Wie würdet ihr in meiner Situation reagieren? Würdet ihr trotzdem fahren oder zuhause bleiben?
Hi Reddit,
ich brauche euren Rat, denn mein Mann macht mir das Leben momentan ziemlich schwer. Ich brauche ehrlich gesagt einen Realitätscheck: Bin ich nach längerer Zeit einfach abgestumpft und verlange zu viel von ihm, oder ist meine Enttäuschung berechtigt und er macht es sich vielleicht ein wenig zu leicht?
Vorweg: Mein Mann leidet unter Depressionen. Wer von psychischen Erkrankungen getriggert wird, sollte vielleicht besser nicht weiterlesen. Aus diesem Grund nutze ich auch einen Throwaway-Account, weil ich das Thema anonym behandeln möchte.
Mein Mann (m35) und ich (w32) sind seit etwa 10 Jahren zusammen, davon 4 Jahre verheiratet. Inzwischen haben wir zwei Kinder (m3 und w2).
Vor ungefähr einem halben Jahr bekam mein Mann die Diagnose Depressionen. Vermutlich hatte er schon vorher damit zu kämpfen, aber zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten besorgniserregenden Symptome deutlich und wir suchten gemeinsam ärztliche Hilfe.
Etwa ein Jahr davor, also vor rund 1,5 Jahren, haben wir uns einen Hund angeschafft. Mein Mann hatte damals bereits das Gefühl, psychisch nicht ganz stabil zu sein, wollte aber noch nicht zum Arzt. Stattdessen wünschte er sich etwas, das ihn motiviert, mehr nach draußen zu gehen — und dafür sollte der Hund sorgen.
Ich war damals eigentlich komplett gegen einen Hund. Wir hatten bereits ein Baby zuhause und das zweite Kind war unterwegs. Zeit war bei uns ohnehin schon Mangelware. Aber mein Mann hielt mir einen Welpen unter die Nase — und ratet mal, welche schwangere Frau sofort weich geworden ist. Genau.
Kurz gesagt: Wir haben jetzt einen Hund.
Am Anfang lief das auch wirklich gut. Mein Mann ging morgens vor der Arbeit und abends danach mit dem Hund raus. Abends bin ich oft mit den Kindern und dem Kinderwagen mitgekommen. Seit ungefähr einem halben Jahr, also seit der Diagnose Depressionen, geht er allerdings gar nicht mehr mit dem Hund spazieren.
Die Kinderbetreuung und den Großteil des Haushalts habe ich ohnehin schon immer übernommen, weil ich die Elternzeit genommen habe. Aber der Hund ist zusätzlich eine enorme Belastung. Es ist ein größeres Exemplar, das ich nicht gleichzeitig mit dem Kinderwagen führen kann. Das bedeutet: Ich gehe erst allein mit dem Hund raus und mache danach, wenn das Wetter gut ist, noch einen Spaziergang mit den Kindern.
Inzwischen arbeite ich auch wieder. Währenddessen betreut meine Tante, die bereits in Rente ist, die Kinder und passt glücklicherweise sehr gerne auf die beiden auf. Dadurch hat mein Mann Zeit für Therapie oder Selfcare. Das ist sicher nicht die ideale Lösung, aber mir ist es lieber, als irgendwann ohne ihn dazustehen.
Trotzdem merke ich inzwischen deutlich, dass ich an meine Grenzen komme. Das habe ich ihm auch offen gesagt. Er zeigte sich zwar besorgt, lehnte eine einfache Bitte von mir aber mit Verweis auf seine psychische Gesundheit ab. Das hat mich ehrlich enttäuscht, weil ich fest davon ausgegangen bin, dass er mich genauso unterstützen würde, wie ich ihn seit Monaten unterstütze.
Meine engsten Freundinnen und ich planen nämlich einen kleinen gemeinsamen Urlaub. Nur wir fünf Frauen — ohne Partner und ohne Kinder. Wir wollen für eine Woche nach Großbritannien, ein bisschen Sightseeing machen, shoppen und einfach mal abschalten.
Eigentlich gibt es keinen einzigen Grund, weshalb ich nicht mitfahren sollte. Das Geld ist da, meine Tante würde in der Zeit auf die Kinder aufpassen und meinem Mann könnte ich Essen vorkochen oder Tiefkühlgerichte besorgen, die er nur noch aufwärmen müsste.
Das einzige Problem ist der Hund.
Ich habe niemanden, der in der Zeit auf ihn aufpassen könnte. Mein Mann müsste sich also um ihn kümmern.
Und genau das lehnt er ab.
Nun frage ich mich, ob ich trotzdem fahren soll. Was würdet ihr in dieser Situation machen?
Edit: Eben gesehen, dass KI gestützte Beiträge auch kenntlich gemacht werden müssen; ChatGPT hat für mich die Korrektur der Sprache übernommen (Rechtschreibung/Grammatik).