haben, in dem wir etwas Privatsphäre haben.

Im Erdgeschoss des Hauses wohnen zwei ältere Pärchen, die obere Wohneinheit im Dachgeschoss wurde zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung gerade renoviert. Als wir den Vermieter fragten, sagte uns dieser, dass hier voraussichtlich eine Familie (5-Raum, mehrere kleine Zimmer) einziehen wird.

Ende Dezember 25 hatten wir eine Zusammenkunft mit dem Vermieter und den anderen Mietparteien um die Hausordnung zu besprechen und ein paar offene Themen zu klären (Der Vermieter lässt gefühlt alles laisser-faire laufen). Hierbei teilte uns der Vermieter mit, dass 4 seiner polnischen Monteure die obere Wohnung beziehen werden und von Montag bis Donnerstag in der Wohnung sein werden. Dabei teilte er uns zwischen Tür und Angel mit, dass diese vermutlich auf dem Parkplatz beim Elberadweg parken müssen und hierfür 1x morgens und 1x nachmittags durch unseren Mietergarten laufen müssten. Er hat uns nicht explizit nach Einverständnis gefragt und wir haben diesen Umstand zunächst geduldet.

Nun ist die aktuelle Situation jedoch eine völlig andere: Gegenwärtig wohnen in der oberen Wohnung variierend zwischen 10 und 14 polnische Handwerker auf ca. 80—90m2. Sie kommen mit insgesamt 6 Autos, von denen zwei im Innenhof parken und die restlichen 4 Autos auf dem öffentlichen Parkplatz am Elberadweg. Aktuell laufen zwischen Sonntag Abend bis Donnerstag früh bis zu 10 der Monteure durch unseren Garten, einmal morgens und dann mehrfach nach Feierabend hin und her - auch etwa um Bier aus dem Transporter zu holen. Wir fühlen uns hierdurch sehr in unserer Privatsphäre gestört, da der Weg über unsere Terrasse führt auf der wir uns i.d.R. aufhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass einige der Handwerker bereits direkt nach Feierabend schwer alkoholisiert sind - einer von ihnen ist letztens mitten auf dem Elberadweg aufgrund seiner Trunkenheit gestürzt und musste dann von seinem Kollegen gestützt werden, er hatte unverkennbar eine starke Alkoholfahne. Darüber hinaus wurden mehrfach dicke Fladen in unseren Garten gespuckt, Zigarettenstummel verteilt, zwei Mal der Holzriegel unseres Gartentores abgerissen und die Tür zum Elberadweg offen stehen gelassen, so dass jeder Zugang zu unseren Garten hätte. Im Treppenhaus wird regelmäßig geraucht und es ist im Allgemeinen sehr laut.

Wir haben diese Vorfälle allesamt dokumentiert und unseren Vermieter (der gleichzeitig der Chef der besagten Handwerker ist) in Kenntnis gesetzt. Wir haben mehrfach deutlich kommuniziert, dass wir mit dem Durchqueren unseres Gartens durch die Handwerker nicht einverstanden sind, unsere Mietsache so nicht mehr entsprechend nutzen können und den Vermieter angewiesen, diesem Treiben mit sofortiger Wirkung ein Ende zu setzen. Wir haben Schlösser in die beiden Gartenzugänge einbauen lassen, unseren Vermieter darüber informiert und angeboten, ihm Schlüssel zur Verfügung zu stellen. Er war davon nicht begeistert und geht auch nicht auf unseren Vorwurf bzgl. seiner Verletzung unseres Mietvertrages ein. Wir haben die Türen bisher nicht verriegelt, so dass das Durchqueren unseres Gartens de facto weiterhin möglich ist - wir waren uns nicht sicher ob wir uns hierdurch angreifbar machen, weil das Einbauen der Schlösser & Verriegeln ja eine bauliche Maßnahme im Garten wäre, die ohne Zustimmung des Vermieters nicht gestattet ist. Auch haben wir etwas Angst, dass das Verriegeln zu einer weiteren Eskalation führen würde und einer der Monteure unter Umständen aggressiv darauf reagiert.

Übermorgen haben wir ein klärendes Gespräch mit ihm vereinbart, sind hier jedoch nicht besonders zuversichtlich. Parallel hatten wir bereits durch die Rechtsschutzversicherung meiner Freundin eine Rechtsberatung in Anspruch genommen - die uns in unserer Rechtsauffassung bekräftigt hat und empfohlen hat, hier mithilfe eines Rechtsanwaltes vorzugehen. Am kommenden Montag haben wir einen entsprechenden Termin mit einer Anwältin für Mietrecht.

Ein paar Sachen kommen uns etwas komisch vor:
Im Innenhof könnten grundsätzlich mehr Fahrzeuge parken - vielleicht sogar alle, wir haben sogar unsere beiden Stellplätze angeboten (wir würden dann auf dem Parkplatz am Elberadweg parken). Hierauf ist der Vermieter bisher nicht eingegangen - wir haben das Gefühl, dass er das gar nicht unbedingt möchte - vielleicht würden 6 Baufahrzeuge mit polnischen Kennzeichen in der Einfahrt für unnötig Aufmerksamkeit sorgen, auf dem Elberadweg-Parkplatz sind die Fahrzeuge ja nicht klar unserem Haus zuordbar.
Ohnehin gibt es noch einen offiziellen Weg vom Elberadweg-Parkplatz über die offizielle Hauseinfahrt zum Haus. Man müsste hier quasi „außen herum“ gehen, was ein Fußweg von ca. 3 Minuten entspricht (ca. 300m). Der Vermieter sagt, dass die Handwerker teures Werkzeug/Gerätschaften ins Haus bringen müssen, aber die meisten tragen gar nix und man könnte die Gegenstände ja in der Einfahrt ausladen und dann fährt noch einer der Handwerker zum Parkplatz. 3 Minuten Fußweg ist doch keine unzumutbare Distanz?
Einer der Bewohner bricht nie mit auf Baustelle auf - er ist der einzige, der rund um die Uhr, auch am Wochenende hier ist. Er scheint sich um die Hausarbeit zu kümmern.

Wir sind völlig traurig und erschüttert über diese Situation - uns geht es doch primär nur um die Einhaltung des Mietvertrags. Habt ihr einen Tipp, was wir tun sollten? Wir gehen mittlerweile davon aus, dass wir hier schnellstmöglich wieder ausziehen müssen - diese Vorstellung macht uns unglaublich traurig, weil es eigentlich eine sehr schöne Lage und Wohnung/Garten ist, und wir auch viel Geld beim Umzug hineingesteckt haben.

Liebe Grüße

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u/MysteriousDemand418 — 8 days ago