Feedback Prolog zu psychologischem Drama
Ich schreibe im Moment an einem Projekt, das sich am ehesten in die psychologische Drama Ecke packen lässt, und würde mich über Feedback zu meinem Prolog freuen.
Da es weniger plot- als charaktergetrieben ist, wäre für mich ein Feedback zum Tempo wichtig, funktioniert die Balance zwischen Handlung und innerer Bewegung, gibt es etwas, dass euch komplett stört oder unverständlich erscheint? Danke! :)
Prolog
Sein Puls schlägt gegen den Hals. Gegen die Ruhe im Haus. Sein Finger sucht nach dem Hautfetzen am Daumennagel, kreist, löst ihn. Er steht einfach da, in seinem Zimmer.
Unten wird die Küchenuhr in ein paar Minuten schreien, ein krummer Kuckuck, der sich dreimal aus der Tür schiebt. Mama hatte das Teil auf dem Flohmarkt entdeckt, da war er noch klein und der Vogel irgendwie hübsch.
Heute Abend wird sie ihn hören, wenn sie am Tisch sitzt, wartet und an einem Taschentuch nestelt. Bestimmt hat sie den Schokomuffin schon besorgt. Eine Kerze, wie immer.
„Scheiße.“
Der Spiegel in der Schranktür hat einen Sprung, dort, wo ihn die Kamera getroffen hat, weil eine drei nicht auf ein Zeugnis passt. Er wischt sich mit dem Handrücken über die Augen, weicht seinem Blick aus.
Der Riss teilt sein Zimmer dahinter, den Schreibtisch und die Wand mit den Postkarten, die letzte noch auf der Bettdecke, mit der Handschrift, die immer so aussieht, als würde sie nach hinten umfallen. Die Karte zeigt eine Bogenbrücke über einer Schlucht. Aus der Schweiz. Oder Indien. Irgendwo, egal.
„Happy 18th Birthday! Die magische Zahl, unfassbar!“, schreibt Henning, schade, dass er nicht da sein kann. Nicht kann, klar. Und ganz zum Schluss noch ein verfluchter Kalenderspruch: „Die Zukunft wartet, mein Großer.“
Zukunft. Er schaut nach oben. Im Moment liegt sie zusammengestaucht zwischen Schrank und Zimmerdecke, mit ausgewaschenem Stoff und dem glatten Streifen an der Seite. Manchmal klemmt der Reißverschluss.
Er zuckt zusammen, als sein Handy in der Hosentasche vibriert.
*Mercedes biegt ein, mach dich weg, Alter, der kommt!*
Fuck.
Zwei Daumen, zwei Hautfetzen und der Herzschlag in den Ohren. Er hat die Geldscheine in der Hosentasche, alle. Es gibt nur noch weg.
Er hangelt nach dem Gurt, zerrt die Tasche herunter. Zu klein für sein Leben, genug, wenn man es nicht mitnehmen will. Jeans, T-Shirts. Sein Hoodie und die Kamera. Die Postkarten. Er zögert. Unten kratzt der Schlüssel im Haustürschloss, drei Umdrehungen.
Er schaut zum Fenster auf das Vordach.