u/ValueDistinct5364

Der Kontext ist eigentlich ziemlich verständlich aus der Frage oben.

Ich muss mich langsam echt mal an ein paar Stellen bewerben, für's Jugendhilfepraktikum. Da aber da die Möglichkeiten an Arten von Einrichtungen gefühlt unendlich sind und ich keinen Überblick habe, wollte ich einfach Mal fragen, wo ihr alle das Praktikum gemacht habt, mit welchem Klientel ihr gearbeitet habt (man kann ja auch in Kleinkindwohngruppen oder Förderschulen gehen), und vielleicht auch gleich wie es dort war, was eure Arbeitsaufgaben waren usw.

Falls jemand verschiedene Erfahrungen in Wohn-/Tagesgruppen, Wohnheimen, ambulanten Erziehungshilfen etc gemacht hat würde ich mich auch über Vergleiche freuen :)

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u/ValueDistinct5364 — 8 days ago

Ich hoffe ich bin halbwegs richtig hier in diesem Subreddit für meine Frage, ich bin immernoch dabei mich hier zurechtzufinden...

Ich mache aktuell eine Ausbildung zum Erzieher in Sachsen. Meinen Abschluss mache ich 2028. Leider wird einem hier von jeder Seite aus jegliche Hoffnung zermalmt, einen Arbeitsplatz zu finden. Zu wenig Kinder und statt den Personalschlüssel zu erhöhen werden Gruppen geschlossen.

Ich habe das ganze noch etwas im Erzieher-Subreddit ausgeführt - und dort kam ziemlich eindeutig von allen die Antwort: zieh weg, in anderen Bundesländern werden Erzieher gesucht.

Auch wenn ich schon vor habe, es zumindest erstmal hier zu versuchen einen Arbeitsplatz zu finden, muss ich mich mit dem Gedanken wohl anfreunden.

Jedoch bekomme ich dabei ein schlechtes Gewissen. Ich bin selbst der Meinung gewesen, dass es zwar verständlich aber absolut kontraproduktiv ist, wenn linke Menschen aus dem Hinterland wegziehen. Das geht ja schon dabei los, dass in Massen aus den Kuhkaffdörfern nach Leipzig oder Dresden gezogen wird, da die meisten dann aus Bequemlichkeit dort bleiben, zwar vielleicht noch auf Großdemos gehen - aber die Unterstützung, die genau in diesen Dörfern gebraucht wird, schwindet dahin. Nur wenige setzen sich extra zwei Stunden in den Zug um in einer Fascho-Kleinstadt Kante zu zeigen.

Ich verstehe das. Ich verstehe, woher der Wunsch kommt, wo hin zu ziehen, wo es "entspannter" ist. Aber dadurch wird den Rechten nur immer mehr Platz und Raum gegeben, ohne Gegenwind ihren Mist durchzudrücken, weshalb ich diese Entwicklung als nicht gut heiße.

Und jetzt stehe ich selbst vor der Entscheidung in ein komplett anderes Bundesland zu ziehen, um nicht arbeitslos zu werden, bekomme aber allein bei dem Gedanken schon ein schlechtes Gewissen.

Ich habe auch schon überlegt mich hinterher noch weiterzubilden, evtl zum Heilpädagogen, aber auch da ist keine Garantie für einen Arbeitsplatz gegeben.

Was sind eure Gedanken dazu?

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u/ValueDistinct5364 — 8 days ago

EDIT: Danke für die vielen Antworten! Auch wenn das natürlich schade ist, dass ich dafür wohl ein ganzes Stück wegziehen muss - ist es schön zu hören, dass es noch Lösungen gibt, und ich nicht arbeitslos werde haha. Ich werde wohl einen Umzug am Ende der Ausbildung in Betracht ziehen.

Originalpost:

Ich habe nach dem Sozialassistenten im letzten Jahr meine Ausbildung zum Erzieher in Sachsen angefangen. Mein Problem - dass jeder einem sagt, man wird damit arbeitslos.

Beim Vorstellungsgespräch fürs Praktikum hat die Leitung folgendes zu mir gesagt:

"Jetzt mal so nebenbei, wieso machen sie diese Ausbildung? Es gibt absolut keine Arbeitsplätze."

Das haut schon ganz schön rein.

Unsere Lehrer versuchen uns zwar Hoffnung zu machen, dass wenn wir 2028 fertig sind, gerade die ganzen Babyboomer in Rente gehen und wir aufrutschen könnten. Aber ehrlich? In meiner Klasse sind 24 angehende Erzieher. In meiner Parallelklasse nochmal so viele. Und dazu kommen alle weiteren Azubis von wohl mindestens 10 weiteren Schulen allein in Dresden. Ich glaube kaum, dass wir alle da 1 zu 1 aufrutschen können.

Und da habe ich noch nichtmal die Jahrgänge welche dieses und nächstes Jahr ihren Abschluss machen dazugezählt.

Wie soll das einem nicht die ganze Hoffnung zermürben? Ich schmiede zwangsläufig aktuell schon Pläne, wie ich weitermache, wenn ich keinen Arbeitsplatz finde. Ich hätte zwar schon großes Interesse daran, den Heilpädagogen noch ranzuhängen - jedoch bin ich zum Ende der Ausbildung auch schon 24 und möchte eigentlich auch irgendwann mal richtiges Geld verdienen, seit mittlerweile 6 Jahren hangle ich mich erst mit Schüler- und jetzt mit Aufstiegsbafög durch.

Macht das alles überhaupt Sinn? Dieser Gedanke tut mir sehr weh, weil ich mich wirklich unglaublich richtig in diesem Beruf fühle und mir kaum etwas anderes vorstellen möchte.

Wie seht ihr das?

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u/ValueDistinct5364 — 8 days ago