Wo ist jetzt meine nächste Anlaufstelle im Gesundheistssystem?
Ich habe aufgrund einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung seit einigen Monaten ein endständiges Ileostoma, bei dem der Dünndarm durch die Bauchdecke gelegt wird um einen künstlichen Darmausgang zu schaffen. Ich hatte bereits nach sehr kurzer Zeit erste Probleme mit Stenosen, d.h. Narbengewebe verengt die Faszien um das Stoma so weit, das kein Stuhl mehr durchkommt. Dadurch hatte ich innerhalb weniger wochen mehrere Darmverschlüsse, die nachdem ich in der Notaufnahme erschienen bin zuerst stationär konservativ behandelt wurden, was aber immer nur sehr kurzfristig geholfen hat, sodass ich ein paar Tage später wieder in der Notaufnahme stand. Darmverschlüsse sind lebensbedrohliche Notfälle. Daraufhin hatte ich zwei Not-OPs in denen das Stoma nochmal neu angelegt wurde, was beides sehr beängstigend und unangenehm war.
Nach der zweiten OP hatte ich erstmal eine ganze weile lang Ruhe, dann haben sich aber nach und nach wieder bekannte probleme eingeschlichen. Seit ca. 5 Tagen habe ich wieder extrem unangenehme Symptome von Blockaden, allerdings noch kein vollständiger Darmverschluss. Da ich nicht ganz wahr haben wollte, dass es wieder losgeht und durch das Vergangene total Angst vor Ärzten entwickelt habe, habe ich erst versucht, es auszusitzen. Gestern bin ich dann aber aus Verzweiflung in die Notaufnahme gefahren (immer die gleiche, sie kennen also meine Vorgeschichte), wo mir gesagt wurde, ich sei eigentlich kein Notfall. Es wurde mir aber angeboten, stationär aufgenommen zu werden, "wenn mich das beruhigt". Dort wurde ich dann über Nacht wie bisher zunächst konservativ behandelt. Für ein paar stunden ging es mir erst immer schlechter, dann hat die Behandlung spontan doch angeschlagen und es ging mir schlagartig wieder besser. Daraufhin wurde ich heute morgen als stabil beurteilt und entlassen, obwohl ich Bedenken bezüglich der Beständigkeit meines Zustands geäußert habe. Mir wurde gesagt, sie könnten nichts weiter für mich tun, die Wahrscheinlichkeit dreimal hintereinander eine Stenose zu entwickeln sie quasi null, ich solle einfach viel Trinken und Flohsamenschalen einnehmen.
Jetzt bin ich also wieder Zuhause und wie befürchtet geht es nachdem ich angefangen habe zu essen auch wieder los mit meinen Symptomen. Ich habe in der Klinik angerufen, die meinten sie können mir keinen ambulanten Termin geben, ich solle einfach abwarten und zurück in die Notaufnahme, sobald es "wieder so schlimm ist wie vor meiner letzten OP". Ein kompletter Darmverschluss ist es wie gesagt bisher noch nicht, allerdings habe ich trotzdem wieder extrem wenig "Durchlauf", starke Schmerzen, Übelkeit, seit Tagen kaum gegessen, usw. und ich will auch eigentlich nicht warten, bis es lebensbedrohlich wird.
Mein aktueller Plan wäre es, am Montag bei meinem Hausarzt anzurufen. Aber gibt es da keine bessere Anlaufstelle? War es unangemessen, in der Notaufnahme aufzutauchen? Muss ich tatsächlich einfach abwarten?