u/Beginning-Pressure65

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Warum wird von Vätern erwartet, dass sie für Umgangsrecht ihr ganzes Leben opfern?

Ich stehe gerade vor einer Situation, die mich ehrlich gesagt ziemlich verzweifeln lässt, und vielleicht gibt es hier Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder Ideen haben.

Durch einen Sorgerechts-/Umgangskonflikt mit meiner Ex werde ich faktisch dazu gezwungen, aus meinem bisherigen Umfeld (Freiburg im Breisgau), wo ich sozial gut eingebunden bin und viele Kontakte und Freunde habe, wegzuziehen und nach Schorndorf bzw. in die Gegend von Schwäbisch Gmünd zu ziehen, damit ich weiterhin ein präsenter Vater für mein Kind bleiben kann. Meine Ex hat dort in einem kleinen Dorf ihre 30-köpfige Großfamilie und ich habe dort niemanden und muss dort mit 43 Jahren komplett neu starten.

Was mich dabei zunehmend fertig macht, ist nicht nur der juristische Druck und die Ungerechtigkeit des Rechtssystems, sondern auch dass ich alles aufgeben muss, wenn ich weiterhin im Alltag meines Kindes präsent sein will – Wohnort, soziales Umfeld, Stabilität, die eigene Identität. Ich habe das Gefühl, dass kaum gesehen wird, was solche Entscheidungen emotional und sozial mit einem machen. Ich befürchte, dass ich in der neuen Situation langsam, aber sicher vor die Hunde gehen werde.

Ich habe mein gesamtes soziales Leben immer über alternative Kultur- und Tanzszenen aufgebaut. Ich tanze brasilianischen Paartanz (Forró) und Balfolk, und genau darüber habe ich bisher Freundschaften, Gemeinschaft und überhaupt sozialen Halt gefunden.

Die Vorstellung, in eine Gegend ziehen zu müssen, nicht oder nur sehr schwer finden kann, macht mir ehrlich Angst. Nicht nur wegen Einsamkeit, sondern weil ich Sorge habe, komplett den Anschluss zu verlieren – Freunde, soziale Stabilität, vielleicht irgendwann auch die Möglichkeit, wieder eine Partnerschaft aufzubauen.

Deshalb wollte ich fragen:

- Kann mir jemand Tipps geben, wie ich in Schwäbisch Gmünd oder in Schorndorf wieder Anschluss finden könnte, über Aktivitäten und Szenen, die zu mir passen. Ich weiß, dass es in Stuttgart so etwas gibt aber ich halte mich überhaupt nicht gerne in Stuttgart auf und die Zugfahrt ist auch so lang, dass ich es im Alltag vermutlich eher nicht schaffe dort regelmäßig präsent zu sein.
- Wie schafft man als Vater einen kompletten sozialen Neustart, ohne psychisch dabei unterzugehen?
- Hat jemand Erfahrungen damit, durch Umgangs- oder Sorgerechtsthemen zum Umzug gezwungen worden zu sein? Wie könnte ich es schaffen, wieder mehr Kontrolle über mein Leben zu bekommen und nicht ständig auf die Launen meiner Ex reagieren zu müssen? Wir haben zwar das gemeinsame Sorgerecht, aber ich erlebe in der Realität, dass bei Entscheidungen, in denen wir uns nicht einig werden (und das sind in unserem Fall fast alle Entscheidungen) Familiengerichte dem hauptbetreuenden Elternteil, die alleinige Macht geben. Ich betreue zwar viel, aber da das Kind noch recht klein ist (1,5 Jahre) hat meine Ex mehr Betreuung und sie verhindert auch, dass ich mehr betreue, wo sie kann. Ich würde gerne mehr betreuen, aber sie blockiert alles.

Ich freue mich wirklich über jeden ernst gemeinten Tipp oder Erfahrungsbericht.

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u/Beginning-Pressure65 — 5 days ago