Womit habe ich all die Schmerzen verdient?
Meine Kindheit hat daraus bestanden, dass ich von meiner Mutter Verprügelt wurde oder an den Haaren die Treppe runtergezogen wurde etc. . Ab 12 hatte ich meine Periode und von Anfang an Krämpfe des Todes. Mit 27 wurde dann Endometriose festgestellt und nach der OP war EDNLICH Ruhe. Ich bin direkt danach schwanger geworden, hatte ne super stressige Schwangerschaft. Ich musste mich jeden Tag mehrmals übergeben. Ich war so froh, als die kleine endlich raus war. Mir ging es tatsächlich die ersten 9 Monate so gut, dass ich jeden Tag sport gemacht habe, richtig glücklich war, mich in meinem Körper wohl gefühlt habe. Das aller erste Mal in meinem Leben.
Wir wollten direkt ein zweites Kind, ich war fit und gesund, warum nicht probieren, klappt ja eh nicht sofort. Tja, hat sofort geklappt 🙈
Schwangerschaft war nicht einfach mit kleinkind aber deutlich besser als die erste. Und dann kam die Geburt, die kleine war eine sturtzgeburt. Ich hab direkt gemerkt, dass was nicht stimmt. Alles hat sich falsch angefühlt. Ich hatte höllische Schmerzen. Mir wurde gesagt, dass das ja normal ist nach einer Schwangerschaft.
Die Tage und Wochen vergingen und die Schmerzen wurden nicht weniger. Ich soll mehr Sport machen, mich mehr bewegen, der Schmerz geht von alleine weg. Je mehr ich gemacht habe, desto mehr wurden die Schmerzen. Ich bin von Arzt zu Arzt gerannt und alle haben das gleiche gesagt, mehr Bewegung, Schmerz ignorieren. Ich war also alleine mit zwei kleinen Kinder, hab mich um Hausarbeit gekümmert, war auf dem Spielplatz etc. Mein Mann war Vollzeit arbeiten. Er hat mich zwar so gut es geht unterstützt aber das Geld bräuchten wir natürlich auch. Ich habe mich jeden Abend in den Schlaf geweint. Habe mich durch die Schmerzen gekämpft. Ich habe tatsächlich zwischen drin immer wieder neue Diagnosen erhalten. Blasensenkung, Gebärmuttersenkung, Beckenboden ist abgerissen. Da war die Lösung aber auch ganz viel sport. Also weiter gegen den Schmerz angegangen. Nach 1,5 Jahren kam dann die Diagnose symphisitis und Sprengung und Knochenmarködem über dem gesamten beckenknochen. Selbst da meinte die Ärztin ich muss weiter sport machen. Also kleine in Kita geschickt und jeden Tag 2-3 Stunden Sport im Fitness gemacht. Es ist kaum zu glauben aber die Schmerzen wurden noch schlimmer. Irgendwann hab ich gesagt ich kann nicht mehr. Ich bin sitzen geblieben, hab mich nicht mehr bewegt. Und die Schmerzen wurden besser. Wohnung ist im Müll und Dreck versunken, mein Mann ist komplett fertig mit den Nerven weil er 100% arbeitet 100% Haushalt macht 100% Kinder und mich noch zusätzlich pflegt. Ich bin mittlerweile nicht mehr in der Lage länger als 5 Minuten zu laufen, zu stehen oder zu sitzen. Ich kann mich nicht um meine Kinder kümmern, ich kann mich nicht um mich selbst kümmern oder um sonst irgend was. Ich sitze jetzt seit Monaten nur zuhause auf dem Sofa. Wiege vermutlich schon über 100 Kilo. Ich hasse meinen Körper, meine Situation. Nach 2,5 Jahren habe ich jetzt eine neue Diagnose erhalten. Durch die jahrelangen Schmerzen, fehlbelastung und überbelastung haben sich meine Muskeln komplett verhärtet und verknotet. Mir wurde gesagt, wenn ich jetzt nichts ändere, bin ich in 1-2 Jahren ein pflegefall und bettlägrig.
Ich kann aber so nicht behandelt werden, da ich körperlich das Pensum gar nicht schaffen würde. Vorher muss das Problem mit den Muskeln gelöst werden. Und die einzige Lösung ist es diese täglich über Monate hinweg auszusteigen. Nennt man auch Faszienmassage. Da meine Muskeln aber so verkrampft und verknotet sind tun leichteste Berührungen schon unglaublich weh. Nach der ersten Behandlung war ich grün und blau und habe währenddessen Sternchen gesehen. Der Schmerz ist so gigantisch, dass ich sage de liegt auf einer 10.selbst die endokrämpfe bei denen ich ohnmächtig geworden bin, zwei Geburten ohne PDa und was ich sonst noch alles so mitgemacht habe kommen da nicht ran. Um also schmerzfrei zu werden und endlich wieder laufen zu können muss ich jetzt so oft wie möglich ca. 30-40 Minuten wahre pure Hölle aushalten 😭
Ich mag einfach nicht mehr. Ich will nicht mehr. Womit hab ich das verdient?
Ich glaube nicht an irgendwelche höheren Mächte oder so aber ich bin ein unglaublich lieber und hilfsbereite Mensch, habe immer mehr für andere gegeben, als. Ich ofts selbst für mich Kraft hatte. Ich habe zwei tolle Kinder rund einen liebenden unterstützenden Mann. Aber was bitte habe ich falsch gemacht um das alles zu verdienen? Und wie überleben ich das psychisch? Ich bin so am Ende. Therapie hatte ich natürlich gemacht, bin ich schon seit ich 8 bin. Ich nehme Antidepressiva. Aber ich weiß nicht mehr wo ich hier noch die Kraft aufbringen soll 😪