Hi Reddit,
ich bräuchte mal eine Meinung zu einem Thema, das ganz aktuell meine Beziehung belastet, die nicht direkt biased ist und gerne auch einen anderen Blickwinkel einnimmt.
Kurz zu uns: Mein Partner (m32) und ich (w30) sind seit ca. 5 Jahren zusammen und wohnen auch in einer gemeinsamen Wohnung. Unsere Finanzen regeln wir unabhängig voneinander.
Er arbeitet in einem kleinen Betrieb, der Chef will schon seit Jahren in den Ruhestand, aber hat das nie durchgezogen. Das ist ein offenes Geheimnis. Mein Partner weiß also, dass er sich über kurz oder lang etwas anderes suchen muss, denn der Betrieb ist nicht lukrativ genug, um von jemanden übernommen zu werden, sodass der Chef die Firma einstampfen will, sobald er dann in Rente geht. Letztes Jahr hatte er einen Herzinfarkt, da habe ich schon gesagt, dass es an der Zeit ist, sich intensiv nach einem neuen Arbeitsplatz umzusehen.
Stattdessen hat sich mein Partner vor drei Monaten ein neues Auto zugelegt, entgegen meiner Wünsche. Riesiges Teil, frisst unglaublich viel Diesel (?) und er musste dafür auch noch einen Kredit aufnehmen. MMn eine vollkommen sinnbefreite Aktion von ihm.
Stand heute: Mein Partner steht ohne Job da, weil die Firma offiziell am 01. Mai dicht gemacht wurde. Chef hat sich nicht mehr richtig von seinem Herzinfarkt erholt, lebt nun wohl in einer Pflegeeinrichtung und seine Frau hat das alles in die Wege geleitet.
Er war inzwischen beim Amt, um sich arbeitslos zu melden und hat auch gleich die Anträge für ALG I eingereicht, die gestern bestätigt zurückkamen. Nun hat er schwarz auf weiß, dass er mit dem Geld nicht hinkommen wird, zumindest nicht solange er die Rückzahlungsbeträge für den Kredit auf dem aktuellen Niveau hält. Ich kenne mich mit Krediten nicht so gut aus, habe bisher noch nie einen aufgenommen, aber darüber kann man doch sicherlich mit dem Kreditinstitut sprechen, genau für solch flexiblere Kredite wird doch auch so viel Werbung gemacht!
Seine Lösung sieht anders aus, denn er bat mich nun, dass ich ihn mehr unterstützen soll. Find ich milde gesagt, absolut scheiße von ihm.
Ich nutze das Auto nicht, alleine fahre ich das Teil schon mal gar nicht, weil ich das Gefühl hab, dass ich gar nicht in der Lage bin alles zu überblicken und ansonsten fahre ich auch nur mit, wenn wir gemeinsam unterwegs sind. Dafür zahle ich ihm 50€ Spritgeld im Monat, was selbst bei dem aktuellen Preisen vollkommen angemessen sein dürfte.
Die Rechnung ist simple: Ich gehe von einem ungefähren Verbrauch von 12 Litern pro 100km aus, also 12 Liter * 2,50€ (absolute Höchstpreise) sind bei mir 30€ und ich weiß, dass ich im Leben nicht 100km pro Monat mit ihm mitfahre. Da hat er also noch 20€ für Reinigung und Versicherung, Verschleiß oder whatever. MMn absolut fair, oder?
Mehr bin ich aber auch nicht bereit zu zahlen, weil das weder mein Auto ist noch bin ich darauf angewiesen, da ich alles mit dem Rad oder den Öffis erreichen kann. Klar, bequemer ist das mit dem Auto schon, vor allem größere Einkäufe und wenn das Wetter so richtig mies ist. Ich möchte ein Auto auch nicht missen, nur muss es eben nicht dieses sein.
Also die Frage ist nun, verhalte ich mich asozial, wenn ich seine Schwanzverlängerung nicht mitfinanzieren möchte und ihn damit nicht unterstütze? Er hat sich das ganze Dilemma mMn auch selbst zu zuschreiben, oder sehe ich das zu streng?
(Throwaway-Account)