S Klausur NRW 1. Examen April 2026 Zusammenfassung
Da ich über die Zusammenfassungen der Klausuren hier sehr dankbar war, möchte ich es hier weiterführen. Zudem noch meine Lösungsansätze und Problemschwerpunkte:
1. TK
SV:
P (17) und G (20, aber Einwilligungsunfähig) sind Gymbros und trainieren gemeinsam. Dabei verletzen sie sich und müssen beide an der Leiste operiert werden. Arzt A soll das machen.
Die Mutter des G, M, bittet den A zudem, den G zu sterilisieren. Dafür bedürfte es einer gesonderten Genehmigung des Betreuungsgerichts nach BGB. M weiß davon nichts. A aber schon. Das ist ihm aber egal. Er sagt zu. P ist schon sehr selbstständig und kümmert sich um all seine Angelegenheiten selbst. Er stimmt der Durchführung der Leistenoperation zu.
Am Tag der OPs ist A krass übermüdet wegen vielen Überstunden. Er denkt bei der ersten OP, er operiere den G. Dabei liegt P vor ihm. Die OP erfolgt ohne Probleme. Danach merkt er, dass P vor ihm liegt. Er macht und sagt aber nichts, obwohl er weiß, dass durch eine weitere OP die Sterilisation wieder Rückgängig gemacht werden kann. Die OP des G wurde verschoben.
Wie haben sich A und M strafbar gemacht nach dem StGB?
Meine Ansätze:
A:
- §§ 223, 224 I Nr. 2 Var. 2 StGB. (P1) Tatbestand Heileingriff und gef. Werkzeug, (P2) Error in Persona, (P3) Einwilligung in Leisten-OP Einwilligungsfähigkeit, (P4) Subjektives Element und Personenverwechselung, (P5) Einwilligung in Sterilisation, (P6) ETBI (bzgl. Sterilisation ohnehin (-); bzgl. Leisten-OP, wenn man subj. Element verneint, aber (+)
- § 226 I Nr. 1 Var. 5 StGB. (P) Dauerhaftigkeit und Rückgängigmachung, i.E. abgelehnt. Ggf. hätte man noch Versuch prüfen müssen, was ich leider nicht gemacht habe.
M: §§ 223, 224 I Nr. 2 Var. 2, 26 StGB. (P1) Wirkung error in persona des Angestifteten auf den Anstifter, (P2) ETBI (wenn man Vorsatz bejaht). Aufgrund obiger Prüfung dann auch keine Anstiftung zum Versuch bzgl. § 226 oder versuchte Anstiftung (§ 30 I) geprüft. Hätte man ggf. machen müssen. Somit komischerweise Straffrei nach meiner Lösung
2. TK
SV: Der Vater V einer der Jungen findet alles heraus und will Geld machen. Er konfrontiert A. Er droht, ihn bei der Ärztekammer zu melden und/oder seinen Ruf zu ruinieren, wenn V nicht 10.000 € überweist. A macht dies. Kurze Zeit später verlangt V nochmals Geld. A erkennt, dass es immer so weiter gehen würde. A will ein Gespräch mit V führen und erklären, es gehe so nicht weiter. Vorsichtshalber nimmt er eine Pistole mit. Langes Streitgespräch. Am Ende sagt V zu A, er solle den Forderungen nachkommen, oder er "könne seine Approbation vergessen". A sieht keinen Ausweg seinen guten Ruf zu retten (strafrechtliche Konsequenzen wegen der OP waren ihm egal) und erschießt V, der sofort stirbt. Strafbarkeit des A?
Meine Ansätze:
§§ 212, 211 StGB. (P1) Heimtücke, (P2) Habgier, (P3), niedrige Beweggründe, (P4) Verdeckungsabsicht, (P5) § 32 I StGB => Hier im Angriff inzident § 253 StGB und (P6) Verwerflichkeitsprüfung, (P7) Gegenwärtigkeit, (P8) Erforderlichkeit, (P9) Gebotenheit wegen Dauererpressung. Am Ende ab (P6) dann leider krasse Zeitprobleme. Man hätte ggf. noch § 34 anbrühen können und dann natürlich noch §§ 223, 224 StGB.