Warum das Höcke Interview so gefährlich ist
Der Punkt ist nicht, dass mit ihm geredet wurde. Reden kann man. Der Punkt ist, dass da reale Probleme genommen und wieder in denselben autoritären Quatsch übersetzt werden: mehr Staat, mehr Kontrolle, mehr Führung. Nur diesmal halt angeblich für die „richtigen“ Leute.
Und genau das ist die Falle.
Natürlich gibt es echte Probleme. Schulen sind überlastet. Leute haben keinen Bock mehr auf Parteienfilz. Viele fühlen sich von Bürokratie, Euro-Rettung, Inflation und kaputten Institutionen verarscht. Das ist alles nicht ausgedacht.
Aber Höcke und Leute wie er machen daraus keine Befreiung. Sie sagen im Grunde: Der Apparat ist schon okay, er muss nur von uns bedient werden.
Das ist kein Systembruch. Das ist einfach nur Machtwechsel.
Eine zentral verwaltete Schule wird nicht besser, nur weil mehr Deutschland draufsteht. Ein Parteienstaat wird nicht demokratischer, nur weil andere Funktionäre drin sitzen. Umverteilung nach oben wird nicht gerechter, nur weil man sie patriotisch verkauft. Und Geldpolitik bleibt Klassenpolitik, solange ein paar Institutionen darüber entscheiden, wer gerettet wird und wer zahlen darf.
Das Gefährliche ist nicht nur Höcke selbst. Gefährlich ist die Idee, dass Unterordnung plötzlich gut sein soll, sobald sie dem eigenen Lager nützt.
Echte linke Machtkritik heißt nicht: Gebt uns den starken Staat, aber mit anderen Leuten an der Spitze.
Sie heißt: Macht abbauen. Mehr Selbstbestimmung. Mehr dezentrale Lösungen. Mehr Kontrolle von unten. Weniger Führerkult. Weniger Zwang. Mehr Freiheit in Bildung, Arbeit, Geld und Eigentum.
Sonst landet man am Ende nur wieder bei derselben Maschine. Mit anderer Fahne vorne dran.