Lässt die Qualität der Offizierslehrgänge nach?
Die aktuelle Generation Zugführer, die letztes Jahr aus dem OL3 kam, hat in sämtlichen Einheiten des Verbandes das Problem, dass Entscheidungen nicht gefällt werden und die Zuarbeit nicht möglich ist weil die Kommunikation schlecht ist.
Beispiel 1: Es steht seit mindestens einem Quartal fest, dass wir eine 72-Stunden-Übung durchführen. Es werden keine Ausbildungsaufträge in schriftlicher Form verteilt. Das einzige was man effektiv bekommt ist ein unverbindliches: "Stellen sie sich darauf ein, dass sie Ausbildungen halten müssen."
Es kam auch nichts mehr.
Es gab keine Befehlsausgabe bevor wir auf den Standortübungsplatz verlegt sind. Dementsprechend war keinem der Soldaten oder Unteroffiziere klar, was der Auftrag war.
Beispiel 2: KpChef verkündet mit festem Datum und Anzahl, dass wir neu mit neuem Material ausgestattet werden. Kam natürlich nicht, und die Anzahl steht auch noch nicht in dieser Form fest, wenn wir überhaupt Material bekommen sollten.
Beispiel 3: Zugführer wird darauf hingewiesen, dass sein Mikromanagement ein Problem ist. Die Reaktion darauf war, dass nur noch mehr gemikromanaged wurde. Gruppenführer und Materialverantwortliche haben so beispielsweise keinen Zugang mehr zu dem Material mit dem sie Arbeiten müssen, wenn der Zugführer nicht da ist, weil der Zugführer darauf besteht, dass ALLE Schlüssel in seinem Dienstzimmer gelagert werden.
Beispiel 4: Zugführer soll einen Marschbefehl halten, der sich weder an Form noch Struktur hält, schweift währenddessen immer wieder ab. Keine Struktur erkennbar. Qualtitative Mängel.
Abgesehen davon, dass in diesem spezifischen Fall der Vorgesetzte nicht belastbar ist und verbal sofort Ausfällig wird sobald er Belastung erfährt, sind die Berichte aus anderen Einheiten des Verbandes sehr ähnlich.
Was ist passiert, dass Delegation und Befehlsgebung bei Offizieren im Dienstalltag nicht mehr stattfindet? Sind es die Lehrgänge oder in diesen Fällen die einzelnen Soldaten?