u/ClosetedInMyForties

Zweiteinreichung, erster Post wurde wg. Beziehungsfrage autogelöscht.

Zweitaccount aus Gründen, die wohl nach dem Lesen des Beitrags offenkundig werden.

Liebe Schwarmintelligenz!

Vorab: ich bin nicht stolz auf meine Situation und das, was ich vorhabe. Allerdings sehe ich im Augenblick noch keine andere Möglichkeit und keinen Ausweg. Es ist aber nunmal so wie es ist.

Kurz und knapp: Ich bin über vierzig, mit ziemlicher Sicherheit (haha) schwul und... verheiratet. Mit einer Frau. Habe Kinder. Eigentum. Seit fast 15 Jahren.

Seit fast zwanzig Jahren leide ich an wiederkehrenden depressiven Phasen die natürlich vielschichtige Ursachen haben, aber soweit ich sagen kann, ein Kernproblem:

Ich bin nicht ich, sondern lebe eine Lüge.

Anvertraut habe ich mich bisher praktisch niemanden. Vor fünf oder sechs Jahren war ich einmal bei einer Selbsthilfegruppe "Schwule Väter". Dort habe ich zumindest erfahren das ich kein Einzelfall bin. So weit, so großartig.

Mittlerweile habe ich mir wieder einen Ruck gegeben und mich an einem Wochenende eben dieser Vätergruppe angemeldet, wo es ein ganzes Wochenende nur um dieses Thema gehen wird. Was daraus wird, kann ich nicht absehen und möchte ich im Moment auch nicht näher drüber nachdenken. Ein Schritt nach dem anderen.

Nun ist es so, dass ich irgendeine Begründung brauche, warum ich genau diese drei Tage weg bin. Freunde in der Gegend habe ich nicht, habe ich sowieso wenig bis leider gar keine. Ich will auch keinen Streit provozieren, eine Szene machen und melodramatisch so tun, als würde ich das Wochenende über im Hotel übernachten.

Meiner Frau das jetzt zu gestehen kann ich aber auch noch nicht. Ich bin mir selber noch nicht im klaren darüber, wie es ausgehen kann und wird. (Laut dem, was man so liest, war es das dann mit den meisten Ehen. Ich will aber niemanden verletzen. Zumindest jetzt noch nicht, wenn ich es vermeiden kann. Ohne Drama wird es nicht enden, das ist mir schon klar.)

Ja, ich bin ein Arsch. Ja, ich hab Schiss. Nein, es ist aber auch nicht so einfach, wie es für manche vielleicht den Eindruck macht. Ich liebe meine Familie. Nur nicht mein Leben. Die familiäre Situation ist auch so schon schwierig genug.

Aber was könnte ich meiner Familie erzählen, warum Papa ein Wochenende außer Haus ist, aber nicht sagen kann, wohin und warum er geht?

Berufliche Gründe vorschieben geht ebenfalls nicht. Eine Karriere habe ich nicht.

Sorry, wenn das arschlochmäßig und weinerlich zugleich rüberkommt. Ich steh nur völlig auf dem Schlauch und merke, wie ich nicht mehr kann.

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u/ClosetedInMyForties — 6 days ago