u/Fine_Caterpillar3711

Maschinenbau Ing. - 4 Jahre Berufserfahrung als ANÜ (1,5 Jahre als Ing. - 2,5 Jahre in der IT) - Fühle mich Lost und weiss nicht wo hin

Hallo zusammen,

ich habe Maschinenbau an einer guten Uni im Süden Deutschlands studiert. Währenddessen habe ich zwei Praktika absolviert, eine Werkstudentenstelle innegehabt und zwei Jahre lang bei Formula Student mitgewirkt. Es ging dabei immer um Fahrzeugentwicklung. Meine Abschlussarbeit habe ich ebenfalls bei einem OEM geschrieben, und zwar im Bereich rekurrente neuronale Netze. Ich war der erste Student, der dort ein LSTM implementiert hat, um Messdaten zu analysieren und Anomalien zu finden. 2021 habe ich mein Studium abgeschlossen.

Anschließend habe ich als ANÜ in der Entwicklung angefangen. Nach 1,5 Jahren kam eine Kollegin aus der Elternzeit zurück, dann hatten sie keine Aufgaben mehr für mich. Eigentlich hatte ich schon die ganze Zeit kaum etwas zu tun und habe mich gefragt, warum sie mich überhaupt eingestellt haben. Danach bin ich zu einem anderen OEM gewechselt, ebenfalls als ANÜ, diesmal als IT-Projektleiter bzw. im Plattformmanagement. Dort geht es um eine Linux-Plattform mit Virtualisierung, Cloudprojekten, Containern und zwei Dienstleistern. Hier habe ich zwar viel zu tun, aber keine Budgetverantwortung, was eigentlich eine Kernaufgabe als Projektleiters sein sollte.

Meinen großen Traum, in der Fahrzeugentwicklung zu arbeiten, habe ich mittlerweile aufgegeben. Ich sehe kaum eine Chance, bei einem OEM unterzukommen, und die Arbeit als ANÜ möchte ich so auch nicht weitermachen. Bei einem Zulieferer sehe ich aufgrund der aktuellen Situation ebenfalls keine Möglichkeiten und um ehrlich zu sein auch keine Zukunft.

Viele meiner ehemaligen Kommilitonen sind in die Rüstungsbranche gegangen. Die Arbeit an sich finde ich zwar interessant, aber generell möchte ich nicht an etwas mitwirken, das im Ernstfall Menschenleben kostet.

Mein eigentliches Ziel war es, mehr in die IT-Richtung zu gehen, am liebsten in die Entwicklung. Ich habe schon immer gerne Probleme hands-on gelöst, und Themen wie Mathe und Physik haben mir schon immer Spaß gemacht. In meiner Masterarbeit bin ich extrem aufgegangen. Ich wurde intern weiterempfohlen und hatte nach einer Bewerbungsphase eine Zusage für eine Stelle als Data Engineer. Aufgrund interner Wechsel in der Führungsebene wurden jedoch alle Einstellungen gestoppt.

Seitdem habe ich mich weiterentwickelt und zwei Zertifikate erworben. Ein Basic Cloud Zertifikat und ein Advanced Analytics Zertifikat von Google. Zusätzlich habe ich ein eigenes Projekt umgesetzt. Eine Datenpipeline in der GCP, die Tankstellendaten von einer API bezieht und diese dann analysiert.

Wenn ich mir Stellenausschreibungen ansehe, filtere ich mich selbst oft schon raus. Meistens kenne ich den halben Tech-Stack nicht. Python, SQL, Airflow, Dash, Tableau und Cloud kenne ich zwar ein bisschen, aber nicht vertieft. Ich denke zwar, dass ich mich schnell einarbeiten könnte – es ist ja alles kein Hexenwerk –, aber selbst auf Junior-Stellen, die extrem selten sind, bekomme ich nur Absagen. Außerdem ist mir nicht klar, wo hier eigentlich der geeignete Einstieg für mich ist. Auch aus meinem persönlichen Umfeld bekomme ich dazu kaum hilfreiche Antworten.

Habe ich eher eine Chance als Data Engineer? Der geforderte Tech-Stack kommt mir meistens sehr umfangreich vor. Oder wäre Data Analyst oder Business Analyst eine bessere Option? Wie sieht die Entwicklung in diesen Bereichen aus? Eine KI hat übrigens gesagt, dass Data Scientist mit meinem Profil als Maschinenbauer und meiner Abschlussarbeit am wahrscheinlichsten wäre.

Eine andere Option wäre der Einstieg ins Projektmanagement, Produktmanagement, in die Projektleitung oder als Product Owner. Allerdings wird hier fast immer Berufserfahrung in genau dieser Position vorausgesetzt, nach dem Motto: "Du willst Product Owner werden? Nur, wenn du schon drei Jahre Erfahrung als Product Owner hast." Auch hier ist mir nicht klar, welche Stellen tatsächlich Entry-Level sind und welche nicht. Aus meiner bisherigen Erfahrung muss ich sagen, eine Stelle als Product Owner, würde ich "easy" machen, die Frage ist eher, halte ich das bis zur Rente aus, oder gebe ich mir davor die Kugel.

Über LinkedIn und andere Plattformen finde ich täglich viele neue Stellen, und frage mich dann, wo ich mich überhaupt bewerben soll. Die meisten Anforderungen erfülle ich nicht. Für eine Bewerbung, bzw. allein für das Anschreiben, brauche ich immer etwa zwei bis drei Stunden. Schreiben ist als Maschinenbauer nicht meine Stärke, und ich möchte das Anschreiben möglichst genau auf die Stelle und das Unternehmen zuschneiden. Neben Beruf, Sport und anderen Verpflichtungen komme ich kaum dazu, Bewerbungen im großen Stil zu schreiben. In den letzten 4 Wochen waren es etwa 20, und langsam fühle ich mich einfach nur noch leer. Ist das normal, oder sollte ich hier einfach schneller arbeiten? Ich nutze zwar Tools wie Claude, bin aber mit den Ergebnissen nicht zufrieden und muss noch viel manuell anpassen.

Ehrlich gesagt weiß ich selbst nicht so recht, was ich mir hier erhoffe. In letzter Zeit fühle ich mich oft sehr traurig wenn ich an meine Zukunft denke. Mit meiner Familie möchte ich darüber nicht sprechen. Meine Eltern sind schon sehr alt und kommen aus Osteuropa. Sie haben von dem, was ich mache, und vom Arbeitsmarkt keine Ahnung. Ich habe das Gefühl, alles bisher falsch gemacht zu haben, und weiß nicht, wohin ich mich entwickeln soll. Ich bin für jeden Tipp dankbar.

EDIT: Den Text habe ich geschrieben und dann mit KI Grammatik und Rechtschreibung verbessert.

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u/Fine_Caterpillar3711 — 4 days ago