Am Ende der Kräfte: Wenn die Ehe zur reinen WG wird und die Gesundheit wegbricht.
Zwei kleine Kinder (22 Monate und 6 Monate), ein Vollzeitjob und täglich zwei Stunden auf der Autobahn – das ist momentan die Realität.
Zuhause wird angepackt, gewickelt, gekocht und geputzt, um der Frau den Rücken freizuhalten. Doch am Ende des Tages bleibt das Gefühl, nur noch eine funktionierende Maschine zu sein, während die Partnerschaft komplett auf der Strecke bleibt.
Körperliche Nähe, echtes Kuscheln oder gar Sex existieren seit der zweiten Geburt nicht mehr. Es geht dabei gar nicht nur um den Akt an sich, sondern um die totale Verweigerung, überhaupt über dieses Problem zu sprechen.
Jedes Mal, wenn das Thema vorsichtig und sanft angesprochen wird, folgt die gleiche Mauer: "Warte einfach ab, ich stille noch und mein Körper will nicht."
Es fühlt sich an wie ein Abstellgleis ohne Zielbahnhof. Jede ausgestreckte Hand – sei es der Vorschlag einer Paarberatung, gemeinsame Lektüre oder kleine Zärtlichkeiten ohne Druck – wird abgelehnt. Die Ansage, man solle einfach schweigen und geduldig sein, während man innerlich zerbricht, ist kaum noch zu ertragen.
Mittlerweile streikt der Körper. Atemnot und eine massive innere Unruhe sind ständige Begleiter geworden. Vom Arzt kam die Bestätigung: Herz und Lunge sind okay, das Problem ist der Kopf und der extreme Stress. Die Stimmung ist im Keller, die Zündschnur bei unwichtigen Dingen wird immer kürzer und die eigene Persönlichkeit scheint sich durch den Mangel zu verändern. Vorhin kam es zur Eskalation, weil die Ohnmacht einfach zu groß wurde.
Diese Nachricht ist kein Schrei nach einer Scheidung, aber ein Schrei nach Hilfe. Es findet eine emotionale Entfremdung statt, die Angst macht. Es ist kaum möglich, weiterhin als liebevoller Partner zu funktionieren, wenn man in seinen tiefsten Bedürfnissen komplett ignoriert wird.
Ein paar Fragen an euch:
Gibt es hier Väter, die so eine totale Blockade überstanden haben? Dauer? Was hat geholfen, wenn Reden und Entlasten im Haushalt absolut nichts gebracht haben?
Wie lässt sich verhindern, dass man irgendwann nur noch Groll gegen die Partnerin hegt, weil das eigene Wohlbefinden scheinbar keine Rolle spielt?
Ist es wirklich zu viel verlangt, auch in der Stillzeit nach Kompromissen zu suchen, wenn einer der Partner körperlich an der Situation krank wird?
Danke für jede ehrliche Rückmeldung. Es hilft schon, das Ganze einmal loszuwerden.