Verlernt glücklich zu sein. Was tun?
Als Kind war ich super happy. Habe mich immer mit Freunden getroffen, da übernachtet, Fußball gespielt, war beliebt in der Schule und so weiter.
Ging so bis ich ~14 war. Dann kam Mobbing, mehrere Schulwechsel.
Mit 18 habe ich das Abitur abgebrochen und dann ging es wieder bergauf, hatte meine erste Freundin und war eigentlich wieder ganz happy für 2 Jahre, auch wenn wir zwei Jahre lang nur dumm rumgehockt haben.
Mit 20 wurde es wieder mies. Sie hat mich betrogen, ich habe gemerkt: Ey scheiße, all deine Mobber haben das Abitur und sind schon mitten in der Ausbildung und im Studium.
Hatte erst mal für ein paar Jahre fette Depressionen und habe ungelogen 3 Jahre lang keinen Schritt nach draußen gesetzt. Komplett in Isolation gelebt, das war mit Abstand die schrecklichste Zeit meines Lebens.
Abitur nachgeholt. Bachelor gemacht. Jetzt bin ich im Master.
Das Problem: Ich bin extrem unglücklich. Ich weiß nicht wieso, aber ich habe unglaubliche Angst davor, dass mir das was ich erreicht habe weggenommen wird. Ich habe fast jede Nacht Albträume darüber, dass mir mein Abitur aberkannt wird, wegen komplett unrealistischen Szenarien (z.B. Formfehler) und ich wieder in dieser gesellschaftlichen Unbedeutsamkeit untergehe.
Diese Angst davor das zu verlieren, was ich besitze, wird aber begleitet von einer kompletten Gleichgültigkeit gegenüber meinen "Erfolgen". Weder beim Abitur noch beim Abschluss des Bachelors habe ich Freude empfunden oder war stolz, es bedeutet mir einfach nichts.
Ich merke, dass fast all meine Gedankengänge davon geprägt sind, mehr Anerkennung erlangen zu wollen. Aber sobald ich das erreiche, empfinde ich nichts.
Also ja, zusammengefasst: Ich habe unglaublich Angst zu verlieren, was ich besitze. Gleichzeitig empfinde ich aber auch das was ich besitze, als absolut wertlos. Meine Werte und Prioritäten stimmen definitiv nicht mit meinem wahren Empfinden überein.
Wie geht man damit um? Ich habe keine Ahnung was mich glücklich macht. Mittlerweile merken auch die Leute um mich herum, dass irgendwas nicht stimmt. Freunde & Familie fragen immer öfters ob alles ok ist, weil ich extrem müde bin (vor Angst nicht schlafen) und gleichzeitig sehr aktiv bin (hektisches Suchen nach irgendetwas, was mich glücklich macht / mehr erreichen wollen). Und die denken sich natürlich: Der Typ ist auf dem besten Weg dabei Doktorand zu werden, wieso freut der sich nicht und ist happy?
Bin über jeden Ratschlag dankbar. Vielleicht war jemand von euch ja schon mal in einer ähnlichen Situation und hat einen Weg da raus gefunden.