Vorweg: Ich bin Mitte 20 und arbeite als Handwerker, genauer gesagt als Maurer und Stahlbetonbauer. Ich liebe das was ich tue wirklich sehr, auch wenn es körperlich extrem anstrengend ist.
In den letzten Jahren habe ich jedoch das Gefühl, dass alles immer stressiger wird. Es geht ständig nach dem Motto „höher, schneller, weiter“. Gleichzeitig wird trotzdem beste Qualität erwartet, auch wenn das unter den Umständen immer schwieriger wird.
Dazu kommt eine wirtschaftliche Lage, die sich für mich so anfühlt wie „sparen ohne Ende“ (ob Material, Lohn, Werkzeug oder Abreitsschutz) und oft an den falschen Stellen. Ich habe mir immerhin nach Nachfrage 17,50 € Stundenlohn ausgehandelt. Dafür übernehme ich aber auch Aufgaben eines Vorarbeiters, wenn dieser ausfällt, so wie aktuell.
Und genau da liegt ein Problem: Ich bin mir nicht immer in allem sicher und will das eigentlich auch gar nicht. Ehrlich gesagt möchte ich einfach meine Ruhe haben und meine Arbeit ordentlich für mich erledigen. Ich will nicht zusätzlich Verantwortung für zum Beispiel zehn andere Kollegen übernehmen und alles koordinieren, wie es gerade auf meiner Baustelle der Fall ist.
Die Arbeitszeiten sind für einen Baubetrieb relativ normal, würde ich sagen, mit dem Unterschied, dass ich auch manchmal samstags arbeiten muss.
Körperlich merke ich mittlerweile deutlich, dass ich nicht mehr so "fit" bin wie zu Beginn meiner Ausbildung. Vor allem Rücken und Knie machen sich bemerkbar. Mir ist klar, dass ich das nicht ewig durchhalten werde, und ehrlich gesagt will ich das auch nicht.
Das Problem ist nur: Ich habe keine Ahnung, was ich stattdessen machen soll oder wofür ich überhaupt geeignet bin. Für Weiterbildungen wie Meister, Statiker, Architekt oder Ähnliches halte ich mich für ungeeignet. Ich war schon immer sehr praxisorientiert und schulisch eher schwach, deshalb glaube ich nicht, dass ich das schaffen würde.
Ich weiß aktuell also nicht so richtig weiter und würde mich mal für andere Sichtweisen freuen.