Wie geht man rechtlich gegen systematische Bewertungsmanipulation durch eine Anwaltskanzlei vor?
Hallo zusammen,
ich brauche eine rechtliche Einschätzung zu folgendem Phänomen, das ich bei einer größeren deutschen Wirtschaftskanzlei beobachte:
- Massenhafte Löschung negativer Bewertungen. Google zeigt am Standort an, dass 11–20 Bewertungen "aufgrund von Beschwerden wegen Diffamierung" entfernt wurden – bei aktuell 48 sichtbaren Bewertungen eine Lösch-Quote von 20–30 %. Beauftragt ist offenbar eine bekannte Reputations-Kanzlei.
- Positive Bewertungen, die nicht von Mandanten stammen. Mehrere positive Bewertungen lassen sich anhand der Verfasser-Profile dem privaten/persönlichen Umfeld der Geschäftsführung zuordnen, sind aber als angebliche Mandantenstimmen formuliert.
- Auffällige Bewertungsmuster (Häufung in kurzen Zeiträumen, ähnliche Formulierungen, Verfasserprofile ohne weitere Bewertungs-Historie), die auf koordinierte oder eingekaufte positive Bewertungen hindeuten.
Meine Fragen:
- Ist das in dieser Kombination ein UWG-Fall (§ 5 irreführende geschäftliche Handlung, § 5a Verschweigen wesentlicher Informationen)?
- Welche Rolle spielt der DSA Art. 16 zu Notice-and-Action, wenn das Löschsystem missbräuchlich genutzt wird?
- Da es sich um eine Anwaltskanzlei handelt: Greifen zusätzliche berufsrechtliche Maßstäbe (§ 43b BRAO sachliche Werbung, § 6 BORA)?
- Wer ist die richtige Anlaufstelle: Wettbewerbszentrale, RAK, oder zivilrechtlich über einen Mitbewerber?
- Wie können geschädigte ehemalige Mandanten, deren echte kritische Bewertungen gelöscht wurden, ihre Bewertungen wiederherstellen lassen?
Danke für Einschätzungen.
u/Candid_Bed6902 — 6 days ago