u/1828182845

Wir stehen vor der Entscheidung wie wir unser Haus Kernsanieren. Wir haben 3 verschiedene Szenarien durchgerechnet aber sind uns jetzt wo es ernst wird unsicher ob wir nicht was übersehen haben. Daher wären wir über weiteren Rat oder Erfahrungen froh.

Eckdaten zum Haus:

  • BJ 1974
  • 36,5 Aussenwände in Massivbauweise, im Hang aus WU Beton
  • 250qm auf 2 Geschossen
  • Kaltdach
  • unterstes Geschoss zur Hälfte im Hang, ca. 1,80m in der Erde
  • Ziel: 3 Wohneinheiten
  • Es ist ein 'Worst performing building'

Ein Energieberater hat uns durchgerechnet welche Maßnahmen jeweils für verschiedene Effizienzhausstufen notwendig sind und das haben wir grob mit Handwerkern bepreist und die ersten Angebote eingeholt. Das Thema Förderung bringt das alles dann nochmal durcheinander sodass ich mir die Szenarien mit Excel durchgerechnet habe.

Es gibt 3 Szenarien:

  • Minimalversion: Ist alles was wir brauchen um die Substanz zu erhalten und uns wohlzufühlen. An der Fassade ist es das Dach, ein paar neue Fenster und Türen. Im Innenraum eigentlich alles, Elektro, Heizung, Sanitär, Böden. Finanzierung liefe über einen normalen Baukredit mit punktuellen Förderungen (Heizungstausch, Gebäudehülle). Geschätzte Heizkosten: 350 p.m. Inkl. Kreditrate: 2.148 EUR
  • EH70 EE: Dafür braucht es zusätzlich eine Dämmung der Fassade. Das komplette Einpacken von außen inklusive der Seite im Hang wäre die sauberste Lösung, dazu müsste man aber die Seite freilegen und Drainage neu machen. Finanzierung 3x150 Förderkredit der KfW mit 25% Tilgungszuschuss + kleiner Baukredit. Heizkosten: 110 p.m, Inkl Kreditrate: 1.996
  • EH55 EE: Zusätzlich der Tausch aller verbleibenden Bestands Fenster (aus einer Teilsanierung vor ca. 15 Jahren sind manche schon Dreifachverglast aber von alter Variante). Finanzierung wie EH70 nur mit 30% Zuschuss. Heizkosten: 95 p.m, inkl Kreditrate: 1.939

Kein Szenario überzeugt uns zu 100%:

  • Im Minimalszenario bleiben die Wände ungedämmt. Schon im Bestand sind viele Fenster Dreifachverglast und es gab augenscheinlich keine Schimmel Probleme, dennoch erhöhen wir das Risiko, steuern aber mit Lüftungsanlage entgegen. Auch wäre Heizen ineffizient und teuer (~5.000 EUR p.a.)
  • EH70 EE: Eine Sorge ist hier das Haus auszugraben. Der Hang drückt, es ist sehr Feucht etc. Was wenn es unerwartet Statische Probleme gibt? Ein weiteres Risiko sehen wir in der Abhängigkeit von KfW. Ungeplante Mehrkosten, Blower-Door-Test, oder Genehmigungsprobleme sodass es doch nur 2 WE werden. Es besteht ein Risiko dass wir am Ende mit weniger oder ohne Förderung dastehen.
  • EH55 EE: Wie EH70, zusätzlich ist es schade die bestehenden Dreifachverglasten Fenster zu tauschen.

Außerdem ist nach einem Erstgespräch mit Interhyp aus unbekanntem Grund nur 330 statt 450 die maximale KfW Summe. Ich vermute ein Teil liegt vielleicht am fehlenden 'EE' in ihrer Berechnung (das wäre mir 3x120 näher dran). Auch habe ich den Eindruck, dass es nicht leicht ist eine Bank zu finden die diese Konstellation mitmacht weil nicht viel verdient wird. Ich rede nochmal mit anderen Finanzierungsoptionen aber das verstärkt unsere Unsicherheit in dem Gebiet.

Rechnerisch ist EH55 sogar das günstigste in den monatlichen Kosten wenn man noch Heizkosten berücksichtigt, also eigentlich ein no-brainer. Dennoch sind wir etwas risikoavers und aufgrund der Unwägbarkeiten zögerlich diesen Weg zu gehen.

Sind unsere Szenarien realistisch? Hat hier jemand eine ähnliche Erfahrung durchgemacht und kann Erfahrungswerte teilen?

Edit: Heizkosten und Raten ergänzt

u/1828182845 — 13 days ago