Berlin Dönner - Eine traurige Geschichte
Ich lebe seit einiger Zeit in Berlin und habe mich ein bisschen durch die Dönerlandschaft hier gegessen. Ich habe verschiedene Arten probiert – Gemüsekebab, Steak-Döner, klassischen Hackfleisch-Döner usw.
Eine Sache verstehe ich aber einfach nicht: die Soßen.
Gefühlt gibt es überall dieselben drei Soßen, und alle basieren irgendwie auf Mayonnaise. Für mich schmecken sie ziemlich ähnlich und ehrlich gesagt eher nach Fast Food. Sie überdecken komplett den Geschmack vom Fleisch.
Vielleicht übersehe ich etwas – aber ich komme ursprünglich aus dem Nahen Osten, und dort ist Shawarma geschmacklich oft viel feiner abgestimmt.
Man bekommt es zum Beispiel mit Tahini-Soße, etwas Tomate, Petersilie oder manchmal eingelegten Zwiebeln. Sehr simpel, aber der Geschmack vom Fleisch bleibt im Mittelpunkt.
Gemüsekebab verstehe ich übrigens schon – auch wenn es nicht mein Favorit ist, kann ich ihn genießen.
Zum Beispiel bei Zagros: Der Dürüm dort ist wirklich, wirklich lecker. Aber dort habe ich auch wieder mein Problem mit den Soßen. Das Hähnchen hat eigentlich schon extrem viel Geschmack – fast schon zu viele Gewürze – und wenn dann noch die Soßen draufkommen, überdecken sie für mich komplett alles.
Mein Favorit bis jetzt ist Imren, weil das Fleisch dort einen sehr feinen, delikaten Geschmack hat, der auch wirklich im Mittelpunkt steht.
Deshalb meine ehrliche Frage an euch:
Warum ist die Soßensituation beim Döner in Deutschland so? Ist das einfach das, was die meisten Leute hier wollen? Oder gibt es Läden – vielleicht auch in Berlin – die eher mit Tahini oder anderen leichteren Soßen arbeiten?
Ich wäre sehr neugierig auf Empfehlungen.
PS: Ich versuche hier nicht wirklich, Shawarma und Döner miteinander zu vergleichen oder zu sagen, dass das eine besser ist als das andere. Mir geht es nur um dieses Phänomen, dass selbst Läden, die sich offensichtlich Mühe mit gutem Fleisch geben, am Ende trotzdem genau dieselben Standard-Soßen anbieten.