Ich brauche mal eine ehrliche Einschätzung, vor allem von Leuten mit Erfahrung im Bau/Handwerk oder rechtlich.
Ich habe Ende 2025 ein Bauunternehmen für Drainagearbeiten und das Setzen von L-Steinen beauftragt. Das Angebot lag bei ca. 16.000 € brutto. Wichtig: Es war kein Pauschalangebot, sondern Abrechnung nach tatsächlichem Aufwand.
Im Angebot stand auch ausdrücklich:
ohne Verfüllung
ohne Entsorgung des Erdaushubs
Ich hatte auch ein weiteres Angebot (~18.600 €), also alles in einem normalen Rahmen.
Die Arbeiten haben im Dezember begonnen. Es gab damals etwa 3 Einsätze, die jedoch wegen Wetter und Bodenverhältnissen immer wieder abgebrochen werden mussten. Es wirkte insgesamt eher chaotisch und es wurde nichts Nachhaltiges fertiggestellt.
Im Februar wurde nochmal angesetzt, aber auch da waren sie nur an zwei Tagen vor Ort, ohne dass sich wirklich etwas verändert hat.
Erst im April lief es dann strukturiert und die Arbeiten wurden zügig ca. 8 Arbeitstage fertiggestellt.
Ursprünglich habe ich gesagt, dass der Aushub auf meiner Wiese abgelegt werden soll und ich mich selbst darum kümmere. Irgendwann war die Fläche voll, und von der Firma kam der Hinweis, dass ich mich um die Entsorgung kümmern sollte.
Ich habe daraufhin bei der städtischen Entsorgung eine Möglichkeit organisiert, den Aushub auf einer Deponie abzuladen (zu einem für mich fairen Preis). Die Firma hat dann angeboten, den Transport zu übernehmen – ohne konkretes Angebot oder Preisabsprache.
Der Abtransport lief an einem Tag:
ca. 3 Personen
rund 7 Stunden
2 kleinere LKW + 1 Baggerfahrer
Zusätzlich kamen im Verlauf noch folgende Punkte dazu:
Mauer abreißen. Die Mauer wollte ich selber abreißen, würde aber ohne Rücksprache von denen erledigt. (Die war halt im Weg)
Verfüllung mit Schotter (wurde mir von der Firma empfohlen, da Maschinen ohnehin vor Ort waren, so die Aussage vom Bauleiter. Wortlaut war: Lass und denn Schotter doch schonmal Einbringen und verteilen.)
Mir war klar, dass diese Dinge extra kosten – aber es wurde nie über konkrete Preise oder eine Gesamtsumme gesprochen.
Wichtig: Ich habe keine klassische Rechnung erhalten, sondern wurde nach Fertigstellung zu einem Gespräch gebeten. Dort wurde mir alles vorgerechnet (Arbeitsstunden, Maschinen etc.).
In diesem Termin habe ich auch erstmals die Arbeitsprotokolle gesehen und mitgenommen – während der Bauphase wurden mir diese nie gezeigt oder zur Unterschrift vorgelegt.
Die Gesamtsumme: ca. 45.000 € brutto.
Also fast das Dreifache vom ursprünglichen Angebot.
Meine erste Reaktion war erstmal zu gehen, habe denen klar gesagt das ich mich verarscht fühle und jz erstmal überlegen was ich mache. Die vorgelegten Arbeitsprotokolle habe ich mitgenommen. Das ist jz 3 Werktage her und niemand hat sich bisher bei mir gemeldet. Keine Rechnung, keine sonstige Nachricht von denen.
Mein Problem:
Ich wurde während der Bauphase nie darauf hingewiesen, dass sich die Kosten in so eine Richtung entwickeln
Ich wurde erst am Ende mit der Gesamtsumme konfrontiert
Ich sehe ein, dass Mehrkosten entstanden sind. Aber ich hätte das Projekt so niemals weiterlaufen lassen, wenn ich gewusst hätte, dass wir am Ende bei 45k landen.
Meine Frage an euch:
Macht es Sinn, dagegen vorzugehen?
Wie schätzt ihr die Chancen ein?
Ist das eher ein „musst du zahlen“ oder ein Fall, wo man realistisch kürzen/verhandeln kann?
Bin für jede Einschätzung dankbar.