u/KERNSCHROTT

Steuerberater hat Verpflegungspauschalen mehrmals nicht angesetzt

Ich bin gerade in einer ziemlich frustrierenden Situation und würde gern einschätzen lassen, ob sich steuerlich noch etwas machen lässt oder ob ich es abhaken muss.

Ich war als Soldat vom 10.2023 bis 05.2024 zu einem dienstlichen Lehrgang in den USA eingesetzt. Für diesen Zeitraum stehen mir nach meinem Verständnis Verpflegungspauschalen für eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit zu.
Für 2024 werden diese inzwischen noch nachträglich geändert, weil in dem ersten Bescheid er die Verpflegungspauschale wieder nicht mit einbezogen hatte (nach mehreren Mails und Diskussion mit dem Steuerberater, es lag 2023 sowie 2024 sogar ein Nachweis seitens der Bundeswehr das eine Verpflegung nicht stattgefunden hat vor).

Das Problem: Der Zeitraum Oktober bis Dezember 2023 wurde im Einkommensteuerbescheid 2023 nicht angesetzt, obwohl das der steuerlich relevante Teil eines längeren Auslandsaufenthalts ist.
Der Bescheid 2023 ist inzwischen seit ca. einem Jahr bestandskräftig.

Mein Steuerberater (bzw. Lohnsteuerhilfeverein) sagt jetzt, eine Änderung sei nicht mehr möglich. Gleichzeitig behauptet er, die entsprechenden Unterlagen hätten ihm damals nicht vorgelegen. Ich bin mir jedoch zu 100% sicher, dass ich alle Unterlagen im Rahmen der Bearbeitung eingereicht habe, da mir damals der Sachverhalt schon klar war – nur habe ich dafür keinen schriftlichen Nachweis, da vieles persönlich oder telefonisch gelaufen ist. Er hat wie 2024 jetzt auch wieder, 2023 behauptet es sei trotz Nachweis der BW nicht erstattungsfähig.
Das Problem ist, ich habe es zu dem Zeitpunkt geglaubt…er ist ja schließlich Mitglied im Steuerring der auf Soldaten spezialisiert ist 🙃
Damit stehe ich jetzt in der Situation „Aussage gegen Aussage“.

Mein Problem / steuerlicher Nachteil
Der eigentliche Nachteil ist erheblich:
Für den Zeitraum 10–12/2023 fehlen mir die Verpflegungspauschalen komplett
Es geht dabei grob um mehrere tausende Euro Werbungskosten
Dadurch habe ich eine deutlich höhere Steuerlast für 2023, obwohl der Auslandslehrgang nachweislich stattgefunden hat.

Meine Fragen:
Gibt es bei einem bestandskräftigen Bescheid überhaupt noch realistische Änderungsmöglichkeiten (z. B. §173 AO oder andere Vorschriften)?
Wie wird in solchen Fällen bewertet, wenn Unterlagen angeblich nicht vorlagen, aber vom Steuerpflichtigen eingereicht wurden („Aussage gegen Aussage“)?
Macht es Sinn, einen anderen Steuerberater für eine Zweitprüfung einzuschalten oder ist das in solchen Fällen erfahrungsgemäß aussichtslos?
Ich möchte einfach verstehen, ob ich hier noch realistische Chancen habe oder ob das Thema steuerlich endgültig verloren ist.
Danke für jede Einschätzung.

TL;DR:
USA-Lehrgang als Soldat (10–12/2023) → Verpflegungspauschalen wurden im Steuerbescheid 2023 nicht angesetzt. Bescheid ist inzwischen bestandskräftig. Steuerberater sagt, eine Änderung sei nicht mehr möglich und behauptet, Unterlagen hätten ihm damals nicht vorgelegen (ich sehe das anders, kann es aber nicht beweisen). Es geht um mehrere tausend Euro steuerlichen Nachteil. Frage: Gibt es noch realistische Möglichkeiten zur Änderung (z. B. §173 AO) oder ist der Fall steuerlich endgültig verloren?

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u/KERNSCHROTT — 5 days ago