Wie löse ich dieses Kommunikationsproblem mit meinem Freund?
Vorweg:
Ich habe diesen Post in einem anderen Subreddit gepostet aber mich würde auch sehr gerne die Meinung der Männer hier interessieren, was ihr zu sagen habt.
Das hier ist mein alt account + Chatgpt
wurde benutzt, um den Text leserlicher zu machen.
Ich (w24) bin langsam emotional komplett verwirrt wegen meiner Beziehung mit meinem Freund (m23) und brauche mal ehrliche Meinungen von außen. Wir sind im Dezember zusammengekommen, jetzt 5 Monate zusammen.
Paar Background infos:
Ich war 2 Jahre lang single. Mein Ex hat mich nach 7 Monaten Beziehung emotional betrogen. Ich hatte in der Zeit zwei crushes gehabt, aber es kam nicht mal zu einer Freundschaft und irgendwann war mein Interesse von allein weg.
Mein jetziger Freund war vor mir 4 Jahre lang single. Seine letzte und einzige Beziehung davor war eine 1,5-jährige Fernbeziehung und er ist bis heute noch Jungfrau. Er kannte in den 4 Jahren zwei Mädchen, die mit ihm jeweils einmal auf ein Date waren. Sie haben sich kurz kennengelernt und auch schnell gelernt, dass es nicht charakterlich passt und irgendwann kam es zum Kontaktabbruch.
Mein Freund hat immer noch mit seiner Porno-Sucht, die er seit Teenager-Zeit hat, zu kämpfen und will davon komplett wegkommen. Er arbeitet dran, indem er Sport betreibt, sich gesünder ernährt, sowie auf seinen Kalorienbedarf kommt und viele Bücher über das Thema liest.
Ich weiß nicht, ob das vielleicht relevant für sein Verhalten ist oder ob er generell Schwierigkeiten mit emotionaler/intimer Nähe hat aber ich schieße jetzt mal los.
Anfangs, also die ersten 2 Monate in der Beziehung, war alles super. Wir waren anhänglich zueinander, haben harmonisch miteinander kommuniziert, wenn es irgendwas gab, was uns auf der Zunge lag, und so weiter.
Die Kommunikationsprobleme haben dann Ende März angefangen. Ich hatte damals über WhatsApp versucht, mit ihm über Sicherheit, Klarheit und den aktuellen Stand unserer Beziehung zu reden, weil ich gemerkt habe, dass sich emotional zwischen uns etwas verändert hat und ich mich einfach sicher fühlen wollte, dass er immer noch in die Beziehung 100% rein investiert, so wie ich.
Denn mir ist aufgefallen, dass es weniger emotionale Gespräche und mehr oberflächliche (Small-talk-artige) Gespräche gab und das habe ich ihm angesprochen.
Seine Antworten dabei waren immer wieder dasselbe:
"Was soll ich denn sagen/machen?"
"Das ist deine Ansicht"
"Keine Ahnung was ich dazu sagen soll"
"Ich kann dir nicht mehr geben als das. Wenn du das nicht akzeptieren kannst, dann bin ich nicht der richtige."
"Okay."
Während ich immer in Paragraphen versucht habe, einfach nur meine Gefühlslage zu schildern.
Am Ende der Konversation habe ich gemerkt, dass die Konversation gerade zu nichts führt und irgendwann hab ich nur noch geschrieben:
„Ich hab’s versucht… schon gut.“
Er hat das direkt anscheinend als Trennung interpretiert, mich auf gelesen gelassen und danach herrschten 2 Tage komplette Funkstille. Ich bin danach extra zu ihm gefahren, um alles persönlich zu klären, weil ich nicht wollte, dass sowas wegen WhatsApp missverstanden wird.
Dort hat er tatsächlich zugegeben, dass er dachte, es wäre vorbei und dass er in diesen 2 Tagen schon „darüber hinweg“ gewesen wäre bzw. dass es ihm laut eigener Aussage „gut ging“, weil er „Ruhe und Frieden“ hatte. Das hat ehrlich wehgetan.
Seitdem fühlt sich unsere Beziehung immer distanzierter an. Es fühlt sich oft an, als würde ich mit einer Wand reden.
Wenn ich versuche, über Gefühle oder emotionale Nähe zu sprechen, kommen meistens Antworten wie:
„Okay.“
„Das ist deine Sichtweise.“
„Wenn du das so meinst.“
„Ich bin niemanden etwas schuldig.“
Oder:
„Jeder hat das Recht und kann für sich entscheiden, zu gehen wann er will. Wir sind aus freien Stücken zusammen und können aus freien Stücken gehen.“
Und klar stimmt das irgendwo, aber ich finde trotzdem, dass man in einer Beziehung dem anderen zumindest Respekt, Verständnis, Rücksicht und ehrliche Kommunikation schuldet nicht aus Zwang, sondern weil man doch den anderen liebt. Und zu ihm hab ich gesagt, dass solche Aussagen doch einfach nur traurig und etwas selbstsüchtig klingen. Und er zuckte einfach nur mit den Schultern.
Er hat dann zugegeben, dass er emotional unintelligent ist bzw. einen niedrigen EQ hat und sieht darin auch kein Problem. Er meinte sogar, dass er nicht einsieht, warum man im Erwachsenleben seinen EQ weiterentwickeln müsste oder emotionale Entwicklung als Mensch überhaupt wichtig sei.
Außerdem hat er zugegeben, dass er ein sehr unsicherer Mensch ist und oft zwiegespalten denkt. Das merkt man auch extrem an seinen Aussagen und Entscheidungen.
Beispiel Thema Sex:
Er sagt erst:
„Ich will gar keinen Sex.“
Dann:
„Mit dir könnte ich es mir vorstellen meinen ersten Mal zu haben.“
Dann wieder:
„Ich glaube ich will mein ganzes Leben lang keinen Sex haben. Ich brauche das nicht.“
Und das zieht sich durch viele andere Themen auch.
Anderes Beispiel:
Er sagt:
"Ich kann's mir nicht vorstellen, so weit weg von meinen Eltern zu wohnen. Ich möchte, wenn ich von Zuhause ausziehe, noch in ihrer Nähe wohnen. Außerdem erbe ich das Haus meines Vaters."
Dann sagt er:
"Deutschland ist kein sicherer Ort. Die Politik hat versagt und es wird nur noch schlimmer. Ich überlege stattdessen nach X- oder Y-Land auszuziehen, wenn das so weiter geht."
Oder:
"Ich hab ein geringeres Libido weil ich asexuell bin und zu Menschen keine sexuelle Anziehung spüre."
Dann:
"Ich weiß nicht wieso ich keine Lust auf Sex habe und wünsche mir schon, dass sich das ändert."
Und dann wieder rum heißt es:
"Es ist genetisch so in mir verankert, dass ich einen niedrigen Libido habe und Genetik kann man nicht ändern."
Er wirkt oft, als würde er innerlich zwischen mehreren Meinungen schwanken und nie wirklich wissen, was er eigentlich will.
Was mich auch verletzt:
Er distanziert sich mittlerweile sogar körperlich von mir. Früher gab es mehr Nähe, Kuscheln, Streicheln usw. Jetzt besteht körperlicher Kontakt oft nur noch daraus, dass er kurz eine Hand auf meine Hüfte legt und das war’s. Kein richtiges Kuscheln mehr, kaum Zärtlichkeit, kein Streicheln oder ähnliches. Komplimente bekomme ich nur von meinen Haaren oder meinen Outfits. Gar nicht mehr zu meinem Gesicht oder Körper. Dadurch fühle ich mich noch unerwünschter und emotional weiter entfernt von ihm.
Das Verwirrende ist:
Er sagt trotzdem, dass er mich liebt und „aus Emotionen heraus“ noch mit mir zusammen ist.
Ich frage mich langsam ernsthaft:
Bin ich zu emotional oder verlange ich einfach normale emotionale Nähe und Kommunikation?
Und kann eine Beziehung überhaupt funktionieren, wenn jemand selbst sagt, dass er emotional nicht wachsen möchte?