Ich muss lernen Grenzen zu ziehen und will zu den Konsequenzen stehen. Ich habe trotzdem Angst meinen Partner dadurch zu verlieren.
Hallo! Ich bin gerade ziemlich verzweifelt und versuche, mir klarer zu werden. Und hoffe doch irgendwie, noch für manches eine andere Lösung zu finden. Das hier ist ein throwaway-account, weil ich sonst nur auf Reddit lurke... Für die nummerierten Punkte habe ich KI als Formulierungshilfe genutzt.
Ich (W31) bin seit fünf Jahren mit meinem Partner (M35) zusammen. Unsere Beziehung ist von einem hoch und runter geprägt. Während ich ihn sehr liebe und leider auch in der Vergangenheit über meine Grenzen gegangen bin, um die Beziehung zu halten, hat er da nicht so viel "Verhandlungsspielraum". Er hat einige schlechte Angewohnheiten im zwischenmenschlichen Umgang und ich bin gerade dabei, meine Grenzen wirklich zu spüren und zu etablieren. Z.B. hat er in der Vergangenheit, wenn ich gesagt habe, dass ich mich mit seinem Verhalten unwohl fühle, oft versucht es darauf zu reduzieren, dass ich daran arbeiten soll, dass mich sein Verhalten triggert. Er hat heute, glaube ich, zum ersten Mal verstanden, dass das so nicht funktioniert, als ich ihm gesagt habe, dass er an seinen Triggern arbeiten muss, damit er nicht mehr wütend wird (ich habe klargestellt, dass ich gerade nur seine Aussage spiegele). Da ich mich aber aufgrund solcher Dinge und vieler weiterer Situationen immer unwohler fühle, sodass unsere Paartherapeutin mir mehr oder weniger die Hausaufgabe gegeben hat, meine Grenzen zu spüren und selbst dafür zu sorgen, dass ich mich sicher fühle. Hier ist mein Entwurf dazu.
Vertrauen und Transparenz: Ich möchte in einer Beziehung sein, in der Transparenz selbstverständlich ist – den Alltag, Erlebnisse und Kontakte offen zu teilen. In der Vertrauen beidseitig ist: Wie der eine einen Vertrauensvorschuss gibt, sollte sich der andere vertrauensfördernd verhalten. Ich möchte nicht in einer Beziehung bleiben, in der das nicht von beiden Seiten stattfindet.
Rücksicht und Wertschätzung: Ich möchte in einer Beziehung sein, in der man die Bedürfnisse des anderen ernst nimmt und Rücksicht übt, ohne sich selbst zu verlassen. In der Großzügigkeit gesehen und geschätzt wird und Bedürfnisse nicht zu Problemen erklärt werden. Ich möchte nicht in einer Beziehung sein, in der Rücksichtnahme wenig Raum hat.
Respekt und Sicherheit: Ich möchte in einer Beziehung sein, in der respektvoll miteinander gesprochen wird, körperliche Übergriffe nicht existieren und Wut nicht an Menschen oder Gegenständen ausagiert wird. In der ich mich auch im Auto sicher fühle. Ich möchte nicht in einer Beziehung bleiben, in der geschrien, aggressiv mit mir gesprochen wird oder ich mich bedroht fühle.
Urlaub: Ich möchte in einer Beziehung sein, in der wir unsere Freizeit und Urlaube gemeinsam gestalten und uns absprechen. Ich kann aktuell nicht in einer Beziehung bleiben, in der mein Partner allein mit einer anderen Frau in den Urlaub fährt. Wenn wir gemeinsam Vertrauen wieder aufgebaut haben, bin ich offen dafür, gemeinsam zu schauen, wie wir beide uns wohlfühlen können.
Schutz vor Dritten: Ich möchte in einer Beziehung sein, in der sich die Partner gegenseitig schützen, wenn der andere von Dritten schlecht behandelt wird. Ich sehe B. Verhalten als Verrat an mir. Daher möchte ich nicht in einer Beziehung bleiben, in der mein Partner Kontakt zu einer Person wie ihr hat.
Zu B (W35): Es handelt sich hier um eine ehemals gemeinsame Freundin. Mein Partner und ich hatten Streit und er hat für mich unverständlich reagiert. So heftig, dass ich auf einer Zugrückfahrt stundenlang weinen musste. B. hatte ihn am Vorabend gesehen und ich habe mich in meiner Verletzlichkeit an sie gewandt und sie gefragt, ob er irgendwie schlechte Laune hatte und es einen anderen Grund gibt, dass er sich mir gegenüber so verhält. Ich habe deutlich gesagt, sie mir aber nichts sagen muss, wenn sie sich damit unwohl fühlt. Ich hatte auch schon davor mehrfach gesagt, dass sie sich melden muss, wenn sie sich so fühlt, als ob sie zwischen den Stühlen sitze. Sie hat mich getröstet und gesagt, es sei alles gut gewesen. Einige Zeit später ist sie dann zu ihm gegangen und hat gemeint, sie mache sich Sorgen um die Beziehung und hat das und andere Dinge, die ich ihr im Vertrauen erzählt habe, weitergegeben. Mein Partner hat mich beschuldigt, sie über ihn auszufragen, obwohl er gesagt hat, es sei okay, wenn ich mit ihr über unsere Beziehung rede. Bin ich hier im Unrecht?
Zum Urlaub: Ich würde das gerne erstmal so stehen lassen. Wenn ihr mehr Kontext braucht, sagt gerne Bescheid.
Ich will vor allem diese letzte Grenze nicht ziehen, weil ich Angst habe, dass die Beziehung daran zerbricht... Sind meine anderen Grenzen überzogen? Auf der anderen Seite weiss ich, dass ich die Konsequenzen tragen muss. Ich will nur irgendwie mit mir vorallem bei Punkt 5 und in dem konkreten Fall mit B. mit mir verhandeln und mir das ausreden...
TLDR; Ich bin dabei zu lernen, Grenzen zu ziehen, und habe Angst davor.