u/BuzzCity77

Ich sehe in letzter Zeit immer wieder Berichte darüber ob sich eine Ausbildung nicht mehr „Lohnen“ würde als ein Studium.
Lustig finde ich in all den Beiträgen immer: Ausbildung = Handwerk
Kaufmännische Ausbildungen gibt es z.B. scheinbar nicht.

Dann werden da immer irgedwelche glücklichen Tischler Azubis in Top Betrieben gezeigt wo alles ganz toll ist. Als Gegenzug wird dann irgendein BWL Justus gezeigt der vom tuten und blasen keine Ahnung hat.

Tenor ist immer: Ausbildung voll cool, Studium eig. voll blöd.

Ja Handwerker werden dringend gesucht und es ist ein wirklich sicherer Job, aber ganz bestimmt nicht so super geil wie dargestellt.

Nur weil zum Beispiel Altenpfleger:innen gesucht werden heißt es nicht das es ein cooler Job ist anderen Leuten den Arsch abzuwischen und sich halb tot zu schuften, zumindest nicht für die meisten.

Ja ich weiß der Arbeitsmark ist gerade schwer für Studis, aber trotzdem ist ein Uniabschluss auf lange Sicht mehr wert.

Grundsätzlich sind Ausbildungen schlechter! Schlechter angesehen, schlechter bezahlt (später), schlechter für die Gesundheit, weniger Aufstiegsmöglichkeiten, weniger anspruchsvoll (geistig), behandelt werden wie ein Knecht usw. Meistens einfach scheiß Jobs die halt irgendwer machen muss.

Ausnahmen gibt es natürlich immer und wenn man Interesse z.B. am Handwerk hat dann lohnt es sich natürlich mehr als irgendein Studium, nur weil es halt alle machen.

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u/BuzzCity77 — 11 days ago

Hey, mich würde mal eure Meinung interessieren. Grob zur Situation: Mein Leben ist seit der Kindheit bis heute (28j) komplett im Arsch. Depressionen, Sozial Phobie// Ängste generell und vor allem habe ich wirklich keinen Menschen in meinem Leben (also keine zu denen ich eine richtige Beziehung habe)

Ich bin im Januar letzten Jahren dann zum ersten Mal in Therapie gegangen und bei einer super lieben, engagierten jungen Therapeuten gelandet (VT). Sie war/ist wirklich Top. Es hat lange gedauert bis ich vertrauen konnte etc. Wir haben auch lange rumgedümpelt ohne roten Faden. Sie ist sehr schnell zu dem einzigsten Menschen in meinem leben geworden bzw dem wichtigsten jemals. Sie war die erste Person der ich vertrauen konnte und nach etlichen Monaten bemerkte ich auch erste fortschritte bez. meiner Probleme. So weit so gut.
Da man ja auch nur begrenzt Stunden hat, habe ich dann auch extreme Angst davor bekommen das die Therapie endet und ich A: den einzigen Menschen in meinem Leben verliere und B: Die Therapie endet bevor ich bereit bin, bzw. die Fortschritte gemacht habe um alleine weiter zu machen.

Ich habe sie dann irgendwann unter Tränen darauf angesprochen das ich Angst habe das die Therapie endet, ich dann wieder alleine bin und halt noch nicht soweit bin.

Sie hat mir dann wörtlich gesagt: „ich lasse sie nicht allein“ und was mache ich wenn ich mehr Zeit brauche, vielleicht brauche ich ja 5 Jahre? „Wenn es 5 Jahre dauert, dann dauert es 5 Jahre, ich lasse sie nicht allein!“ „genau wegen menschen wie Ihnen mache ich das hier“ „Nach der Langzeittherapie kann man Anträge auf Verlängerung stellen“ „werden die abgelehnt kann man widerspruch einlegen“

Das Sie mich nicht alleine lassen wird bevor ich soweit bin hat sie mir auch deutlich mehrfach in weiteren Gesprächen gesagt!

Vor einigen Wochen wurde es dann für mich wieder schlimmer mit der Angst weil halt die Stunden der langzeittherapie zu neige gingen. Dort meinte sie dann das erste mal das sie nur verlängert wenn sie Bedarf und sinn sieht. Sie würde sich da strikt nach Vorschrift verhalten. Sie wollte das ich in eine stationäre Klinik gehe, was ich so spontan nicht wollte/konnte, dass war der Knackpunkt. 2 Stunden waren dann sehr negativ, weil sie nur das beste für mich wollte, ich aber aus Angst oder sonst was nicht konnte.

Danach hatten wir wieder gute Stunden und ich dachte jetzt geht es weiter. War motiviert und machte für mich gute fortschritte usw. Die Angst vor dem Ende hatte ich bewusst ignoriert weil sie mich ja nur hindern würde. Ich habe ihr vertraut und gedacht es geht weiter

Letzte Stunde gab sie mir einen Fragebogen mit, um den aktuellen Stand zu checken. Ich dachte super d.h. sie guckt gerade bez. der Verlängerung.

Heute beim Termin ging es mir ziemlich schlecht, da ich es in einem bestimmten Bereich nicht schaffe mich meinen Ängsten zu stellen. Irgendwie habe ich eine Blockade und weiß nicht warum das immer so ist bla bla
Habe dann auch wieder geweint und sie war wie immer super einfühlsam und hat gefragt was wir machen sollen. „Sollen wir vielleicht kleinere Schritte machen?“

Naja in den letzten 5 min sagt sie dann sie würde die Abstände zwischen den Sitzungen vergrößern, auf alle zwei Wochen. Die nächsten 2 noch 1x die Woche danach dann 2x alle 2 Wochen. War blöd, aber konnte ich verstehen. Danach würde sie dann 1 treffen pro quartal anbieten können. Das wäre ihr Angebot. Ich fragte nach was denn mit der Verlängerung wäre? „Nein, dass mache ich nicht“ Ich war geschockt, beim rausgehen kam dann noch ein etwas unsicheres „alles gute“ und dann bin ich weinend raus.

Zuhause war ich dann komplett fertig. Ich habe jetzt quasi noch 4 Stunden und dann war es das…

Nach der Trauer bin ich nun ziemlich wütend auf sie. Es ist ihr gutes Recht die Therapie auslaufen zu lassen und natürlich kann Therapie nicht ewig gehen. Um sowas geht es mir nicht! Und ich sehe auch ein das es bei mir inzwischen sinnvoll wäre sich alle 2 Wochen zu treffen, aber halt noch längerfristig.
Ich bin extrem wütend weil sie mir doch mehrfach gesagt hat das sie mich nicht alleine lassen wird, bevor ich bereit bin. Das bin ich definitiv nicht, ich habe noch so viele Baustellen und Probleme. Warum erzählt sie denn so eine scheiße? Wenn man große „Versprechen“ macht, dann sollte man dazu doch stehen, vorallem als Therapeutin? Und außerdem finde ich den cut krass. Nach 1,5 Jahren Therapie das plötzliche Ende und nur noch 4 Stunden? Vorallem für jmd für den sie die einzigste Bezugsperson ist.

Ich bin extrem enttäuscht. Wie gesagt es geht mir nicht darum das Therapie endet, sondern wie! Ich habe auch X-Mal gesagt ich würde als Selbstzahler weitermachen, also liegt es hier nichtmal hauptsächlich an der GKV. Und wie gesagt ich mache seit den letzten Monaten Fortschritte, es ist nicht so als wäre Stillstand!!

Findet ihr ich bin berechtigt wütend?

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u/BuzzCity77 — 14 days ago