Ich grüble in letzter Zeit wieder viel über meine Kindheit nach und wollte fragen, ob jemand ähnliche Erfahrungen kennt.
Ich bin 25 (w), wohne alleine, arbeite, trainiere und habe mein Leben eigentlich im Griff. Ich habe keinen akuten Leidensdruck, aber mein Stiefvater beschäftigt mich in letzter Zeit wieder mehr.
Er war früher oft alkoholisiert, aggressiv und sehr unberechenbar. Wir Kinder mussten ständig auf seine Laune achten und waren oft extra lieb, damit nichts eskaliert. Es gab viel Angst, Druck und einige Grenzüberschreitungen, die bis heute nachhängen.
Nach außen war trotzdem oft normales Familienleben und ich habe vieles einfach verdrängt bzw. mir gedacht „ist halt passiert“.
Seit ich ausgezogen bin und deutlich distanzierter geworden bin, verhält er sich mir gegenüber wieder komisch. Er wirkt schnell beleidigt, provoziert mich, macht abwertende/sexuelle Bemerkungen und wird betrunken sehr unangenehm. Gleichzeitig jammert er ständig, dass wir keine richtige Familie seien.
Mich verwirrt:
- warum ich gerade jetzt wieder so viel darüber nachdenke
- ob man von sowas geprägt sein kann, obwohl man im Alltag eigentlich stabil funktioniert.
- und ob jemand dieses beleidigt-provozierende Verhalten kennt, sobald man als erwachsenes Kind auf Distanz geht