
Gründe warum der VPI und die offizielle Inflationszahl nicht die gefühlten Preise wiederspiegelt
Hallo zusammen,
ich folge auf Youtube HowMoneyWorks, der zwar oft Click-Baity Videos macht, die aber dann doch einen Funken Wahrheit dahinter haben. Natürlich bezieht er sich oft auf die USA was die Vergleichbarkeit mit EU/Österreich ein bisschen dämpft. Viele Dinge kann man aber nach kurzer Recherche auch mit Österreich in Verbindung setzen.
Jetzt hab ich sein Video "How Is The Price Of Everything Outpacing Inflation At The Same Time?" gesehen. Und dachte mir, dass man das hier auch mit den dementsprechenden Links zu Statistik Austria etc. teilen kann.
Kernaussage: Inflationsberechnung ist schwer und kompliziert und hat ein paar besondere Eigenheiten. Z.B. was macht man wenn Preise von einem Produkt (Handy) steigen, aber gleichzeitig die Hardware besser ist? Das ganze kann dann dazu führen, dass eine fiktive Preisminderung (aufgrund besserer Hardware) im Informations-/Kommunikationsbereich die Inflation massiv drückt, obwohl sie in anderen Sektoren überproportional steigt (Wohnen/Lebensmittel).
Tatsächlich ist es auch in Österreich so, dass Gruppe 8 (Info./Komm.) zwischen 2024-2025 um 3.8 % gesunken ist (Quelle). Und natürlich ist der CPI/VPI international normiert, sodass auch hierzulande die im Video beschriebenen Qualitätsanpassung gemacht werden (S.66 ff hier ).
Ich hab jetzt die anderen Punkte (a) Kritik an der Berechnung vom Wohnpreisindex und b) Enshittification) im Video nicht mehr genau ge-crosschecked (wäre Statistik-affinen Redditoren hier dankbar etwas hinzuzufügen). Aber ich sehe keinen Grund warum die Punkte nicht zumindest ungefähr von USA auf Österreich übertragbar sein sollten.
Was ich daraus mitnehme, ist eine Bestätigung warum es sich teilweise so anfühlt dass die % Angaben von Inflation nicht mit der Realität übereinstimmen. Natürlich sehe ich ein dass die Zahl an sich als objektives Maß, nützlich ist um wirtschaftlichs-politische Maßnahmen zu beurteilen und international zu vergleichen. Trotzdem fördert diese Diskrepanz zwischen gelebtem und gemessenen offensichtlich gewisse Narrative, die die Zahlen dann als ganzes diskreditieren.