Hauptstruggle Arbeit - ich weiß nicht mehr weiter
Hallo zusammen, nachdem ich jetzt mehrere Wochen prokrastiniert habe, die Thematik endlich in Worte zu fassen, versuche ich es nun doch mal.
Kurze Einordnung zu mir: Ich nehme Bupropion seit einigen Wochen, nachdem ich ein SSRI abgesetzt habe. Ein wirklichen Unterschied zu davor stelle ich nicht fest (was ich erstmal positiv sehe).
Bin 50% alleinerziehend mit zwei Kindern, nem Haus und natürlich Arbeit.
Inzwischen schon echt stolz drauf, dass ich die Kinder, den Haushalt und Sport einigermaßen regelmäßig in den Griff bekomme. Aber das Thema Arbeit: Es geht einfach nicht.
Mein bisheriges Arbeitsleben war geprägt von alle 2 Jahren wegbewerben, etwas neues "spannenderes" zu finden, zumindest in dem Umfeld, wie ich es konnte.
Ich bin Beamter, und die Stellen sind entsprechend ähnlich gelagert, mit einigen Unterschieden die anfangs spannend erschienen.
Nach 1 Jahr hatte ich es "durchgespielt" und dann hat es meist noch ein Jahr gedauert zu realisieren, dass ich im Boreout bzw. hardcore Langeweile gelandet bin. Das zieht sich jetzt schon ein paar Jahre so durch.
Inzwischen bin ich an der jetzigen Stelle schon länger als 2 Jahre, da ich allerdings auch keine große Perspektive sehe, dass sich jemals ein Job ergibt, der mir wirklich langfristig gefällt oder mich fordert, oder mir zumindest das Boreout erspart, bleibe ich aktuell ohne mir etwas Neues zu suchen. Es ist jetzt soweit, dass ich alleine bei dem Gedanken nach "Produktivitätshacks" oder ähnlichem, um mich für die Arbeit zu motivieren, komplett abschalte und total dagegen arbeite. Ich schaffe es einfach nicht, mich für irgendwas aufzuraffen was mit der Arbeit zu tun hat. Passiv in Meetings zu sitzen, nichtmal zuzuhören, nebenbei anderes zu machen... Die einzigen positiven Zeiten in der Arbeit habe ich auf Dienstreisen. Da fühlt es sich so an als hätte man etwas gemacht, auch wenn das eigentlich nicht wirklich der Fall war, weil man meistens nur mit anderen Kollegen/Firmen/… Austauschmeetings vor Ort führt.
Das ganze zerrt inzwischen sehr an meiner Stimmung.. nach einem Arbeitstag ohne etwas zu tun, geht's mir richtig beschissen. Aber auch mit dem Wissen dass es morgen wieder so wäre, und ich aktiv etwas tun könnte, damit es abends besser ist, bringt rein gar nichts. Ich kann mich einfach nicht Aufraffen, es klappt nichts...
Ein paar mögliche Gründe dafür könnten sein:
- externe Erwartungen, bzw. extrinsische Motivation lässt mich abschalten
- Durch Haushalt, Kinder etc, habe ich schon sehr viel Verantwortung, die nicht nur intrinsisch gelagert ist, sodass die Energie für weiteres einfach aufgebraucht ist? Ich weiß es nicht
- Als Kind hatte ich schon dieses Phänomen, dass meine Lust instant weg war, sobald es von außen ebenfalls gefordert wurde, Stichpunkt pahtologische Vermeidung von Anforderungen (PDA)
Ich bin mit meinem Latein am Ende.. Klar ich könnte mir wieder einen neuen Job innerhalb meiner Beamtenlaufbahn suchen, dann hätte ich 1 Jahr Motivation.. Bringt mich dann aber in 2 Jahren wieder zum gleichen Punkt.
Eine komplette "Aufgabe" des Beamtenstatus habe ich ebenfalls schon durchgespielt, mit dem Ergebnis, dass ich damit am Ende ebenfalls nicht die Zufriedenheit finden würde, und wahrscheinlich auch alle 2 Jahre struggle… V.a. da ich nun durch das "Passivarbeiten" auch Skills für den "normalen" Arbeitsmarkt verloren habe.
Vielleicht sieht sich der ein odere andere darin wieder, oder die Schwarmintelligenz kann mir weiterhelfen, mich in irgendeiner Art und Weise damit arrangieren zu können oder sogar Lösungsansätze zu finden, dass ich wieder Spaß - bzw. keine Unlust - an der Arbeit habe...
Langer Text, sorry dafür.. wird wahrscheinlich nur die Hälfte lesen.
tl;dr:
Habe null Antrieb/Motivation für die Arbeit, keinen Antrieb mehr daran auch etwas ändern zu wollen, kann damit aber nicht umgehen und brauche einen Rat.