Heiraten: Lohnt sich das? Was verändert sich?
Hallo liebes Weibsvolk, ich liebe diesen Subreddit für all die unterschiedlichen Meinungen, die man hier zu hören bekommt, und bei dem Thema brauche ich das auf jeden Fall: Ich verspüre sehr den Wunsch, meinen langjährigen Freund zu heiraten.
Das verunsichert mich, weil ich grundsätzlich dem Prinzip "Ehe" sehr kritisch gegenüber stehe, ich verbinde damit "Frauen als Besitz gehen von einem männlichen Besitz in den nächsten über". Eigentlich finde ich den Gedanken, keine offiziellen staatlichen Papiere zu brauchen, um sich bis dass der Tod uns scheidet zu lieben, ziemlich erstrebenswert. Jedoch empfinde ich ebenfalls das Heiraten als romantisch, so etwas Offizielles für die Liebe hat auch was (das spricht mich momentan am meisten an). Auch einige rechtliche Aspekte finde ich ansprechend, da habe ich auch ein Erlebnis gehabt, welches mir das verdeutlichte.
Das Erlebnis war, als eine Freundin mit erzählte, dass Freundinnen von ihr nicht verheiratet waren, jedoch alle möglichen offiziellen Regelungen nutzten, um ähnliche rechtliche Absicherung zu haben. Das war zum Beispiel eine Patientenverfügung (oder Schweigepflichtsenbindung? Bin mir nicht mehr sicher über die Bezeichnung), damit die Partnerinnen sich gegenseitig im Krankenhaus besuchen können und die Partnerin wie eine Ehepartnerin behandelt wird (Entscheidungen treffen, Informationen erhalten, besuchen). Nun traf es wirklich ein, dass die eine ins Krankenhaus kam und nicht ansprechbar war und der Partnerin wurde der Eintritt verwehrt, weil, aus welchem Grund auch immer, es Probleme gab mit diesen Papieren, die sie als Ansprechperson auswiesen. Das hat sich dann ein bisschen gezogen, bis das eben geklärt war, was sich bei so einem gesundheitlichen Einschlag natürlich wie Ewigkeiten anfühlt. Also Ehepartnerin hätte sie sicherlich einfach Zutritt erhalten. Die Story hat mich berührt, weil meine Freundin betonte, wie sehr die beiden sich mit den Rechten/Pflichten von staatlicher Ehe auseinander gesetzt haben und dennoch hat es nicht so hingehauen, wie sie es sich gewünscht hatten.
Was sind da eure Erfahrungen? Welche Vorteile habt ihr in der Ehe? Oder warum habt ihr nicht geheiratet? Hat euch etwas überrascht?
Edit: Schonmal danke für alle Antworten <3 Weil es jetzt so häufig aufkam: Natürlich sehe ich mich NICHT als Besitz. Mir sind nur die historischen Implikationen bewusst. Das gleiche gilt für als Frau den Namen des Mannes annehmen, da bin ich strikt dagegen im Gegensatz zum Heiraten, wo ich noch irgendwie positiv argumentieren kann und positive Gefühle habe. Ich hab einfach mega das Gefühl, als Frau von heute Verantwortung zu haben, frauenfeindliche Institutionen nicht weiterzutragen, vor allem mit dem beängstigenden politischen Klima momentan... Da denke ich viel drüber nach, daher hab ich auch nach unterschiedlichen Meinungen gefragt.
Ach so, und Kinder planen wir auch nicht, das wäre aber sonst ein großer Grund für Heirat, das macht auf jeden Fall Sinn, schreiben hier ja auch viele.