
u/BlueSlime3

Standpunkt hinter r/berlin_public
Mal so aus Interesse, welches Ziel verfolgt eigentlich der Sub r/berlin_public? Ich dachte ehrlich, das wäre neben r/berlin eher für öffentlichen Austausch und verschiedene Meinungen gedacht. Wenn man aber durch den Sub scrollt, kommen gefühlt fast alle Beiträge von derselben Person. Für einen öffentlichen Diskurs wirkt das irgendwie ziemlich einseitig.
Klar, Nachrichten und politische Themen werden da auch genauso gepostet. Aber etwa 90% der Beiträge des Subs kommen alle von der gleichen Person und in letzter Zeit sind es ständig dieselben Blogposts über Islamisten oder historische Verbindungen zwischen einem Palästina Mufti und den Nazis. Irgendwann fühlt es sich mehr nach persönlichem Agenda Posting an, die krampfhaft verfolgt wird. Nicht böse gemeint, ich frage mich nur ernsthaft, was eigentlich der Standpunkt oder die Idee hinter dem Sub sein soll.
In diesem Zusammenhang ist eine Studie von David Hope von der London School of Economics und Julian Limberg vom King’s College London aus dem Jahr 2020 sehr interessant. Die Forscher haben 18 OECD Länder untersucht, darunter Australien, Deutschland, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. Ihr Ergebnis ist einfach gesagt dass Steuersenkungen für Reiche vor allem den Wohlhabenden selbst nutzen, aber nicht der gesamten Wirtschaft. Es entstehen dadurch weder mehr Wachstum noch mehr Jobs, stattdessen steigt die Ungleichheit. Beim Bruttoinlandsprodukt und bei der Arbeitslosigkeit gab es keinen Unterschied zwischen Ländern die Steuern für Reiche gesenkt haben und denen die es nicht getan haben. Der sogenannte Trickle down Effekt wird dadurch wissenschaftlich nicht bestätigt.
Außerdem ist wichtig dass in Deutschland der Spitzensteuersatz von 45 Prozent in der Realität nur von wenigen wirklich gezahlt wird. Laut Oxfam Misereor und Transparency International liegen die effektiven Steuer und Abgabensätze bei Multimillionären bei etwa 29 Prozent und bei Milliardären bei rund 26 Prozent ihres Einkommens. Viele normale Arbeitnehmer zahlen damit prozentual mehr.
Zusätzlich gehen jedes Jahr nach Schätzungen über 100 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung verloren und fehlen dadurch dem Staat und der Gesellschaft.
Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass die Organisation for Economic Co-operation and Development, die nun wirklich kein sozialistischer Verein ist, Deutschland empfiehlt, die Steuern für die breite Unter- und Mittelschicht zu senken, um die Nachfrage im Inland anzukurbeln.