u/Low-Temperature-346

Ich (w22) bin seit ca 3 Jahren mit meinem Freund (m25) zusammen (Anfangsphase war länger "was Lockeres" aber ca seit 1.5 Jahren offiziell). Es war für beide die erste Beziehung, auch mein erstes Mal Sex war mit ihm. Sexuell war es am Anfang eh geil, als noch alles neu und aufregend war und noch eine ganze Weile länger, haben auch bisschen kinky shit probiert, viel Vertrauen und Intimität was das angeht.

Dann war ich während dem Studium mehrere Monate im Ausland, und wir waren zu der Zeit offiziell offen, er hat mich anfangs auch ermutigt, dort noch andere Erfahrungen zu machen. In der letzten Woche meines Auslandsaufenthaltes hatte ich dann was mit einem Typen dort (nenne ihn Max), hab natürlich auch mit ihm drüber geredet im Nachgang. Ihn hat die Sache einfach nicht mehr losgelassen, er hat den Typ dauernd erwähnt, wenn ein sportlicherer Mann irgendwo war meinte er "den würdest du bestimmt viel lieber fcken als mich". Beim Sex kam es dann manchmal dazu dass wenn ich kurz gezögert habe aus welchem Grund auch immer, er direkt beleidigt war und meinte dass ich mit Max jetzt bestimmt viel lieber schlafen würde. Das ging wirklich monatelang und ich hab dadurch komplett die Lust verloren, da ich in solchen Momenten das Gefühl bekommen habe, wenn Sex initiiert wird, ich den Druck spüre, jetzt auch mit ihm zu schlafen weil er sonst wieder beleidigt ist - die Dynamik wollte ich verhindern, weswegen ich jedes mal abgeblockt habe als es in die Richtung ging.

Inzwischen ist er glaube ich halbwegs über die Sache hinweggekommen, aber der Frust mit unserem Sexleben ist immernoch groß. Bei mir hat sich die Lust einfach nicht mehr so richtig wiederaufgebaut seitdem und ich weiß nicht was ich machen soll. Ich merke dass ich mit anderen Typen die ich zB im Urlaub kennenlerne super gerne Sex haben würde, weil es sich in dem Moment super richtig anfühlt und ich einfach brutal Lust habe. Seit einer Weile sind wir aber wieder monogam (er meinte er kann das nicht anders solange das Sexleben in unserer Beziehung so schlecht ist, wenn das wieder besser wäre, wäre es laut ihm okay wieder zu öffnen). Es stresst mich, weil ich eigentlich Lust habe auf mehr sexuelle Erfahrungen, v.a. jetzt Anfang 20, und ich immer wieder Dinge abblocken muss auf die ich eigentlich gerne eingehen würde.

Im day to day life ist es super schön mit meinem Freund. Wir leben zusammen, und er bedeutet mit brutal viel, ich habe super Angst ihn zu verlieren. Ich verstehe selber nicht wie das zusammenpasst aber es macht mich fertig. Irgendwo hab ich das Gefühl dass der Sex in Beziehungen immer nach ein paar Jahren langweilig wird und man sich damit abfinden muss, andererseits habe ich brutal das Bedürfnis mehr Erfahrungen zu machen und Angst, irgendwann älter zu sein und das nie ausgelebt zu haben.

Hinweis: Ich möchte keine Moralapostel von wegen "for the streets" oder "dein armer Freund". Ich hab das selbst schon tausend mal durchgekaut und fühle mich schlecht genug. Bin eher interessiert an Gedanken von Leuten die mal in einer ähnlichen Situation waren, wie es damit weiterging, etc.

TL;DR: Mein Freund hat nach einer offenen Phase monatelang Druck und Eifersucht in unsere Intimität gebracht, seitdem ist meine Lust auf ihn eingeschlafen, auch wenn ich ihn sehr liebe und wir sonst gut zusammen sind. Ich vermisse echtes sexuelles Verlangen und fühle mich in der jetzigen Monogamie eingeengt.

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u/Low-Temperature-346 — 15 days ago