Ich weiß, dass das eine extrem unpopuläre Meinung ist, aber ich habe zunehmend das Gefühl, dass ein Teil unserer Gesellschaft sich in einer Art Dauer-Ausrede eingerichtet hat.
In meinem Umfeld höre ich ständig, wie schlecht es allen geht – psychisch, emotional, beruflich. Und ja, mentale Gesundheit ist real und wichtig. Aber irgendwann kippt es von „Problem erkennen“ zu „Problem als Identität nutzen“. Es wirkt oft nicht mehr wie ein Zustand, an dem gearbeitet wird, sondern wie ein Dauerzustand, der jede Form von Eigenverantwortung ersetzt.
Viele schaffen es nicht, den nächsten Schritt zu gehen – weder im Job noch privat. Kein Antrieb, keine Disziplin, keine Bereitschaft, sich durch unbequeme Phasen zu arbeiten. Stattdessen wird auf äußere Umstände verwiesen: das System, die Gesellschaft, die Vergangenheit, die Eltern, die Arbeit. Alles ist schuld – nur man selbst nicht.
Was mich besonders stört: Es fehlt oft komplett an Leistungsbereitschaft. Egal ob im Beruf, im Sport oder bei persönlichen Zielen – der Anspruch ist niedrig, aber die Erwartungshaltung hoch. Erfolg soll kommen, ohne dass man bereit ist, etwas dafür zu investieren. Und wenn er ausbleibt, ist wieder „das System“ schuld.
Gleichzeitig fehlt grundlegendes Verständnis für Dinge wie finanzielle Bildung. Kein Interesse daran, wie Geld funktioniert, wie man investiert oder langfristig Vermögen aufbaut. Stattdessen wird von Monat zu Monat gelebt – und sich dann darüber beschwert, dass man „nicht vorankommt“.
Und jetzt der Teil, der wahrscheinlich am meisten triggert:
Diese Haltung bleibt nicht isoliert. Sie wirkt sich auf das Umfeld aus. Menschen, die sich dauerhaft in dieser Passivität und Negativität bewegen, ziehen andere mit runter. Motivation wird gebremst, Ambition wird belächelt, Fortschritt wird relativiert.
In einem Sozialstaat funktioniert Solidarität nur, wenn sie nicht zur Einbahnstraße wird. Unterstützung ist wichtig – aber sie darf nicht zur Dauerlösung für fehlende Eigenverantwortung werden.
Ich sage nicht, dass jeder alles schaffen kann oder dass jeder die gleichen Voraussetzungen hat. Aber ich glaube, dass wir uns zu sehr daran gewöhnt haben, Gründe zu suchen, warum etwas nicht geht – statt Wege zu finden, wie es gehen könnte.
Bekomm dein verdammten Arsch hoch!!!