Lost unterwegs im Leben und Beruf
Hallo zusammen,
ich denke seit längerem darüber nach mir professionelle Hilfe zu suchen. Und Achtung, ich erwarte und will auch keine Diagnose von euch. Nur eure Gedanken und Erfahrungen.
Ich habe mittlerweile die 30 Jahre überschritten und fühle mich maximal verloren und dumm.
Ja, warum ist das so? Ich beschreibe mal was mir täglich so durch den Kopf fliegt und zeige anhand von alltäglichen Situationen aus dem Leben, was da so gesammelt vor sich geht.
Auf Arbeit:
Ich bin IT-Administrator. Ich würde mich gerne mehr in's Team einbringen. Bin eigentlich ein lustiger Kerl. Das wird grundsätzlich und eher unbewusst unterdrückt. Aus Angst der Clown zu sein. Ich meide Gespräche aus Angst etwas falsches zu sagen oder dumm anzukommen. Das vermeide ich auch, weil meine Aufnahmefähigkeit nicht die Beste ist. Längere Konzentration auf ein Thema oder Gespräch ist schwer bis unmöglich. Ich schweife früher oder später immer ab oder verliere mich in einem bestimmten Punkt meines Gegenübers. Wenn mehrere Personen reden, kommt manchmal nichts an. Es ist überfordernd und ich kann mich auf keine einzelnen Stimmen konzentrieren. Wenn ich direkt angesprochen werde, klappt das. Muss dann aber oft nachfragen, was man von mir möchte. Es entsteht das permanente Gefühl zu langsam zu sein. Ich fühle mich dauerhaft dumm und die Menschen um mich herum sind wirklich beneidenswert klug.
Im Alltag:
Freunde sind Mangelware. Ich will Freunde, aber ich schaffe es nicht an Menschen anzuknüpfen. Smalltalk empfinde ich als enorm schwachsinnig. Es hat aber auch niemand Lust darauf, sich direkt über die tiefgründigsten Themen zu sprechen. Ich verstecke mich, bis ich ein Mindestmaß an Sicherheit verspüre. Direkt in größere neue Gruppen einzusteigen kann ich vergessen. Was könnten alle über mich denken? Dabei bin ich wirklich intuitiv witzig. Bin dann sicher manchmal der weirde Kerl, der strange grinst, weil er im Kopf was richtig witzig findet, das andere sicher auch so empfinden würden.
Exzessives Konsumverhalten:
Phasenweise mal Cannabis, dann Alkohol oder auch mal ne Weile am Wochenende was Aufputschendes wie Koks, PEP, MDMA,... Wurde dann stellenweise recht heftig. Wenn ich merke, dass es anfängt negative Auswirkungen zu haben, kann ich das von heute auf Morgen ohne Probleme abstellen. Seit längerer Zeit schon jedoch habe ich Abstand dazu genommen. Das lässt sich heute auf Computerspiele ausweiten, aber vielleicht auch als Schutz vor Langeweile. Was interessant ist, ist, dass ich Aufputschende Mittel im Gegensatz zu meiner Umgebung mehr Konsumieren konnte innerhalb eines Abends, als alle anderen um mich herum und am nächsten Tag nicht im Ansatz so fertig war. Weiß nicht ob das mit der Hirnchemie zu tun hat, oder ob mein Körper hier einfach etwas resistenter ist. Nur ein interessanter Fakt, den ich selbst einfach gerne verstehen würde #Superman.
Immer mal 'ne gute Idee:
Ich würde gerne ein Buch schreiben. Habe eine wirklich gute Idee. Erste Gedanken sogar niedergeschrieben. Aber sich mal dran setzen? Nö, am Ende wieder am Rechner, oder eine andere Idee ist da, die Ursprüngliche versinkt im Nichts, bis sie mir dann irgendwann wieder random durch den Kopf fliegt. Man weite das auf wichtige Dinge, wie den Gang zum Amt aus. War dann auch mal zwei Jahre lang nirgends gemeldet und solche Späßchen. Mit Glück ist mir sowas noch nie auf die Füße gefallen.
Ich fühle mich wie ein unselbstständiges Kind. Dumm, unwissend, überall fehl am Platz und als Belastung unter klugen Menschen und gleichzeitig allein auf der Welt.
Fühlt sich wer ähnlich? Was denkt ihr darüber?
Liebe Grüße und einen hoffentlich entspannten und sonnigen Tag wünsche ich euch!